Die digitale Gesellschaft - Die Folgen der Digitalisierung.

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helmutf-berlin
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Die digitale Gesellschaft - Die Folgen der Digitalisierung.

Beitrag von helmutf-berlin » Montag 18. August 2014, 15:24

Neuland. Jetzt mal ehrlich! - Digitales Dolmetschen.
Auch Digital Natives sollten sich intensiv mit den Folgen der Digitalisierung beschäftigen.
Im seinem Blogbeitrag stellt der 20-jährige Philipp Riederle seine Generation vor und erklärt, warum die digitale Revolution Herausforderungen an uns alle stellt – egal ob Digital Native oder Digital Immigrant.

Ein Blogbeitrag von Philipp Riederle
Eigentlich hat die Vernetzung nicht viel verändert. Im Grunde sind es nur drei konkrete Neuerungen. Jeder kann mit Jedem kommunizieren, jeder kann auf jede frei verfügbare Information zugreifen, jeder kann selbst publizieren. Eigentlich alles ganz einfach. Was also ist am #Neuland so schwer verständlich?
Seit letztem Jahr darf ich mich endlich als Abiturient bezeichnen. Auswendiglernen und Wissen anwenden, das ist mir die vergangenen zwölf Jahre endlos gepredigt worden. Doch was hat es mir eigentlich gebracht, außer einer Abiturnote? Klar, stehen mir jetzt „alle Wege offen“. Aber: Alles, was mich wirklich interessiert, konnte und habe ich im Internet erfahren. Deswegen schreit auf einmal jeder: „Wir brauchen Laptops in den Klassenzimmern und digitale Schulbücher!“. Klar. Ebendiese bringen aber erwiesenermaßen keinerlei Verbesserung für den Lernerfolg. Komisch. Aber eigentlich auch klar. Denn: Die Lehrpläne sind die selben und die Bemühungen viel zu kurz gedacht. Es gilt nämlich nicht nur zu hinterfragen, welche Medien werden zur Wissensvermittlung eingesetzt, sondern vielmehr: Welches Wissen und welche Fertigkeiten gehören heute zum Bildungskanon, wenn jede Information innerhalb von Sekunden immer auf Abruf bereit steht? Welche Anforderungen werden im Berufsleben einmal an den Arbeiter der Zukunft gestellt?
Die Digitalisierung revolutioniert gerade still und heimlich die Arbeitswelt, manche Wirtschaftsexperten sagen sogar, intensiver als die Industrielle Revolution. Viele Berufsbilder unterliegen einem massivem Wandel. So könnte man überspitzt fragen: Wer braucht noch Taxifahrer, Paketzusteller oder Zugführer in Zeiten von selbstfahrenden Autos und Zügen? Wer benötigt noch Supermarktverkäufer in Zeiten von selbstbestellenden Kühlschränken? Wer noch einen Lagerleiter bei selbstorganisierten Lagersystemen und wer noch einen Maschinenführer nach der Robotisierung? Aber auch: Wer benötigt noch einen Arzt, in Zeiten immer intelligenter werdender Computer?

Der Generation Y ist Selbstverwirklichung wichtig.
An die überlebenden und sich neu bildenden Berufsgruppen werden andere Anforderungen gestellt. Noch sind Computer nämlich deutlich überfordert, wenn es zum Beispiel um Empathie, Menschlichkeit, Kreativität, Erfindergeist, individuelles Handwerk, flexible Organisation, technisches Verständnis (um all die Maschinen zu programmieren) geht. All das ist bisher kaum in unseren Lehrplänen zu finden.

Zu allem Überfluss, wo sich doch sowieso schon so viel verändert, tritt jetzt auf einmal auch noch die Generation, für die alles Digitale schon immer selbstverständlich war, mit gänzlich anderen Werten, Ansprüchen und Anforderungen ins Berufsleben ein. Kostprobe? Für meine Elterngeneration entscheidende Werte wie hoher Verdienst und gesellschaftlicher Status sind bei uns ganz nach hinten gerutscht. Auf den Top 3 bei der Arbeitgeberwahl steht bei der Generation Y jetzt: Subjektive Wahrnehmung der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit, Selbstverwirklichung und das Passen des Arbeitsplatzes zu den individuellen Bedürfnissen. Durch ein neues Selbstverständnis von Information und Kommunikation, gehen junge Leute heute anders an die Bewältigung von Aufgaben heran.
Zu allem Leid der Arbeitgeber werden wir immer mehr, in 10-20 Jahren werden wir schon bis zu 70 Prozent aller Arbeitnehmer darstellen. Der Fachkräfte-, Azubi- und Nachwuchsmangel trifft immer mehr Unternehmen schon jetzt mit voller Härte. Es bleibt keine andere Wahl: Es wird höchste Zeit, sich auch auf die junge, digital geprägte Generation einzustellen.
Ganz tollkühn könnte man obige Fragerei noch weiter spinnen: Wer braucht in Zeiten von Augmented Reality und Datenbrillen eigentlich noch echte Freunde? Etwa 60 Prozent der Jugendlichen sagen bei Befragungen heute schon leichtfertig, sie würden lieber auf Sex verzichten, als auf ihr Smartphone. Existiert noch Individualität? Wenn Algorithmen jedes Detail unseres Verhaltens analysieren, abgleichen und uns alleine durch die automatisierte Selektion von Informationen in hohem Maße beeinflussen? Oder wenn Supermarktketten schon heute an minimalen Veränderungen im Einkaufsverhalten eine Schwangerschaft in den ersten Wochen zielsicher erkennen könne? Gibt es überhaupt noch Geheimnisse - wenn selbst die erste Frau im Staate offenbar abgehört wird?
Wir alle betreten #Neuland. Jeder einzelne. Auch all die Digital-Versteher. Wir alle sollten uns das eingestehen. Und wir müssen uns unbedingt damit beschäftigen. Jeder! Intensiv! Es geht darum, heute die Weichen zu stellen, wie stark und unter welchen Rahmenbedingungen wir die Digitalisierung in unser Leben lassen. Und wer am Ende eigentlich wen kontrolliert. Es geht nämlich absolut nicht darum, wie oft ich auf Facebook poste, welches Smartphone das Beste ist und wie eine erfolgreiche Social-Media-Strategie aussieht. Es geht um viel mehr, um viel tiefgreifendere Veränderungen. Die korrekte Frage lautet: Wie könnt ihr nur glauben, das Ausmaß der Digitalisierung sei heute schon begreifbar?

Philipp Riederle (geb. 1994) klärt internationale Wirtschaftsgrößen erfolgreich über die Digitalisierung und die Generation Y auf. Er ist Autor der Buchs „Wer wir sind, und was wir wollen – Ein Digital Native erklärt seine Generation.“

Wissenschaftsjahr 2014 – Die digitale Gesellschaft.
Der Artikel ist zu finden unter:
http://www.digital-ist.de/experten-blog ... rlich.html

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helmutf-berlin
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Re: Die digitale Gesellschaft - Die Folgen der Digitalisieru

Beitrag von helmutf-berlin » Montag 18. August 2014, 17:22

Zunächst, ich bin ein Digital Immigrant. Das bedeutet, ich musste mir meine Computer- und Internetkenntnisse mühsam erarbeiten. Ende der neunzehnhundertachtziger Jahre gab es kaum eine Einweisung für das Betriebssystem oder die Programme. Learning by doing war angesagt und das bei einem Betriebssystem, das keine Fehler verzieh. Windows war noch in weiter Ferne.
Zitat:
Eigentlich hat die Vernetzung nicht viel verändert. Im Grunde sind es nur drei konkrete Neuerungen. Jeder kann mit Jedem kommunizieren, jeder kann auf jede frei verfügbare Information zugreifen, jeder kann selbst publizieren. Eigentlich alles ganz einfach.
Und doch haben diese drei Möglichkeiten die Welt verändert. Die Kommunikation ist Heute schnell und grenzenlos. Eine E-Mail ist sekundenschnell am anderen Ende der Welt. Nachrichten verbreiten sich blitzschnell über die ganze Welt.
Die vielbändigen Lexika sind überflüssig geworden. Eine Suchmaschine liefert benötigte Informationen schnell auf den Bildschirm. Und meine Meinung zu einem Thema schreiben – siehe hier – ist ebenfalls kein Problem.
Bildung – lernen, wozu wenn sekundenschnell auf praktisch alles Wissen der Welt zugegriffen werden kann!
Ich gebe es offen zu: auf Computer und Internet möchte ich nicht verzichten.

bheinze
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Re: Die digitale Gesellschaft - Die Folgen der Digitalisieru

Beitrag von bheinze » Montag 18. August 2014, 19:37

Den Beitrag von Herrn Riedlere finde ich hervorragend. Insbesondere die Sätze:"wir müssen uns unbedingt damit beschäftigen. Jeder! Intensiv! Es geht darum, heute die Weichen zu stellen, wie stark und unter welchen Rahmenbedingungen wir die Digitalisierung in unser Leben lassen. Und wer am Ende eigentlich wen kontrolliert".
Wenn man sich informiert und damit beschäftigt kann man eher einschätzen, wie mit der Digitalisierung um zu gehen ist. Allerdings brauchen wir Ältere da Unterstützung und auch Diskussion: Wann ist das Ganze ein Werkzeug für mich und wann beherrscht es mich?

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