Bei Anne Will - Gewalt gegen Frauen

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bheinze
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Bei Anne Will - Gewalt gegen Frauen

Beitrag von bheinze » Montag 23. Mai 2011, 15:19

Gestern abend (21.05.2011,21:45) hat mich die Sendung mit Anne Will besonders beeindruckt. Es ging um die Gewaltanwendung des ehemaligen Vorsitzenden des Europäischen Währungsfonds, Strauß-Kahn, an einer Hausangestellten. Zur Diskussionsrunde gehörten u.a. Alice Schwarzer und Ullrich Wickert.
Festgehalten wurde:
a) Es geht zunächst einmal erst um den Verdacht einer Gewaltanwendung. Strauß_Kahn wurde in aller Öffentlichkeit abgeführt, eine demütigende Geste, die ich auch nicht gut fand.
b) Frauen, denen Gewalt angedroht oder angetan wurde, erstatten oft keine Anzeige. Denn sie fürchten berechtigerweise, von deutschen Gerichten schlechter behandelt werden als der Angeklagte und die beruflichen und persönlichen Nachteile ihrer Aussage.
c) Es handelt sich nicht nur um ein "Kavaliersdelikt" eines "Charmeurs", was allgemein toleriert wird. Aber selbst die mehr oder weniger aggressive "Anmache" kann ich auch nicht akzeptieren, vor allem nicht mit "Abhängigen".
d) Die Teilnehmer der Runde konnten nur zum Teil verstehen, dass die Ehefrau von Strauß-Kahn, eine intelligente und selbstbewusste Frau, ihren Mann so verteidigt: Liebe?, verletzte Eitelkeit? Ihr Glauben, dass er keine Gewalt angewendet hat?

Bemerkenswert für mich ist, dass dieses Thema vor allem deshalb so in die Öffentlichkeit kam und in allen großen Blättern lang und breit diskutiert wird, weil es einen politisch und medial exponierten Mann getroffen hat. Ob diese Vorgänge und die Diskussion darüber etwas für die Situation der Frauen (die eher eine Gewaltanwendungen erleiden, als Männer) verbessert? Ich hoffe es!

Margret Budde

Re: Bei Anne Will - Gewalt gegen Frauen

Beitrag von Margret Budde » Montag 11. Juli 2011, 15:00

Ja, wenn ich so die Aufrufe dieses Themas betrachte – 140 mal bis heute – so sieht man, dass dieses Thema lohnte, anzusprechen. Es interessiert. In den letzten Monaten waren zwei Personen genügend in den Medien vertreten, die wegen dieser Gewalten angeklagt waren. Wie es ausgeht, wird man sehen.
Aber viel schlimmer ist die Dunkelziffer der Personen, die keine Anklage erheben, die still leiden.
Sexuelle Gewalt ist es nicht allein.
Wenn Frauen nicht mehr wagen dürfen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, jedesmal und um alles ihren Ehemann um Erlaubnis fragen müssen, mit der Angst, sonst andere Repressalien zu erdulden, ist es Gewalt an Frauen. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einem großen Spektrum. Diese Gewalt findet im Stillen statt, dringt nicht nach außen.
Hier muss ein Umdenken stattfinden. Wie steht es mit der Verantwortung füreinander? Gefragt ist jeder, der solche Situationen mitbekommt. Nicht schweigen. Nicht wegschauen. Wenn man auch nicht zurechtweisen kann, so kann man aber irgendwie dazu Stellung nehmen.

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