Projekt Wahlversprechen

2005/2006
WolfgangS

es seppelt

Beitrag von WolfgangS » Montag 15. August 2005, 11:56

Die Puppentheaterbeschreibung trifft es aus meiner Sicht ausgezeichnet.
Eigentlich wäre es doch so schön gewesen, wenn nach dem o.k. des Bundespräsidenten jetzt die Wähler zum Zuge kommen würden.
Die aber sollen offenbar gar nicht das wählen, was sie für richtig halten.
Die sollen wählen, was Stoi-P-R und General Schön-Bumm-bumm für richtig halten. (P steht hier für einen harten Bayern und R mit P für PR)
Schade wenn man auch aus einem Land, das mir bisher für "teuflisch" gute Ideen in Wirtschaft und Politik stand, nun auch noch das "Geseppel" hören muss. Muss? - Naja - vielleicht wären ja die Linken ohne derart massive Wahlhilfe im Osten gar nicht so stark geworden, wie manche Leute im Westen sie offenbar haben wollen. - Da klopfen sich welche kräftig auf die linken Schenkel. - Habe ich das so richtig verstanden?
Aber zumindest ist im Sommertheater die Lufthoheit über den Stammtischen wieder einmal payrisch - oder sagt man peinlich? ...

MfG WolfgangS

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ellen
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Resignation, Frustration - auch Aktion?

Beitrag von ellen » Mittwoch 17. August 2005, 18:14

Ich denke es ist so ziemlich viel an Resignation vorhanden , sogar persönlicher Frustration, die meines Erachtens manchmal zu weit geht in ihrer verbalen Ausformung - nun denn, wir sind ja Demokraten - und an schlichter Meinungsäußerung. Manchmal fehlen mir hier im Projekt aber auch die Gegenvorschläge, sei es der Politiker oder Medien, aber auch von den Kritikern. Laßt uns doch nicht nur darüber meckern wer alles was falsches, unmögliches, unerträgliches sagt. Wenn denn alles schlecht ist, dann bleibt nichts anderes übrig als eine neue Partei zu gründen oder auszuwandern. Ich finde wir agieren nicht, wir reagieren nur immer mit Politikverdrossenheit, Beeserwisserei und schlichtweg Meckerei. Das 180-Grad-Spiel, oder wie auch immer genannt, ist nur der Versuch aus der Miesepeterei herauszukommen. Denn das, lieber Wolfgang, ist bei aller Deiner Frustration vielleicht ganz hilfreich.
Du sagst am 11.08. zwar, daß gute Politik Zeit braucht und würde erst in der Umsetzung besser. Im nächsten Satz haust aber genau eben wieder in die Kerbe "Draufhauen", Verdrossenheit, Schimpfen. Luft machen ist ja schön und gut, aber irgendwie bleibst Du da stehen. Wolfgang, ich kann Dich wirklich nicht verstehen. Das sind mir zu viele hingeworfene Schlagworte ohne Bezug zur Realität. Nur dies vielleicht: die 50er Jahre waren geprägt von einem zerstörten Land, daß wieder aufgebaut werden mußte und, oh Freude, auch so von den Deutschen gewollt wurde. Dies war eine einmalige Situation in der Geschichte Deutschlands. So wird es nie wieder sein. Statt dirigistischer Methoden könnten wir es ja mal mit Eigenverantwortung und Eigenengagement versuchen. Allerdings scheinen mir diese Eigenschaften in diesem Land nicht sonderlich weit verbreietet.
Ja, ich denke auch, daß Wahlversprechen gebrochen werden müssen. Leider hat man sie wiederholt wider besseren Wissens gemacht. Aber alle Einsicht ist schwer, z.B. die, daß eben Wachstum ausgedient hat und Qualität das Maß aller Dinge ist. Durch Wachstum Arbeitsplätze schaffen ist halt so leicht verständlich zu machen. Aber wer hat denn hier in D noch keinen Fernseher? Und wenn denn jemand einen neuen braucht, geht er/sie zu Sarurn und will ihn ganz billig. Habt Ihr mal in Erfahrung gebracht, wie lange eine Bandarbeiter in Asien arbeiten muß bzw. wie viele Fernseher er zusammenbauen muß, damit er ein passables Gehalt erreicht, das in Deutschland dann aber unter dem Sozialhilfeniveau liegen würde? In D wird so etwas ja nicht mehr gemacht, da die Arbeit zu teuer. Brauchen wir auch nicht mehr, wir sind ja was Besseres. Lieber gehen wir zum Arbeitsamt unsere Ansprüche beim Staat einlösen. Entschuldigt bitte diese Provokation, aber in mir grummelt es heftig.
Investition in Bildung und Wissenschaft: ich habe in der Schule gelernt, daß D keine Rohstoffe habe außer Bildung und Know how (Technik, Medizin usw.). Das aber kann man auch verkaufen. Aber wir wollen ja Bildung umsonst. Und wo das hinführt, sehen wir ja. Da haben uns andere Staaten schon lange den Rang abgelaufen.
Lassen wir uns doch nicht immer nur was vorsetzen und dann darüber meckern. Konstruktiv ist das nicht.
Im übrigen stimme ich mit Werner so ziemlich überein.
So, vielleicht habe ich mir jetzt auch mal Luft gemacht. Da lasse ich mich gerne kritisieren. Und demnächst sage ich vielleicht mal was Konstruktives zum eingentlichen Thema.

Renate B

Beitrag von Renate B » Donnerstag 18. August 2005, 11:08

Ich war der Meinung, die Wahlprogramme der Parteien gemeinsam kritisch zu betrachten und ihre Arbeit später daran zu messen, was sie umgesetzt haben, sei eine gute Idee. Gerade unserer Generation ist schon viel versprochen worden, wir sollten kritisch sein.
Vielleicht sind aber unsere Erwartungen zu hoch. Beim Lesen des Artikels von Josef Joffe in der Zeit vom 11. August ließ ich mich belehren……“Entscheidend ist nicht das Programm, das sowieso nach dem Wahltag Makulatur ist, sondern das Vertrauen in die Person und ihre Partei, die in den nächsten vier Jahren das Steuerrad ein paar Grad nach links oder rechts bewegen werden – schneller geht es in Deutschland nicht.“

Da ich nun den Gedanken angenommen hatte, dass auf die Programme wenig Verlass ist, kaufte ich mir das Buch von Ulrich Beck „Was zur Wahl steht“, um seine Meinung zur Bundestagswahl zu lesen. In dem Buch wird betont, dass nicht das Auswechseln der Regierungsparteien, sondern das Verändern des Denkens notwendig ist. Clemens hatte in seinem Beitrag ebenfalls neue Rezepte angefordert.
Es wird doch schon seit einiger Zeit darüber geklagt, dass der Einfluss der nationalen Regierungen abnimmt. Die Verhältnisse haben sich in den letzten Jahren viel stärker verändert, als es uns bewusst geworden ist. Schweizer sollen sich über die Lohndrückerei durch „deutsche Billigarbeiter“ beklagen. Im Kanton Zürich erhielten deutsche Bauarbeiter 10 Euro für die Stunde während der tarifliche Lohn in der Schweiz fast doppelt so hoch liegt.

Ulrich Beck schreibt: „Keine Nation kann ihre Problem allein bewältigen. Dies ist nicht länger ein idealistisches Prinzip des utopischen Kosmopolitismus, vielmehr eine Schlüsseleinsicht der Realpolitik. ……….Wer Antworten auf die neue „Grenzenlosigkeit“ des Kapitalismus gewinnen will, darf nicht länger sich und andere mit dem unrealistischen Vollbeschäftigungsversprechen immer tiefer in den Teufelskreis der Enttäuschungen verstricken.“

Welche Partei wird damit aufhören, uns zu versprechen, was wir gerne hören wollen?
Die Lösung für die Zukunft sieht Ulrich Beck also in einer viel engeren Zusammenarbeit der europäischen Staaten und in der größeren Mitwirkung der Bürger. „Auf der Suche nach einem neuen globalen Vertrag müssen Staaten, mobiles Kapital und soziale Bewegungen im Gegeneinander ihre Machtchancen und Rollen neu bestimmen.“

Das klingt sehr logisch. Für mich ergibt sich die Frage, welcher Partei gebe ich meine Stimme, falls dieser Weg der richtige ist?

Horst G.

Mehr Eigenverantwortung statt Frustration und Resignation

Beitrag von Horst G. » Donnerstag 18. August 2005, 13:01

Liebe Ellen, ich kann deine Enttäuschung zwar gut verstehen; aber du hast es wenigstens zum Teil mit SeniorInnen zu tun, die das Wort "Opferbereitschaft" und "den Gürtel enger schnallen" bereits im Krieg und in der Nachkriegszeit immer wieder gehört und am eigenen Leib erfahren haben. 1946 mit knurrendem Magen um 06:00 vor dem Bäckerladen vergeblich nach Brot in der Schlange stehen. Dennoch herrschte Aufbruchstimmung. In der Jugendgruppe mit selbstgebastelten Handpuppen und Puppenbühne auf dem Handkarren in Kinderheime fahren, um dort für eine warme Mahlzeit, nicht für Geld!, zu spielen.
Nach der Währungsreform in der Berufsausbildung gab es 140 DM Unterhaltszuschuss, und wer daneben keinen Unterhalt bezog, musste davon leben, nämlich Miete, Verpflegung und Kleidung bezahlen. Um in den folgenden Jahren alle zwei Jahre mit der vierköpfigen Familie einmal für 10 Tage in Urlaub fahren zu können, musste ein Kredit aufgenommen werden. Wir haben gelernt, mit wenig auszukommen.
Erst nach 1970 stiegen Gehälter und Löhne merklich an. Ende der 80er Jahre war es mit der sozialen Marktwirtschaft dann vorbei. Da setzte die Privatisierung ein mit Frühverrentung und -pensionierung und die Arbeitgeber forderten mehr "Eigenverantwortung" von Arbeitnehmern und Rentnern, während viele Unternehmen satte Gewinne einfuhren und gleichzeitig über die hohen Lohnnebenkosten klagten.
Heute vergeht kaum keine Woche, in der die Medien von Managern berichten, die sich unrechtmäßig die Taschen füllen, während sie gleichzeitig zwecks höherer Unternehmensgewinne die Beschäftigten zu Hunderten und Tausenden in die Arbeitslosigkeit entlassen.
Liebe Ellen, wir sind weniger resigniert und frustriert als wütend, weil nicht die Politiker, sondern die Wirtschaftsbosse die Politik bestimmen. Mag sein, dass sie erst zufrieden sind, wenn hierzulande chinesische Löhne gezahlt werden, allerdings ohne gleichzeitig ihre Preise und die Lebenshaltunskosten auf chinesisches Niveau abzusenken.
Für die Generation, die noch im Krieg Soldat werden musste, klingt der Ruf nach mehr "Eigenverantwortung" aus dem Munde von Politikern und Wirtschaftsbossen wie blanker Hohn, weil sie sich selbst nicht damit meinen. Angebracht wäre dagegen der Ruf nach mehr "Solidarität" unter allen, falls die Zeiten so schlecht sind, wie sie den Wählern dargestellt werden, anstelle sie von oben herab zu Eigenverantswortung zu ermahnen.
Schlicht und ergreifend, liebe Ellen, wir sind wütend und misstrauen vielen Politikern.

WolfgangS

sorry

Beitrag von WolfgangS » Donnerstag 18. August 2005, 16:49

Sorry, zum Beitrag von Ellen. Ich bedaure, dass es unter uns derartige Unterstellungen und Falschdarstellungen geben muss.

Das ist nun schon der zweite Beitrag eines Vorstandsmitgliedes, der mit böswilligen Unterstellungen arbeitet. Ich hatte mich dazu bereits geäußert.
Zuletzt auch am 11.8. - und danach war dieser Beitrag von Ellen nun aber völlig daneben. Ich bitte nochmals darum diese Art des Umgangs aus einem ViLE-Projekt herauszuhalten. Vorstandsdiskussionen bitte im Vorstand und vor Beginn eines Projektes.

Ich bitte darum, weitere unsachliche Unterstellungen zu unterlassen.
Alles andere kann nachgelesen werden - und falls es nicht immer für jeden klar verständlich ist, was ein anderer meint, so gilt zuerst die Meinung der Andersdenkenden zu achten. Bitte!

Im vorgeschlagenen Seminar in Bad Urach werden sich Missverständnisse, die in der Forumsdiskussion eventuell aufkommen sehr schnell beseitigen lassen. Die Hintergrundaktivitäten vor der letzten Vorstandswahl aber sind ein Fakt. Und die Beiträge der Vorstandsmitglieder hier auch. - Leider. Nochmals Sorry.

WolfgangS

Horst G.

Zur 180 Grad-Wende

Beitrag von Horst G. » Donnerstag 18. August 2005, 20:13

Liebe Ellen, gestatte mir bitte noch ein Wort zur "180 Grad-Wende". Mir ist leider nicht ganz klar geworden, was damit gemeint ist. Vermute ich richtig, dass damit mehr Eigenverantwortung und Eigeninitiative von jedem Bürger verlangt werden soll? Auf den ersten Blick ist das einleuchtend und positiv. Eigenverantwortung kann aber auch eine Kehrseite haben, je nachdem wer sie einfordert, frei nach dem Motto "Selber essen macht fett!" Aus dieser Sicht bedeutet sie Entsolidarisierung der Gesellschaft und Einschnitte ins bestehende soziale Netz, das von manchen Politikern auch als soziale Hängematte für Faulenzer bezeichnet wird. Überlassen wir die Sozialschwachen den Suppenküchen in den Großstädten, wenn sie unfähig sind, für sich selbst zu sorgen und die nötige Eigeninitiative zu entwickeln. Das kann mit der 180 Grad-Wende wohl kaum gemeint sein.
Eine psychologische Studie aus den 20er Jahren des letzten Jhs. über Langzeitarbeitslose stellte unter ihnen wachsende Depressionen, die zur Arbeitsunfähigkeit führten, sowie zunehmenden Alkoholismus fest. Nicht jeder ist in der Lage und besitzt die Fähigkeit, eine Ich-AG zu gründen, mithin die verlangte Eigeninitiative zu entwickeln.
Im Forum "Die kulturellen Werte Europas" diskutieren wir über jüdisch-christliche Werte. Im Urchristentum teilten die verfolgten Judenchristen in ihrer Gemeinde alles miteinander und schufen so ein soziales Netz. Bereits vor der Gründung des Staates Israel entstanden dort im Lande Kibbuze auf Gemeinschaftsbasis.
Erst nach der Reformation wurden für Bettler und andere Sozialschwache im 16. Jh. Arbeitshäuser eingerichtet, nach dem Grundsatz "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Auf diese Weise konnten solche "Müßiggänger" dem Blick der arbeitsamen Bürger entzogen werden.
Mir ist auch nicht bekannt, ob die protestantische Kirche etwas der katholischen Soziallehre Vergleichbares entwickelt hat. (Ich bin Protestant.) Der vor einigen Jahren in hohem Alter verstorbene Jesuitenpater Nell-Breuning war ein Verfechter dieser Soziallehre und stand bei den Gewerkschaften in großem Ansehen, die sich oft von ihm beraten ließen.
Selbstverständlich will niemand kommunistische Verhältnisse, die zu gnadenloser Diktatur führten. Aber es geht nicht an, die kulturellen Werte Europas aus jüdisch-christlicher Tradition dem reinen Individualismus im Sinne von "Jeder für sich und Gott für uns alle!" zu opfern. Eine Entsolidarisierung unserer Gesellschaft darf nicht das Ziel einer neoliberalen Wirtschaftsideologie sein, vielmehr sollten wir uns gegenseitig ermuntern. mehr als bisher Gemeinschaftsprojekte zu entwickeln, die Arbeitsplätze schaffen, um die Wirtschaftskrise zu überwinden.
Herzliche Grüße Horst

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Eigeninitiative und mehr

Beitrag von ellen » Freitag 19. August 2005, 12:40

Vorab: dies ist meine private Meinung - ich vertrete hiermit nicht den ViLE-Vorstand noch die Meinung eines ViLE-Vorstandsmitglieds noch schrteibe ich hier als ViLE-Vorstandmitglied. Scheint wohl nötig sein dies vorweg zu schicken.

Lieber Horst, vielleicht wird meine Antwort jetzt kürzer ausfallen als nötig, aber die Zeit ist ein bißchen knapp. Dennoch: Die 180-Grad-Wende war nur eine Idee um einmal über mögliche Alternativen nachzudenken. Ich denke es ist richtig und legitim zu kritisieren. Vielleicht bietet auch keine Partei die Möglichkeit sie zu wählen. Allein, was bleibt dann zu tun? Nicht zu wählen und damit die Preisgabe meiner einzigen Möglichkeit der "Einflussnahme" und der Erinnerung eines jeden Politikers, daß der dumme Wähler auch noch da ist? Abstimmung mit den Füßen nennt man das glaube ich. Es hieße auch, Freiheit und Demokratie selber in Frage zu stellen.
Aber was tun? Ich dachte daran, daß nach aller berechtigter Kritik und auch Wut es einmal interessant und erhellend sein kann zu schauen, welche Partei eigentlich wirkliche Alternativen anzubieten hat und ob uns selber vielleicht selber welche einfallen oder wo andere zu suchen und zu finden sind, so wie Renate es versucht hat. Ihren Gedanken an Europa fand ich sehr hilfreich um über Lösungswege nachzudenken. Ich wollte einfach nur eine Aufforderung zu mehr konstruktiver Auseinandersetzung liefern. Schade, daß meine Provokation sofort in Meinungs- und poltische Standort-Zuweisung geendet hat.
Du hattest sowohl in Deiner ersten Antwort als auch in Deiner zweiten auf verschiedene Dinge hingewiesen. Ich denke mal, daß Du mir nicht unterstellst, daß ich diese Menschen unter meine Vorstellungen von Eigeninitiative und Eigenverantwortung subsumiere. Da hat der Staat seine Aufgabe zu leisten. Aber es gibt eben auch die anderen Fälle und ich denke, wir alle wissen von diesen. Es kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein, daß Arbeit nicht mehr belohnt wird, wenn also eine Zahnarzthelferin beim Arbeitsamt mehr bekommt, als wenn sie in ihrem Beruf arbeitet. Wie sollen wir dammit umgehen, wenn also jemand sich seinen Anspruch beim Staat abholt, diesen dann aber mit Schwarzarbeit wieder in die Pfanne haut? Noch nie war das Ausmaß der Schwarzarbeit in Deutschland so groß wie in den letzten Jahren. Woran liegt das, was ist da los? Auch darüber kann man mal nachdenken, also, was muß passieren, damit dieses Phänomen beseitigt wird. Ich denke, wir sollten in der Argumentation immer auch gleichzeitig die andere Seite bedenken und beachten. Zu schnell erwächst daraus der Vorwurf in einer Diskussion, einseitig, unsozial usw. zu sein. Ich versuche gerag´de den Eindruck beim mir abzuwehren, ich sei für reinen Individualismus, unsoldarisch, neoliberal u.ä. Ich gebe nur zu bedenken, das einiges in diesem Land im argen liegt und das schon seit Jahren. Und jetzt wo fast nichts mehr geht und, übrigens durch die Versäumnisse von mindestens 20 Jahren, der Staat kaum noch Handlungsfreiheit hat, nicht alle Verantwortung beim Staat liegen kann. Das hindert nicht daran, den von Dir benannten Langzeitarbeitslosen usw. über verschiedenste Projekte wieder einen Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Aber alles wird der Staat nicht mehr leisten können.
Ich war übrigens in der letzten Woche in Estland und im Jahr davor in Lettland. Bei der Fahrt über Land konnte man sehr gut sehen, was aus der Landwirtschaft geworden war durch die Verantwortung des Staates für Kolchosen, Sowchosen usw. Die Landwirtschaft hat sich davon immer noch nicht erholt.
Vielleicht noch zu Deiner ersten Antwort: ich habe lediglich auf die Einmaligkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland hingewiesen. Das hatte nichts damit zu zun, daß ich nicht wüßte, wie die Lebensverhältnisse in Deutschland nach dem Krieg waren. Allerdings glaube ich, daß wirklich ein Großteil der Bevölkerung weit von den wirt. Verhältnisse der Nachkriegszeit entfernt ist. Ich glaube, daß dieser Vergleich bzw. der Hinweis ein bißchen zu pauschal ist. Es geht mir nur darum aufzuzeigen, daß wir um Himmels Willen nicht die 50er Jahre und damit die politischen Instrumentarien dieser Zeit heranziehen dürfen. Soviel Aufbau und soviel Nachholbedarf werden wir hoffentlich nie wieder brauchen. Nicht in dem Ausmaß, aber doch genug, haben übrigens unsere Nachbarn im Osten sich vorgenommen zu leisten. Da reicht zunächst "billigere" Arbeit aus, um Schritte voran zumachen bei der wirtschaftlichen Entwicklung und der Steigerung des Lebensstandards. Das wird nicht so bleiben, aber zu leiden haben wir darunter natürlich schon noch angesichts der damit "zu teuren" Arbeit hier bei uns. Wie kann man damit umgehen? Sollen wir Polen und Tschechien sagen, ihr durftet zwar in die EU damit wir unseren teuren Waren bei euch verkaufen können, aber eure günstigeren Produkte wollen wir nicht? Zum Thema Zuwanderung von Arbeitskräften könnte man ein neues Kapitel aufmachen und darf auch dabei wieder nicht vergessen ins letzte Drittel des 20. Jh. zu blicken.
Lieber Horst, ich spreche jedem zu resigniert, frustriert und auch wütend zu sein. Gerade auch den Senioren, denn die haben ja viel zu dem Wohlstandsstaat Deutschland , und das ist er im Vergleich zu vielen anderen, beigetragen. Viel ist davon auf bestem Wege den Bach runter zu gehen. Aber allein den Politikern die Schuld zu geben? Mir war nur sehr unwohl zu lesen, daß Ihr scheinbar alle Hoffnung verloren habt und an nichts und niemanden mehr glaubt und auch keinen Tatendrang für nötig und möglich haltet. Wie wirkt das auf die Generationen, die jetzt gestalten sollen? Ich könnte die Gedanken von Dir zu den Werten gerne als Anregungen zur Gestaltung und als Auswege ansehen. Glaubst Du daran? Ist das in dieser Welt noch möglich?
Zwei Fragen habe ich noch: 1. Wie stellst Du Dir die Solidarität in diesem Land vor, was denkst Du, sollte gemacht werden insbesondere vom Staat? Ich glaube den hattest Du dabei im Blick.
2. Zu den chinesischen Löhnen: es gibt in Deutschland eine Reihe renommierter Unternehmen, deren Wert mittlerweile so gering ist in der Weltwirtschaft (wir sehen hier vielleicht zu wenig über den Tellerrand), daß sie ohne weiteres von japanischen oder chinesischen Unternehmen aufgekauft werden könnten. Damit wären zwei Dinge gewonnen: ein Konkurent weniger und technisches Knowhow. Dagegen hilft nicht ebenfalls chinesische Löhne einzuführen, davon habe ich keinesfalls gesprochen. Aber was hilft da? Kopf in den Sand nicht, denn dann ist D eher heute als morgen kein Wirtschaftsstandort mehr. Die Produktion wird also verlagert dahin wo die Arbeit billiger ist. Übrigens Arbeit, die nicht besonders hochqualifiziert ist. Nur ist in D ein Niedriglohnbereich ein rotes Tuch.
Flugzeuge können in diesem Land eh' schon nicht mehr gebaut werden. Dafür hätte der Staat einem Großunternehmen helfen müssen. Frankreich hat das getan. Aber wir schelten (doch etwas pauschal) die Unternehmen. Frankreich hat damit wenigstens Arbeitsplätze geschaffen und gehalten sowie das technische Knowhow im Land. Heute baut man Flugzeuge, morgen mit Hilfe dieser Technologie etwas anderes. Allerdings nicht in Deutschland mit deutschen Arbeitskräften.
Jetzt ist es doch lang geworden. Aber vielleicht hilft es der Diskussion.
Herzlichst Ellen
Zuletzt geändert von ellen am Freitag 19. August 2005, 13:37, insgesamt 2-mal geändert.

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Zu Wolfgang

Beitrag von ellen » Freitag 19. August 2005, 13:34

So und jetzt eine Mischung aus Vorstandsmitglied und privater Meinung. Ich habe ein Problem damit, daß ich meine persönliche Meinung seit Februar diesen Jahres nur noch als ViLE-Vorstandsmitglied abzugeben habe, werde dies in Zukunft also kenntlich machen.
Jedes Vorstandmitglied hat das Recht sich im Forum zu den Themen zu äußern, oder etwa nicht? Auch zum Projekt selbst. Das hat mit dem Vorstand nichts zun, meine ich. Auf diese Frage erbitte ich eine Antwort. Wenn es Mauscheleien gegeben hat, dann sollte man sie benennen. Persönliche Unterstellungen gehören dann hier aber nicht her. Kann man vielleicht per E-Mail direkt machen.
Nun meine private Meinung:
Lieber Wolfgang, es fällt mir schwer unsachliche Unterstellungen usw. Dir gegenüber durch mich zu finden. Vielleicht magst Du sie mir nennen. Ich habe lediglich nachgefragt, ich habe Dich tatsächlich nicht verstanden. Du hast in diesem Forum gesagt, daß die Politiker keine Antwort haben, aber dann vielleicht wir hier. Das habe ich nicht gefunden und auch nicht am 10.08. Daraufhin habe ich sachlich dazu Stellung genommen, z.B. bezüglich Dirigismus der 50er Jahre als Instrument für heute. Das hat für mich eben wenig mit der Realität zu tun. Die Meinung sei gestattet.
Teil einer Diskussion ist aber auch eine andere Meinung zu haben und sie argumentativ zu vertreten und zwar mittels Wiederlegung der Argumente der anderen Diskutanten. Oder darf in diesem Forum nicht diskutiert werden, sondern nur auf die eine oder andere Weise die Meinung wieder- gegeben werden ohne Widerspruch? Wenn dem so ist, dann mag man mich doch bitte darüber aufklären. Oder möchte gar jemand nicht diskutieren?
Zum Schluß: ich habe, um es nochmals deutlich zu sagen, nicht das Projekt in Frage gestellt noch kritisiert. Ich fand den Duktus der Aussagen zum Thema zu negativ und habe dazu meine Meinung gesagt in der Hoffnung auf Widerworte, Vorschläge, andere Meinungen, schlagende Argumente und einer vielleicht am Ende geweitetet persönlichen Sicht auf die Dinge. Horst hat ja dankenswerter Weise auch reagiert.
Schade, daß dieses Thema aufgekommen ist, aber das passiert wohl immer wieder bei virtuellen Foren.

Werner R.

Ellen vom 17.8.

Beitrag von Werner R. » Freitag 19. August 2005, 15:32

Es ist nicht zu übersehen, dass die Beiträge dieses Forum von Frustration, von Wut beeinflusst sind.
Weniger von Resignation. Sollte es anders sein? Wer ist nicht als denkendes Mitglied unserer Gesellschaft frustriert über die Einschätzung der Meinungsmacher aus Politik und Wirtschaft über unsere Intelligenz? Wer fragt sich eigentlich nicht, wer hier Probleme mit der Logik hat, wenn ein Wirtschaftsfachmann das Renteneintrittsalter auf siebzig Jahre setzen will, wenn heute bereits fünfzigjährige zu alt für den Arbeitsmarkt sind? Also ist die erste Reaktion, auch meine, meckern.
Ellens Vorschlag, es mit Gegenvorschlägen zu versuchen, würde ich gerne nachkommen, nur wer will sie hören? Gewiss, hier im Forum würden mir einige dem Einen oder dem Anderen zustimmen. Aber das Forum hat keine politische Gestaltungskraft.( Der Hinweis auf demokratische Einflussnahme ist zwar beruhigend, aber nicht hilfreich). Ohne vom Fach zu sein, würde ich beispielsweise die Ausweitung der Geldfunktion vom Instrument des Handelns zur gewinnbringender Ware als eine folgenschwere Fehlentwicklung halten. Glaubt irgendeiner, dass das Bankgewerbe eine Rückbesinnung auf die eigentliche Geldfunktion tatenlos hinnehmen würde? Solange wir eine Angebotswirtschaft bevorzugen werden wir die Augen vor der Verschwendung der Ressourcen schließen müssen. Es wird viel über eine Technikfolgeabschätzung gesprochen, gibt es eigentlich auch eine Wirtschaftsfolgeabschätzung? Ja dann bleibt noch der Vorwurf, dass wir nur allzu gerne der „Geiz ist Geil“ Parole folgen, das wir nicht bereit sind auf Besitzstände zu verzichten. Stimmt! Es macht nämlich keinen Sinn. Angenommen, ich offeriere dem Finanzminister, freiwillig auf 15% meines Einkommens zu verzichten. Wie wirkt sich dies aus? Ich würde nicht verhungern, ob ich mir weiter ein Abonnement für eine Tageszeitung leisten kann wäre aber schon fraglich. Was der Finanzminister mit der Mehreinnahme macht, weiß ich nicht. Es ist aber nicht auszuschließen, dass mein Geld in Töpfe fließt, die nach meiner Einschätzung kontraproduktiv sind. Uns Normalkonsumenten Bescheidenheit, Verzicht auf Besitzstände zu empfehlen, halte ich für zynisch. Solange eine Rendite von 25% als anzustrebende Geschäftphilosophie deklariert werden kann, ohne dass die Staatsanwaltschaft wegen eines Anfangsverdacht auf Wucherei ermittelt, verprass ich mein Geld und kauf mir noch ein Buch!
Es ist zwar kein Trost, eher eine bittere Einsicht, die ich in den Sudelbüchern von Georg Christoph Lichtenberg fand, „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“
In diesem Sinn werde ich zur Wahl gehen.

Horst G.

Eigenverantwortung und Eigeniniztiative

Beitrag von Horst G. » Samstag 20. August 2005, 17:47

Liebe Ellen, Du fragst mich, was ich mir unter Solidarität in diesem Land vorstelle und was gemacht werden sollte. Es gehört zu meiner Erfahrung bereits in der Jugendgruppe in der Nachkriegszeit, also unter wirtschaftlich sehr schwierigen Verhältnissen, dass wir nur gemeinsam die damals bestehenden Probleme, vor denen jeder Einzelne stand, lösen konnten, und sei es nur, jedem von uns eine warme Mahlzeit am Tag zu sichern. Gemeinsam bauten wir uns aus einem halb zerstörten Gefechtsbunker ein Jugendheim. Wir entwickelten Eigenverantwortung und Eigeninitiative in der Gemeinschaft. Dagegen riecht die heutige Forderung nach mehr Eigenverantwortung und Eigeninitiative von Politik und Wirtschaft an die Bürger stark nach Egoismus. Der bekannte Werbeslogan „Geiz ist geil!“, auf den Werner hinweist, zeigt in diese Richtung. Nicht nur in der Jugendgruppe, sondern auch von Nachbarn und Lehrern habe ich nach der Währungsreform viel Hilfe erfahren, sonst wäre ich bei meiner kleinen Waisenrente buchstäblich verhungert.
Ich erwarte in einer Wirtschaftskrise weniger vom Staat als von Arbeitgebern und Unternehmensmanagern auf überhöhte Gewinne zugunsten von mehr Arbeitsplätzen zu verzichten, nicht zuletzt auch auf kommunaler Ebene. Statt dessen ist zu beobachten, wie mehr und mehr Einzelhandelsgeschäfte und kleinere Betriebe von Handelsketten und größeren Unternehmen durch deren Preispolitik zur Aufgabe gezwungen werden. Zulieferbetriebe, die von Großunternehmen abhängig sind, leiden unter dem massiven Druck dieser Abnehmer auf ihre Produktpreise.
Mehr Wettbewerb klingt gut; aber wer mehr Anfangskapital besitzt und von den Banken günstigere Kredite erhält, ist demjenigen, der nicht über solche Bedingungen verfügt, weit überlegen und kann ihn vom Markt verdrängen. Mithin herrscht nicht Wettbewerb, sondern zunehmend Verdrängungswettbewerb mit allen nachteiligen Folgen für die Arbeitnehmerschaft. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das Buch Peter Ulrichs, Professor für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen, „Integrative Wirtschaftsethik – Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie“.
Ganz nebenbei: Sowohl in Hamburg, Bremen und Stade werden Flugzeuge der Marke Airbus gebaut, nicht nur in Frankreich. Aber die Aluminiumwerke in Hamburg und Stade stehen wegen der überhöhten Strompreise des Stromkartells vor dem Aus. Das Bundeskartellamtg hat inzwischen eine Prüfung der Strompreise eingeleitet. Es empfiehlt sich, die Wirtschafts- und Börsenberichte in den Medien, vor allem im Rundfunk, aufmerksam zu verfolgen.
Was die Löhne in verschiedenen Ländern betrifft, so halte ich es für unerlässlich, auch die Lebenshaltungskosten miteinander zu vergleichen. Es ist zu vermuten, dass mit steigendem Lebensstandard in den osteuropäischen Ländern der EU auch dort die Löhne steigen werden. Folglich werden die Firmen, die nicht selten mit staatlichen Geldern subventioniert worden sind, ihre Betriebe in Länder verlagern, in denen noch billigere Löhne gezahlt werden. Ziel dieser globalisierten Unternehmenspolitik ist es, ihre Produkte so billig wie irgend möglich, oft unter schändlichen Arbeitsbedingungen, herstellen zu lassen, um sie hier, nicht dort, so teuer wie möglich zu verkaufen und um größtmögliche Gewinne zu erzielen, mit denen sie wieder zwecks Marktbeherrschung andere Firmen übernehmen können. Das fällt unter den Begriff der Ausbeutung und dient in den einzelnen Branchen der Unternehmenskonzentration bis hin zur Monopolbildung.
Dazu lohnt es sich, einen Blick in das Buch der kanadischen Journalistin Naomi Klein „NO LOGO! Der Kampf der Global Players um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern.“ zu werfen.
Wirtschaftskrisen entstehen nicht schicksalhaft, sondern werden von Menschen gemacht. Ich halte das Gerede von „Siegern und Verlierern“ für sehr gefährlich, weil es zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führt und den Verlierern obendrein deren missliche Lage noch als selbstverschuldet anlastet. Demzufolge wünsche ich mir von den Parteien, die künftig in der Regierungsverantwortung stehen, dass sie im Verein mit der EU dafür sorgen, dass die erforderlichen finanziellen Belastungen von allen Bürgern und Unternehmen entsprechend ihrem Einkommen bzw. ihren Gewinnen gemeinsam getragen werden.
PS: Nach einer Meldung vom 19. August 2005 ist der Leiter der Deutschen Börse in Frankfurt/Main mit der ihm gebotenen Abfindung von 8 Millionen Euro nicht zufrieden.. Er verlangt 9 Millionen Euro. Wie mag das auf einen Langzeitarbeitslosen wirken, der sich vergeblich um einen Arbeitsplatz bemüht?
Herzlichst Horst

hwest

Wahlversprechen prüfen

Beitrag von hwest » Sonntag 21. August 2005, 17:01

Liebe Mitleser!

Die letzten Beiträge im Forum sind ganz schön lang und am Bildschirm nur schwer zu lesen, wenn man nicht mehr ganz junge Augen hat.

Zunächst zu Wolfgang und Ellen: Als einer der Initiatoren dieses Projektes möchte ich betonen, dass unser Forum dazu da sein soll, die eigene Meinung mitzuteilen und mit anderen über die Inhalte zu diskutieren. Ob da jemand im Vorstand von VilE ist oder nicht, hat überhaupt keine Bedeutung und gehört genau so wenig in das Forum wie Vereinsquerelen.

Ellen hat in einem ihrer Beiträge den Kern getroffen. Sie fragt, wenn kann man denn wählen? Die Antwort habe ich mir selbst noch nicht geben können. Das Projekt soll natürlich auch zur Klärung dieser Frage beitragen, hat aber vornehmlich das Ziel, die Wahlversprechen unter die Lupe zu nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt ihre Einlösung zu überprüfen. Mit der Feststellung, Wahlversprechen seien wertlos und sollten gar nicht beachtet werden, kann ich mich nicht zufrieden geben.

Nach Eigenverantwortung zu rufen und Eigeninitiative zu fordern ist billig, wird aber unseren Staat nicht aus der desolaten Lage herausbringen. Das müssten schon die Personen tun, die uns da hineinmanövriert haben. Wir haben die Politiker doch fürstlich bezahlt und versorgt dafür, dass sie sich, ohne sich um Arbeitsplatz und Altersversorgung kümmern zu müssen, mit ihrer vollen Kraft für uns einsetzen und die richtigen Wege finden.

Seit Jahrzehnten haben die Politiker die Bevölkerungsentwicklung und ihre Folgen gekannt, der einfache Bürger wurde nicht ausreichend informiert. Die Politiker haben doch die Gesetze erlassen, die es der Wirtschaft erlauben, zu Lasten der Steuerzahler ihre Arbeitsplätze in Niedriglohnländer zu verlagern. Die meisten dieser Unternehmen haben in der Vergangenheit unbekümmert die Fördermittel des Staates einkassiert. Warum müssen sie sie nicht zurückzahlen?

Was nützen die Klagen, dass in Deutschland nichts voran geht, wenn es einer Opposition erlaubt ist, via Bundesrat die Handlungsfähigkeit der Regierung über Jahre zu blockieren?

Es stimmt schon: Die Menschen sind wütend.

Gast

Beitrag von HorstW. vom 21.8.

Beitrag von Gast » Sonntag 21. August 2005, 17:40

Auf den Beitrag von HorstW. habe ich ihm in einer E-Mail geantwortet, da die pauschalen Behauptungen m.E. unsachlich sind und nicht der Wahrheit entsprechen.
Clemens

Erna
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Wahlbeobachtung

Beitrag von Erna » Montag 22. August 2005, 12:13

Die Bagso hatte vor einiger Zeit Fragen an die Parteien geschickt. Die Antworten, die Bagso erhalten hat, stehten unter www.bagso.de. Sie sind ganz interessant zu lesen und gehören ja auch in dieses Thema.

WolfgangS

Richtigstellung

Beitrag von WolfgangS » Dienstag 23. August 2005, 11:10

Ich möchte mich nur kurz für mdie Richtigstellung von Ellen bedanken.
Offenbar sind Missverständnisse im Forum schwer auszuschließen.
Ich denke, damit sollte dies bereinigt sein. Ich bedaure dies ebenso.
Und natürlich soll diskutiert werden. Das ist auch erforderlich.

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Uwe Bartholl
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Mein Einstand

Beitrag von Uwe Bartholl » Dienstag 23. August 2005, 17:29

Ich habe mir endlich Zeit genommen, denn die muss sein, will ich diesem Projekt einigermaßen gerecht werden. Doch nun scheint alles gesagt zu sein: Lob für Strukturierung und Umfang der Informationen, und im Forum von Meckern über Wut bis zu bleibender Ratlosigkeit. Es kommt mir vor, als hätte ich gedanklich auch schon alles durchgespielt. Bei diesen Gedakenspielen bleibe ich oft hängen bei der auch von Werner geäußerten Überlegung, richtigen Verzicht üben auf der Einkommensseite. Dies in schöner Solidarität mit den sehr viel besser Verdienenden. Aber ich lande genau da wo Werner, denn wem jedoch kann ich zutrauen, dass damit das Richtige geschieht? Es bleibt die Kardinalfrage: Wie finde ich die Partei heraus, mit der ich am ehesten das Anderswerden wagen kann? Mich interessieren Beiträge, die in diese Richtung gehen. Und je mehr sie aus persönlicher Überzeugung heraus geschehen, um so besser.

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