Bezug zur Gegenwart

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Renate B

Bezug zur Gegenwart

Beitrag von Renate B » Donnerstag 15. Dezember 2005, 11:56

Durch die Aussage von Francois de Sales 1609 „ Die echte Frömmigkeit schadet keinem Beruf und keiner Arbeit; im Gegenteil, sie gibt ihnen Glanz und Schönheit;“ zeigt sich der neue Wert, den die Arbeit bekommen hatte.

Die Aufwertung der Arbeit war eine sehr erfolgreiche Kampagne. Wir alle kennen die Sprüche, wie sehr Arbeit den Menschen adelt. Gewöhnt habe ich mich daran, den Begriff Arbeit gleichzusetzen mit Erwerbsarbeit, die bei uns in erschreckendem Tempo abnimmt. Wenn Werte immer den Bedürfnissen sozialer Gruppen entsprechen, (vgl. S. 295) müssten sich gegenwärtig neue Werte entwickeln. Das Prinzip der Selbstverwirklichung durch Tätigsein darf nicht vergessen werden. Kann unsere Gesellschaft den Menschen ohne Erwerbsarbeit diese Tätigkeit ermöglichen?

In diesem Kapitel des Buches „Die kulturellen Werte Europas“ wird die Wiederholung der Auseinandersetzung der Menschen über diese Werte deutlich. So passen die Worte des Theologen Thomas von Aquin über die Habsucht und die Debatte über das rechte Maß des Gewinns erstklassig in eine unserer Talkshows. Auch die Gedanken, dass nur ein Überschuss über das hinaus was jemand braucht, bei der Erfüllung der gesellschaftlichen Aufgaben helfen kann, könnte einer unserer Politiker gesagt haben.
Gewiss ist es auch heute richtig, unsere Welt ist beherrscht vom Eigennutz, wer Risiko eingeht will einen Gewinn.

Sehr gefallen hat mir der Satz, „Auch die Religion beruht auf Eigennutzen, nämlich der Hoffnung, so in den Himmel zu kommen.“

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