K. Richardson: Der globale Wandel und die Zukunft der Ozeane

Vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.
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Uwe Bartholl
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K. Richardson: Der globale Wandel und die Zukunft der Ozeane

Beitrag von Uwe Bartholl » Montag 29. Oktober 2007, 10:19

Auf zur neuen Runde, die vom 01.11. - 15.12. von Helmut Fleischhacker moderiert wird. Ich wünsche uns wieder viele anregende Beiträge, die immer mehr bewirken, als das stille Lesen im stillen Kämmerlein. Und wenn dann die Anregung zum eigenen Beitrag verhilft, dann ist das die Nahrung, dessen unser Projekt bedarf. Danke allen MitmacherInnen.

helmutf

Der globale wandel und die zukunft der ozeane.

Beitrag von helmutf » Montag 29. Oktober 2007, 13:56

Was wissen wir über die ozeane, bzw. was glauben wir über die ozeane zu wissen?
Mehr als zweidrittel der oberfläche unserer erde wird von den ozeanen bedeckt und im prinzip sind sie „weisse flecken“ auf einer oberfächenkarte. Die grossen meere sind weniger erforscht als die entlegensten orte auf der landkarte. Noch viele rätsel warten in den tiefen der meere auf ihre entschlüsselung.
Wie diese riesigen wassermengen mit ihren vielfältigen strömungen auf z.b. klimatische veränderungen wirklich reagieren können wir menschen nur vermuten. Wir werden damit leben und uns anpassen müssen.
Vergessen wir nicht: wasser ist das kostbarste gut welches wir menschen haben. Alles leben kam, nach heutigen wissenschaftlichen erkenntnissen, aus dem wasser. Ohne wasser kann ein mensch nur wenige tage überleben.
Der schutz der ozeane und die erhaltung des lebens in ihnen muss vorrangige bedeutung zukommen.
Freuen würde ich mich, wenn zu diesem wichtigen und interessanten thema eine lebhafte diskusion entbrennen würde.

helmutf

Die gefährtung der ozeane.

Beitrag von helmutf » Donnerstag 1. November 2007, 13:51

Schnell voranschreitende Zerstörung der Meeres- und Küstenökosystemen
Unter diesem titel ist am 28.10.2007 in TELEPOLIS ein artikel von Ralf Streck erschienen.
Hierin warnen meeresbiologen und meereskundler auf einer internationalen konferenz in spanien vor einer rasanten zerstörung der ökosyteme der ozeane.
Da diese probleme unterhalb der wasserlinie liegen werden sie noch weniger wahrgenommen als solche auf der erdoberfläche. So seien innerhalb weniger jahrzehnte eine vielzahl an pflanzen und tieren extrem geschädigt worden. Nahezu die hälfte aller korallenriffe weltweit und mehr als 50% der seegraswiesen im mittelmeer sind fast gänzlich zerstört.
Mit der bebauung der küsten wird ebenfalls tief in das küstenökosystem eingegriffen.
Die auswirkunge des klimawandels sind für die meere noch nicht abzusehen. Unter anderem wird der verlust an meeresökosytemen um ein mehrfaches höher eingeschätz als z.b. der verlust an regenwäldern.
In meine augen ist der artikel ein dramatischer weckruf. Für interessierte ist er im internet zu finden unter:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26474/1.html

Horst Glameyer
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System Erde

Beitrag von Horst Glameyer » Dienstag 6. November 2007, 20:01

Der Artikel „Der globale Wandel und die Zukunft der Ozeane“ über das „System Erde“ der dänischen Professorin Katherine Richardson ist nicht nur gut verständlich und anschaulich geschrieben, sondern macht auch deutlich, wie scheinbar kleine Eingriffe in dieses System Erde nachhaltige, große Veränderungen in der Luft, auf dem Land und nicht zuletzt in den Meeren verursachen können. Belebte und unbelebte Natur stehen rund um den Erdball miteinander in Wechselwirkung, beeinflussen sich gegenseitig; wobei die Veränderungen in den Meeren wohl die geringste Beachtung finden.

Offenbar leben wir seit einigen Jahrzehnten in einer Zeit, in der stetig wachsender wirtschaftlicher Nutzen und Gewinn vielfach als höchstes, Glücksgefühle auslösendes Lebensziel betrachtet wird. So schätzt man den Menschen in den westlichen und östlichen Industrienationen vor allem als Verbraucher und macht ihn schon in jungen Jahren dank ständiger, oft raffiniert ausgeklügelter Werbemethoden zu einer Art „Konsummastschwein“, sprich: willigem Verbraucher.

Wer sich allerdings mangels Kaufkraft am Kaufrausch nicht beteiligen kann, an dem ist die Wirtschaft ohnehin nicht interessiert, weil sie weder an noch mit ihm etwas verdienen kann. Die Kaufkräftigen dagegen müssten wohl auf sehr viel Liebgewordenes verzichten, um das „System Erde“ für alle erträglich zu erhalten bzw. zu retten. Es ist schwer vorstellbar, dass sich selbst die Einsichtigen unter ihnen dazu entschließen könnten.

Vielleicht ist der moderne oder postmoderne Mensch in der sich über viele Millionen Jahre erstreckenden Evolutionsgeschichte das einzige Lebewesen, das sich infolge seiner gierigen, verständnislosen Eingriffe in das „System Erde“ bald selbst ausrotten wird. :cry:

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Uwe Bartholl
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Beitrag von Uwe Bartholl » Mittwoch 14. November 2007, 10:27

Ich lese mal wieder ein Buch, das den Gang durch die Philosophiegeschichte wagt, Richard David Precht, Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?, Goldmann. Precht nimmt das Erkenntnisstreben und unseren Erkenntnisapparat unter die Lupe und will der Ungewissheit nachgehen, was wir denn überhaupt erkennen können. Und ist das, was wir meinen zu erkennen, dann tatsächlich so bedeutsam, wie wir meinen, dass es bedeutsam sei. Die meiste Zeit der Weltgeschichte lief und läuft wohl ohne uns. Wie auch in diesem Diskussionsabschnitt wieder deutlich wird, scheinen wir die Bedrohung unserer Lebensräume durch unsere Eingriffe in natürliche Systeme zwar zu erkennen, doch bleiben wir unfähig, unser Verhalten wirkungsvoll darauf abzustimmen. Wie Horst es wieder beschreibt, Motor des Handelns bleibt der erkennbare Eigennutz, der zum Untergang führen kann. Unser Erkenntnisapparat scheint unzureichend ausgestattet zu sein.

Klaus Rüger

Neues Buch von Rahmstorf/Richardson

Beitrag von Klaus Rüger » Donnerstag 15. November 2007, 12:37

2007 ist im Fischer Taschenbuchverlag Frankfurt/Main das Buch "Wie bedroht sind die Ozeane" von Stefan Rahmstorf und Katherine Richardson erschienen. Der Kenntnisstand der Ozeanographie wird dort populärwissenschaftlich dargestellt, man kann das Buch als Nachschlagwerk für alle Aspekte des Meereslebens verwenden.
Die Bedrohungen des Klimawandels für die Ozeane werden hier eindringlich geschildert.
Ich habe im Internet eine Kritik bei Deutschlandradio Kultur (Radiofeuilleton) vom 28.8.2007 dazu gefunden !
Zu dem Problem der Überfischung der Meere möchte ich noch auf soziale Effekte hinweisen : So vernichten die riesigen japanischen Trawler vor den afrikanischen Küsten die Existenz der dort lebenden Fischer !!!

Mfg
Klaus

helmutf

BeNutzung der Ozeane.

Beitrag von helmutf » Sonntag 18. November 2007, 12:56

BeNutzung der Ozeane.
Der mensch nimmt für sich in anspruch die ressourcen der ozeane zu nutzen. Dagegen ist im prinzip auch nichts einzuwenden, solange auf nachhaltigkeit geachtet wird. Dies ist jedoch ab der zweiten hälfte des 20.jahrhunderts nicht mehr der fall. Der mensch plündert auch die meere aus und nutz sie vielfältig zur abfallbeseitigung.
Zur zeit wird experimentell von kommerziellen unternehmen geprüft, wie sich die ozeane als CO2-deponien nutzen lassen. So hat ein amerikanisches unternehmen in der nähe der Galapagos-insel damit begonnen grosse mengen eisen in das meer einzubringen. Mit dieser „düngung“ soll das wachstum von algen angeregt werden. Diese wiederum können durch vermehrtes wachstum zusätzlich CO2 aus der luft aufnehmen. Hintergrund dieses ganzen experiments ist die aussicht auf einen lukrativen handel mit CO2-zertifikaten. Der haken bei der ganzen sache: niemand ist heute in der lage die auswirkungen solcher versuche auf die meeresökologie vorher zu sagen.

In einer studie des instituts-GEOMAR der UNI-Kiel wird nachgewiesen, dass bei einem erhöhten CO2-gehalt in der luft z.b phytoplankton über 30% mehr CO2 aufnehmen kann. Gleichzeitig warnen die forscher vor erheblichen risiken. U.a. sei eine versauerung der tiefenwasser verstärkt möglich was zu erheblichen veränderungen der nahrungskette führen könnte.

Grundsätzlich kann man sagen, auch hier steht wieder das gewinnstreben einzelner unternehmen im vordergrund. Der mensch ist wohl doch als egoistisches, selbstsüchtiges wesen programmiert und kann sich nur schwerlich von diesen eigenschaften lösen. Der mensch ist dabei die lebensgrundlagen kommender generationen zu zerstören und es kümmert ihn einen dreck, solange es ihm heute gut geht.

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Abschluss und nächste Runde

Beitrag von Uwe Bartholl » Mittwoch 12. Dezember 2007, 18:32

Danke Helmut für Deine Moderation. Unsere gegenseitige Gedankenausbeute zu diesem Kapitel ist wohl deshalb nicht so ergiebig ausgefallen, weil sich die Argumente und Diskussionsbeiträge zum übergeordneten Thema, Zukunft der Erde, wiederholen. So kommt das Gefühl auf, es ist doch schon alles gesagt. Sicher nicht, aber das Gefühl ist eben da. Wahrscheinlich ist auch eine zeitliche Dimension der jeweiligen Dskussionrunden bei neuen Projekten neu zu überdenken. Doch lasst uns noch einmal unsere Energie bündeln und Manfred Schmitz in der Moderation des nächsten Kapitels, Neue Möglichkeiten für unsere Gesundheit, begleiten. Die Diskussionrunde läuft vom 16.12. - 15.01.2008. Ein gesundes, neues Jahr. Es ist in aller Munde. Lasst uns Möglichkeiten für möglichst viele entdecken.

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