Die 2 Kapitel "Klima" von Latif und Luhmann

Vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.
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Uwe Bartholl
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Die 2 Kapitel "Klima" von Latif und Luhmann

Beitrag von Uwe Bartholl » Montag 17. September 2007, 19:50

Christa Grawert moderiert die beiden Klimaartikel: Latif, Verändert der Mensch das Klima, und Luhmann, Das Grand Design der Klimapolitik. Das sind die Seiten 118 - 158. Es kann also losgehen mit dem Gedankenaustausch zu diesem Thema, dass uns fühlbar nahe ist.
Wir treffen uns im Forum.
Gruß Uwe

Horst Glameyer
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Beitrag von Horst Glameyer » Dienstag 18. September 2007, 11:43

Klimaschutz hin – Klimaschutz her: Der Deutschlandfunk meldete kürzlich, dass vorwiegend chinesische und malaysische Investoren auf Borneo riesige Urwaldflächen roden lassen, um dort Ölpalmen-Plantagen für die Herstellung von „Bio-Diesel“ anlegen zu lassen. Damit wird der Lebensraum vieler, oft unersetzlicher Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Ob das ein wertvoller Beitrag für den Klimaschutz ist? :roll:
Horst

Chris Grawert
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Beitrag von Chris Grawert » Dienstag 18. September 2007, 13:36

Hallo Horst, da hast Du ganz sicher Recht!! :!:
Zu den beiden Beiträgen von Latif und Lumann möchte ich auch fragen, ob nicht das ungehemmte wirtschaftliche Streben nach Profit viele Bemühungen, die Emissionen zu beschränken, zunichte macht. Latif hat in seinem Beitrag ausdrücklich empfohlen, die Wirtschaft in Richtung erneuerbare Energien umzubauen. Chris
Gruß aus Köln Chris

Klaus Rüger

Vorbild Montreal-Konferenz

Beitrag von Klaus Rüger » Donnerstag 20. September 2007, 09:42

Luhmann bringt in seinem Artikel nicht nur pessimistische Tatsachen, sondern erwähnt als Vorbild auch die Klimakonferenz von Montreal , die dazu führte, daß das Ozonloch auf dem besten Weg ist sich wieder zu schließen !
In der Zeitschrift "DIE ZEIT" vom 6.9.07 wird unter "Zeitläufte" im Artikel "In letzter Minute" die Geschichte der Ozonlochbekämpfung rekapituliert.
Im Montrealer Protokoll von 1987 wurden vorbildhaft Maßnahmen festgelegt, wie die fluor- und bromhaltigen Treibhausgase, die hauptsächlich das Ozonloch verursachten, bekämpft werden sollten.
Die reichen Nationen erklärten sich bereit, den ärmeren Ländern mit der Bereitstellung von Technik (Herstellung von Ersatzstoffen für FCKW) zu helfen.
Montreal könnte zum Modellfall für künftige globale Klimaabkommen werden !
Klaus

Roli Huber

ein Angebot

Beitrag von Roli Huber » Freitag 21. September 2007, 14:56

Nächsten Freitag, 28. September, findet wieder ein "Reichenauer Tag zur Bürgergesellschaft" statt.
Der Titel heißt: "Global denken - lokal vernetzt und nachhaltig handeln". Es geht um Regional- und Kommunalentwicklung in Zeiten der Umwelt-, Bildungs- und Sozialstaatsdebatten. Hauptreferent wird Klaus Töpfer sein mit dem Vortrag: "Die nachhaltige Entwicklung von Regionen - Grundlage einer friedlichen Gestaltung der Globalisierung".

Ich werde am obigen Seminar teilnehmen. Wenn Ihr mir Fragen schreibt, und wenn es Gelegenheit dazu gibt, werde ich sie bei dieser Veranstaltung vorbringen.

mit herzlichen Grüssen
Roli

helmutf

Klima / klimapolitik

Beitrag von helmutf » Mittwoch 3. Oktober 2007, 16:34

Zurück von der herbstreise einige gedanken zum thema.

Die frage mit der Mojib Latif seinen artikel überschreibt ist zu bejahen. Durch die intensive nutzung fossiler brennstoffe, der rodung von regenwäldern, der konzentrierten, expansiven tierhaltung usw. trägt der mensch seinen, nicht unerheblichen teil zu einer klimaveränderung / klimaerwärmung und zwar global bei. Eine erwärmung des weltklimas kann zu erheblichen luftmassenverschiebungen führen. In folge werden regional verstärkt wetterextreme auftreten. Hitzewellen und starkregenfälle werden zunehmen. Die meeresspiegel werden ansteigen a) durch ausdehnung des erwärmten wassers, b) durch ein abschmelzen der landeismassen.
Eine drastische senkung des anthropogenen ausstosses von kohlendioxid ist daher dringend erforderlich. Das bemühen der politik kann in dieser beziehung im prinzip als gescheiter angesehen werden. Nach dem sankt florian-prinzip zeigt jeder staat auf den anderen und bezeichnet seine möglichkeiten als nur sehr begrenzt. Wirtschaftsunternehmen verweisen auf ihre globale abhängigkeiten und fordern internationale regelungen zur begrenzung von kohlendioxid. Für nahezu alle entscheidungsträger sind sehr langfristige, hier generationen übergreifende, entscheidungen ungewohntes neuland. In politik und wirtschaft wird im prinzip kurz- oder mittelfristig entschieden. In sachen klima müssen aber entscheidungen getroffen werden, deren wirkung erst in jahrzehnten oder gar jahrhunderten spürbar werden. Denn selbst eine sehr starke reduzierung von kohlendioxid wird sich erst in 50 – 100 jahren bemerkbar machen, da sich dieses klimagas nur sehr langsam abbaut.
Einer weiterer gesichtspunkt ist m.e. zu berücksichtigen: das wirtschaftswachstum der sogen.“tigerstaaten“ und in der dritten welt wird wahrscheinlich eine noch so drastische reduzierung an kohlendioxid der industriestaaten mehr als ausgleichen und zu einem weiteren ansteigen von kohlendioxid in der atmosphäre führen.
Wir werden uns also auf eine kliamaerwärmung mit all ihren auswirkungen und folgen einstellen müssen. Die industriestaaten sind auf grund ihrer finaziellen möglichkeiten in der lage lösungen für diese probleme finden; anders sieht es wahrscheinlich für viele länder der dritten welt aus. Diese sind auf die hilfe von aussen angewiesen will man eine evtl. völkerwanderung verhindern.

Roli Huber

Handlungsmöglichkeiten????

Beitrag von Roli Huber » Donnerstag 4. Oktober 2007, 09:53

In seiner Analyse weist Helmut auch auf die Gefahr der drohenden
Völkerwanderungen hin.

Klaus Töpfer sprach - wie schon gemeldet - letzten Freitag in Hegne bei Konstanz auf einem Seminar.
Er sagt, der weltweite Wettbewerb werde künftig immer mehr zwischen Regionen und nicht mehr zwischen Nationen stattfinden. Dabei ist Umweltqualität ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Er sieht deutliche eine Renaissance der Regionen, auf allen Gebieten:
kulturell, sprachlich, sozial, und im Energiebereich.
Eine Region muß im Zeitalter der Globalisierung den Menschen Geborgenheit sichern und Zuziehenden auch Heimat geben.
Regionale Identität und Toleranz ist gefragt.

Er sagt weiter: "Wenn die Wirtschaftsentwicklung in Indien, China und Afrika nicht erfolgreich sein wird, dann entstehen Wanderungen und wir gehen einer unfriedlichen Zeit entgegen"

Er empfiehlt eine Kreislaufwirtschaft in der Region und vor allem eine dezentrale Energieversorgung. Das ist eine klare Herausforderung zur bestehenden Energieversorgung und Energiepolitik.

Ohne es vermutlich zu wissen, hat er das Konzept einer innovatven Firma bei uns in der Bodenseeregion bestätigt. Dieses Konzept wurde im Jahre 2000 als konkrete Utopie vorgestellt, heute ist es ein kleine schnell wachsende Firma www.solarcomplex.de/

Horst Glameyer
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Verändert der Mensch das Klima?

Beitrag von Horst Glameyer » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:37

Wäre das menschliche Verhalten angesichts der drohenden Klimaveränderung nicht so aberwitzig verstörend, man könnte sich darüber fast schief lachen. Kaum hat man das Kohlendioxid als den gefährlichen Klimaschädling erkannt, packt man nicht länger den „Tiger“, sondern Bio-Diesel in den Tank, holzt Urwälder ab, um nachwachsenden Treibstoff anzubauen und schüttet Brot- und Futtergetreide, Biergerste, Mais und Raps in Europas größte Bio-Raffenerie.

Schon werden für die Zukunft steigende Brot- Bier- und Fleischpreise angekündigt; denn dank der zu erwartenden Verknappung der oben genannten Produkte hat unsere Bio-Mobilität natürlich ihren Preis. Milch und Butter sind schon teurer geworden, weil angeblich immer mehr Chinesen nach unserer Milch verlangen, die wir wahrscheinlich noch mit steuerfreiem Kerosin um den halben Erdball fliegen oder als Milchpulver über die Weltmeere mit Hilfe von zig Tonnen Diesel befördern. Gepriesen sei der weltumspannende freie Warenaustausch dank der wachsenden Globalisierung! Oder wäre es vielleicht umweltbewußter, den Chinesen deutsche Milchkühe zu verkaufen, die sie selbst melken können? Aber wer würde dann noch bei uns daheim an nach China exportierten Milchprodukten verdienen?

Weder Schweine- noch Rinderhälften oder geschlachtete Enten aus deutschen Landen dienten jemals der Linderung von Hungersnöten. Bricht unter diesen riesigen Tieransammlungen, die als „sich selbstbewegende“ (automobile) Produkte und weniger als Lebewesen betrachtet werden, eine Seuche aus, werden sie zu Zigtausenden „gekeult“, d.h. getötet, und man beklagt den finanziellen Schaden. Kürzlich wurde in den Nachrichten gemeldet, dass man gewiss zu Recht als Vorsichtsmaßnahme gegen die Ausbreitung der ansteckenden Vogelgrippe 200 000 Enten tötete, mithin Leben in unvorstellbar hoher Zahl vernichtete. Interessanter Weise scheinen solche Meldungen bloß noch einige Tierschützer zu beunruhigen. Es stellt sich jedoch die Frage, weshalb und wofür züchten und mästen Tierfabriken sogenannte Nutztiere in solchen Mengen, mit denen, wie erwähnt, nicht einmal Hungersnöte gelindert werden? Obendrein scheiden Rinderherden das klimagefährdende Methangas aus.

Es gab eine Zeit, die gar nicht so sehr weit zurückliegt, mancher von uns hat sie vielleicht noch als Kind oder Jugendlicher erlebt, in der man Wagen auf Straßen und Feldwegen sah, die von Pferden gezogen wurden, und zwar ohne klimaschädigenden Kohlendioxidausstoß. Heute werden dagegen Pferde in Wagen (Anhängern) kilometerweit über unsere sorgfältig ausgebauten Straßen bald nur noch mit dem nachwachsenden, doch keineswegs klimafreundlichen Bio-Diesel zu Reitturnieren gefahren. Sind wir vielleicht durch eigenes Verschulden in eine absurde Welt geraten?
Horst

helmutf

Klimaschutz

Beitrag von helmutf » Freitag 5. Oktober 2007, 17:12

Klimaschutz – Einsichten in das Machbare.
Unter diesem titel ist am 15.09.2007 ein artikel der autoren Nico Stehr und Hans von Storch erschienen.
Zu finden unter: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artik ... print.html
interview mit Nico Stehr: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26328/1.html
Lesenwert und sehr zu empfehlen. Sollte jemand diese beiträge nicht runterladen können kann er diesen von mir als pdf-datei per mail erhalten.

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Uwe Bartholl
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Beitrag von Uwe Bartholl » Montag 8. Oktober 2007, 18:48

Zu den Kuriositäten der klimarelevanten Verhaltensweisen der Spezies Mensch war gestern im Weltspiegel der Wäscheleinenstreit in den USA zu bewundern. Wohnsatzungen verbieten das Aufhängen von Wäsche im Freien. Damit das eingehalten wird, werden Polizei und Aufsichtskräfte bemüht. Hängt erst einmal Wäsche an der Leine, dann ist der Abstieg des Quartiers vorprogrammiert und die Immobilienpreise sinken. Klimabewußte US-Bürger nahmen ihren Trockner vom Netz und ließen frische Luft und Sonne die Arbeit des Trocknens verrichten. Eine Frau wurde mit ihrem Frischlufttrocknen in ihre Garage mit offenem Garagentor zurückgedrängt. Auch das war nicht genug. Das Tor mußte ebenfalls geschlossen werden. allerdings nur, wenn da Wäsche trocknet. Sie kämpft jedoch weiter gegen diesen Irrsinn wie auch andere, deren Aktionen im Beitrag gezeigt wurden.

Horst Glameyer
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Beitrag von Horst Glameyer » Freitag 12. Oktober 2007, 12:15

Lieber Uwe,
zu den von Dir erwähnten kuriosen Verhaltensweisen des Menschen fällt mir nur der treffende Satz ein, den der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer dem Humanisten und streitbaren Publizisten Ulrich Reichsritter von Hutten (1488 – 1523) in seinem Gedichtzyklus „Huttens letzte Tage“ in den Mund legt:

„Das heißt: ich bin kein ausgeklügelt Buch/
Ich bin ein Mensch in seinem Widerspruch.“

Daran wird sich wohl auch in Zukunft kaum etwas ändern.

Chris Grawert
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Klimawandel unaufhaltsam

Beitrag von Chris Grawert » Donnerstag 1. November 2007, 13:26

Bemerkungen zu Mojib Latif und Hans-Jochen Luhmann

Es ist für mich offensichtlich, dass die Beiträge von Latif und Luhmann „offene Türen eingerannt“ haben. Meiner Meinung nach wird die Mehrzahl der Menschen durch solche Publikationen leider nicht erreicht. Und das, obwohl in den Zeitungen und Zeitschriften immer öfter das Thema angesprochen wird.

In den Diskussionsbeiträgen wurden die Interessen der Wirtschaft angesprochen und als Unterpunkt der Irrweg, Biodiesel lauthals anzupreisen. Wissenschaftler hatten zunehmend vor der Förderung gewarnt. Biosprit sei eine der teuersten und ineffektivsten Methoden, um Klimaschutz zu betreiben, verlautete aus dem Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) (FR v. 11. Okt. 07). Wegen eines ganz anderen Gesichtspunktes hatte der UN-Sonderberichterstatter zum diesjährigen Welternährungstag gemahnt, die Erzeugung von Biosprit auszusetzen: Es drohe der „Wettlauf um Getreide zwischen 800 Millionen Autobesitzern und den zwei Milliarden ärmsten Menschen der Welt“ (FR v. 16. Okt. 07).

Skeptisch bin ich hingegen, ob sich die Konferenz von Montreal 1987 als Modell zum Klimaschutz eignen könnte. Leider wurde festgestellt, dass der Kohlendioxid-Ausstoß, entgegen den Absichten der Reduzierung, weiter zugenommen hat und weiter zunimmt. Und, wie auch in der Diskussion hingewiesen wurde, sollten die Schwellenländer, wie Indien und China, in die Pflicht genommen werden, Klimaschutzmaßnahmen überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Dennoch, so meine Meinung, gibt es Anlass zur Hoffnung. Das zeigt die Verleihung des Friedensnobelpreises an den unermüdlichen „Klimaaktivisten“ Al Gore. Oder wie es zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2007 hieß: „Klimaschutz heißt Handeln und Reden.“
Chris
1. November 2007
Gruß aus Köln Chris

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