Joachim Radkau: Wendezeiten der Umweltgeschichte

Vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.
Benutzeravatar
Uwe Bartholl
Beiträge: 53
Registriert: Mittwoch 16. März 2005, 21:51
Wohnort: 21684 Stade

Beitrag von Uwe Bartholl » Dienstag 28. August 2007, 19:29

Bewußtseinsevolution - ja, ich möchte damit leben. Doch was veranlasst zu der Hoffnung, dass sich das menschliche Bewußtsein in die Richtung "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" hin entwickelt, und das auf dem ganzen Planeten in rasanter Geschwindigkeit, um zu retten, was zu retten ist. Das Klimaszenario der Jetztzeit mit allen Erscheinungen zeigt so unmissverständlich, dass unverzüglich bei unserer umweltlichen Ressourcenverschwendung auf die Bremsen zu treten ist. Die Not wird unser Lehrmeister werden, wenn nicht die Vernunft schon jetzt greift. Evolutionsprozesse dauern etwas länger.

Helmut K.

Beitrag von Helmut K. » Mittwoch 29. August 2007, 12:53

Es ist sicherlich nicht möglich, Prognosen über Bewusstseinsprozesse zu machen. Aber es gibt doch Indizien, wie schnell sich so was im öffentlichen Raum entfalten und durchsetzen kann. Vor 50 Jahren war Ökologie noch ein Insider-Begriff, gab es noch keine politische Partei, die damit Politik machte. Heute hat selbst im Bush-Land der politische Wind gedreht, was Klimapolitik angeht, und das in wenigen Jahren. Und Klima ist in unserer deutschen Regierung inzwischen unüberhörbar Chefsache. China fühlt sich bemüßigt, gewaltige Öko-Anstrengungen zu machen im Blick auf Olympia. Natürlich: Zwischen den Sprechblasen der Politiker und dem politischen Tun gibt es enorme "Zwischenräume". Aber sehen wir doch auch, dass die öffentliche Meinung (der Nachdenklichen und Klugen) zumindest das politische Reden heutzutage wie selten zuvor beeinflusst. Und ich denke, dass eine solche Meinungsbildung beim Einzelnen sich eben stets "von innen nach außen" vollzieht. Natürlich sind (menschliche) Katastrophen genau so gut möglich und eher wahrscheinlich - ob's dem Universum egal ist, dass wir unsere Lebensräume selbst zerstören, dazu mag ich hier nichts schreiben - aber dass ein Umdenken in grösserer Zahl (so ab 10 % der Bevölkerung) auch zu einer Umorientierung im Reden und individuellen und politischen Handeln führen kann (s.o. die Beispiele) scheint mir schon plausibel. Angst und das Gefühl der Hilflosigkeit sind da, so meine ich, schlechte Ratgeber.

RenateBowen
Beiträge: 21
Registriert: Donnerstag 23. Juni 2005, 15:26

Beitrag von RenateBowen » Donnerstag 13. September 2007, 19:05

Die periodische Einteilung in Wendezeiten der Umweltgeschichte durch Prof. Radkau hat mir den langwierigen Prozess, diese Entwicklung des Menschen von einem Leben mit der Natur bis zu unserem heutigen Fehlverhalten, eindrucksvoll vermittelt. Er verweist in einem Rückblick auf eine kollektive Mentalität bis zum Nachlassen des Wunsches mit den Nachbarn zu teilen bis „jeder Haushalt eine Insel wurde.“ Bei dieser Vorstellung eines Haushaltes als Insel verband sich bei mir das heutige Bild von einem einzelnen Menschen anstatt von Familien auf diesen Inseln. Es erscheint wie eine logische Entwicklung. In Europa fehlt der Wunsch nach Kindern, der gleichzeitig die Nachhaltigkeit mehr in den Mittelpunkt des Denkens stellen würde. Ich sehe auch, das ist ein Blick auf unsere Welt hier und nicht auf unser globales Dorf, für das wir uns verantwortlich fühlen müssen.

Ich vermute, dass gerade Jugendliche zukünftig für das Leitbild der Nachhaltigkeit zu begeistern sind. Die Handlungsoptionen müssen der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und die Politik muss für die Durchsetzung werben. Hierfür müsste mehr getan werden. Die Herausgabe solcher Bücher wie „Die Zukunft der Erde“ ist in meinen Augen ein großer Beitrag, um uns die Zusammenhänge der Klimakatastrophe näher zu bringen.
Renate

Helmut K.

Beitrag von Helmut K. » Montag 17. September 2007, 15:44

Meine eingangs gestellte Frage, ob es überhaupt Sinn mache, über die gelehrten Buchtexte von Experten zu diskutieren, kann ich nach dieser Sommer-Fragerunde nur positiv beantworten: Die Beiträge der (wenigen) TeilnehmerInnen gaben mir eine Reihe wichtiger Denkanstöße und wertvolle neue Perspektiven - danke :D
So wie die Vorträge natürlich auch.
Also lasst uns jetzt energisch nach der Ferienzeit das in jeder Hinsicht heiße Thema von Christa mit Spass und viel Neugier auf neue Einsichten zu debattieren beginnen!

Gesperrt