Widerstände und Lösungen für einen Wechsel

Vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.
Dietmann-Beckert

Beitrag von Dietmann-Beckert » Dienstag 17. Juli 2007, 22:28

Ich bin nicht sicher, dass Weizsäcker mit "Remanufactoring" diese "Strategie zur Prüfung der Fehlerdiagnose von mechatronischen Systemen" meint wenn er davon spricht, dass damit Schreddern und bloße Stoffrückführung ersetzt werden soll? Mir scheint, dass es zu diesem Begriff Unterschiedliches gemeint sein kann.
Ich habe gerade im Fernsehen (ZDF) den Bericht über den Strommarkt gesehen. So beklagenswert es ist, dass auf Kosten der kleinen Verbraucher große Gewinne gemacht werden. Da kommt mir ein absurder Gedanke: Tragen die damit vielleicht beim Klimaschutz bei, weil die Verbraucher noch kräftiger sparen werden, also weniger Strom verbrauchen??
Und was meint Ihr zu seinem Vorschlag, dass der Staat in bestimmten Fällen korrigieren darf und das dann nicht als "marktverzerrenden Staatseingriff" verunglimpft wird?

Erna
Beiträge: 878
Registriert: Freitag 1. April 2005, 10:47

Beitrag von Erna » Mittwoch 18. Juli 2007, 17:57

In diesem kurzen Artikel war eine Erklärung des Remanufacturing, daher wählte ich ihn aus. Auf diesem Gebiet wird auf jeden Fall viel gearbeitet, denn es gibt bereits an mehreren Universitäten Lehrstühle dazu.
Erna

Roli Huber

Wo ist die Diskussion über konkrete Schritte?

Beitrag von Roli Huber » Montag 23. Juli 2007, 18:58

Es gibt unzählige gute Analysen über die sozialen, ökologischen und politischen Probleme der Menschheit. Wir finden aber fast nichts Konkretes über die Frage, was zu tun ist.
Ein großer Teil der Bürger meint, man müsse es den Fachleuten überlassen. Und die neoliberalen Fürsprecher behaupten, die Wirtschaft sei eine Art Naturgesetz.
So weit ich es gelesen und gehört habe, trauen die meisten Kritiker eine Lösung der Weltprobleme nur den Zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen zu. Auch Weizsäcker gehört dazu.
Weizsäcker hat am Ende seines Vortrages Alleanzen zwischen Demokraten innerhalb und außerhalb des Parlaments vorgeschlagen.
Ah, übrigens, wie beurteilt Ihr die Entscheidung "Stuttgart 21"?
Ist der unterirdische Superbahnhof eine ökologische Entscheidung im Sinne der Ressourcenproduktivität?
Oder wie steht es mit dem geplanten Börsengang der Bahn?
Mit solchen Entscheidungen werden die Weichen gestellt, wo die Fahrt hingeht.

Dietmann-Beckert

Beitrag von Dietmann-Beckert » Montag 23. Juli 2007, 22:16

Zum Börsengang der Bahn möchte ich auch Eure Meinung hören. Vor allem was die Trennung dews Schienennetzes betrifft. Es gibt dazu so unterschiedliche Meinungen. Un was verspricht man sich eigentlich vom Börsengang?

Mark
Beiträge: 8
Registriert: Mittwoch 21. Februar 2007, 17:42
Wohnort: Lübeck

tätig werden im Sinne Weizäckers

Beitrag von Mark » Mittwoch 25. Juli 2007, 13:03

Mir gefällt die Argumentation von Ernst U.v.Weizäcker sehr gut: klar, zielstrebig, kurz und bündig. Dass er keine Vorschläge zur Besserung der so hoffnungslos scheinenden Lage macht, ist nicht richtig. In den letzten Absätzen sagt er eindeutig, was getan werden kann und deshalb getan werden muss: zivilgesellschaftliche Organisationen (und gehört da nicht auch Vile dazu?) müssen durch „naming an shaming“ Firmen und auch Staaten in Bedrängnis bringen und sollten Allianzen mit Demokraten im Parlament und anderswo zum Zwecke des Bewußseinswandels schließen. Ist das nicht zum Teil in den USA schon passiert? Weizäckers Beitrag ist von Mai 2005. Inzwischen scheint mir der von ihm geforderte Bewusst- seinswandel dort endlich einzusetzen.

Noch ein Wort zu seinem Satz „muss das Bewusstsein der Ökonomen dafür geschärft werden, dass Preise, die wegen Subventionen oder wegen Vernachlässigung der externen Kosten ‚falsch’ sind, staatlich korrigiert werden dürfen, dass man diese Korrektur nicht … verunglimpft“. Hier müsste richtig eigentlich stehen WIEDER geschärft werden. Wir haben in den 60er Jahren im Ökonomiestudium noch eingeschärft bekommen, dass es externe, also nicht privatwirtschaftliche Kosten und Nutzen gibt, die auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfen. Der Verkauf von Stadtwald, die Privatisierung von öffentlichen Verkehrsmitteln u.ä. gesamtgesellschaft- lich nicht rentabel sind.

Roli Huber

"und gehört da ViLe nicht auch dazu?"

Beitrag von Roli Huber » Freitag 27. Juli 2007, 16:25

Mark hat den Nagel auf den Kopf getroffen, er hat die beiden Hebel genannt, die zur Verfügung stehen.
Ganz viele scheinbar wirtschaftliche Argumentationen sind falsch, weil sie nur auf betriebswirtschaftlicher Ebene stimmen, weil sie nur auf den kurzfristigen Profit ausgerichtet sind. Wenn wir dieselbe Fragestellung volkswirtschaftlich betrachten, - auf nationale und und zunehmend auch auf globaler Ebene - und dabei die gesellschaftlichen Kosten und Nutzen mitberücksichtigen, dann fallen diese Argumentationen wie ein Kartenhaus zusammen. Oft werden die geheimen Subventionen, die gesellschaftlichen Kosten und Risiken noch verschleiert. Mit dem Atommüll, Verlust des Regenwaldes, Artensterben usw. ...versauen wir den künftigen Generationen ihre Lebensgrundlagen.

Der andere Hebel sind die Allianzen zwischen Demokraten, in und außerhalb des Parlamentes. Weizsäcker hat z.B. schon vor Jahren den SPD-Ortsvereinen empfohlen, Bündnisse mit Initiativen wie Attac, BUND, usw. zu schließen. (mit wenig Erfolg!)

Wir reden in Deutschland immer noch um den heißen Brei rum. Anthony Giddens hat bereits 1999 die Demokratisierung der Demokratie gefordert. (Taschenbuch "Entfesselte Welt" Suhrkamp).
Wir müssen unser Grundgesetz und die Landesverfassungen z.B. in Baden-Württemberg ernst nehmen. Dann wird es selbstverständlich, dass auch bürgerliche Gruppen Gesetzesvorschläge machen können und dass wichtige Gesetze vom Volk gebilligt werden müssen. In diesem Zusammenhang ist das Gerede von Bürgerlichem Engagement und Teilhabe Vernebelungstaktik der Mächtigen. Mit mehr Demokratie bekämen wir auch kein gesellschaftliches Paradies; aber der rücksichtslose Umgang mit Menschen und Natur würde um ein Vielfaches schwieriger.

Und zum Schluß möchte ich nochmals die Formulierung von Mark hervorheben:
"Zivilgesellschaftliche Organisationen müssen durch „naming an shaming“ Firmen und auch Staaten in Bedrängnis bringen"

" und gehört da nicht auch Vile dazu?"

Diese Frage möchte ich gern der Mitgliederversammlung und dem Vorstand auf dem Silbertablett weiterreichen.

Roli Huber

passend zu unserer Diskussion

Beitrag von Roli Huber » Samstag 28. Juli 2007, 07:58

Global Marshallplan strebt einen weltweiten Konsultationsprozess an, macht im September eine Konferenz in Istanbul und lädt mit folgenden Worten ein:

"Die Bürgerschaft muss die kollektive Intelligenz bündeln zu einem globalen Bewusstsein - die wohl einzige Überlebenschance der Menschheit. Heute engagieren sich NICHT-Regierungsorganisationen für verschiedene Einzelthemen
und jeder kämpft für sich. Was wir dringend brauchen ist eine Weltzivilgesellschaft, die eine gemeinsame Vision verfolgt und ihre Kräfte bündelt."

http://content.globalmarshallplan.org/S ... asp?ID=407

zur Präsentations des Konsultationsprozesses folgendes pdf

http://files.globalmarshallplan.org/07/ico_707.pdf

Klaus Rüger

Zum Börsengang der Bahn

Beitrag von Klaus Rüger » Sonntag 29. Juli 2007, 11:02

Was uns unter anderem nach dem Börsengang der Bahn erwartet ,zeigte kürzlich der ZDF-Länderspiegel: Verwahrloste Bahnhöfe und Nullservice auf Strecken , wo kein ICE rast !!
Ich bin zu DDR-Zeit über Ilmenau nach Thüringen gefahren, so vergammelt war der dortige Bahnhof nicht wie er heute anzusehen ist !
Von Herrn Tiefensee haben wir Bürger der neuen Länder nichts zu erwarten , außer überflüssige Reden und Zitate .
Klaus

helmutf

Politikverdrossenheit

Beitrag von helmutf » Sonntag 29. Juli 2007, 11:35

Aus den letzten beiträgen spricht eine gewisse politikverdrossenheit, der ich mich anschliessen kann.
Wir gehen zwar alle zur wahl, wählen politiker und parteien denen wir glauben vertrauen zu können, sind aber im prinzip mit ihrer arbeit nicht unbedingt einverstanden.
Es entsteht der eindruck, nicht mehr das land und seine menschen stehen im mittelpunkt allen handelns und der zu treffenden entscheiden sondern die überlegungen was ist gut für meine partei und wie muss ich mich verhalten um wiedergewählt zu werden.
Der einfluss von aussen auf die politik durch organisationen und lobbyisten ist unübersehbar und nicht immer zum nutzen der allgemeinheit.
Was bleibt zu tun? Ziviler ungehorsam? Eine gewisse hilflosigkeit macht sich in mir jedenfalls bemerkbar.
Ich hoffe dieser beitrag ist nicht zu polemisch geraten.

Dietmann-Beckert

Beitrag von Dietmann-Beckert » Sonntag 29. Juli 2007, 23:18

Zur Politikverdrossenheit
Ich verstehe die Polemik. Mich ärgert vor allem, häufig für die eigene Unfähigkeit damit entschuldigt wird, dass man von Jeweiligen Koalitionspartnern gehemmt werde. Aber ich gehe auch trotzdem zur Wahl.

Dietmann-Beckert

Beitrag von Dietmann-Beckert » Dienstag 31. Juli 2007, 17:28

Hallo, liebe Freunde und Mitdiskutanten, heute endet meine Moderation. Ich danke allen, die sich beteiligt haben. Das Problem der Klimaveränderung bleibt weiterhin aktuell. Ich werde das Thema weiterhin in den Medien verfolgen. Als Energiesparmaßnahme beteilige ich mich an der Hausisolierung. Ob damit der Fqaktor-Vier erreicht wird weiß ich allerdings nicht. Ciao evtl. in Leck Erdmute

Gesperrt