Die unsichere Zukunft der menschlichen Ernährung

Vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.
Horst Glameyer
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Landreformen und Entwicklungsprojekte

Beitrag von Horst Glameyer » Dienstag 29. Mai 2007, 20:41

Vermutlich spielt Erna auf die Probleme in Simbabwe an. Selbst gute Kenntnisse in Ackerbau und Viehzucht sowie etwas Startkapital reichen häufig nicht aus, um einige Hektar Land allein oder genossenschaftlich in einer Dorfgemeinschaft zu bewirtschaften. Bis zur Ernte müssen die ehemals Landlosen und ihre Familien von etwas leben. Folglich sind sie gezwungen, Saatgut, Futter- und Lebensmittel bis zur Ernte, nicht zuletzt wegen der fehlenden Infrastruktur, bei dem Großgrundbesitzer zu kaufen, von dem sie ihre Äcker und Weiden gepachtet oder erworben haben. Damit geraten sie zumindest vorübergehend in seine Abhängigkeit.

Gehören ihnen Grund und Boden sowie ihr Arbeitsgerät (landwirtschaftliche Maschinen) dank der Spenden westlicher Hilfsorganisationen, so werden sie spätestens nach der ersten Missernte die Maschinen und ihr Land verpfänden müssen, um zu überleben. Ob sie alles nach der übernächsten Ernte einlösen können, bleibt fraglich; denn nicht sie, sondern die Händler, der Markt oder wer auch immer bestimmen nach Angebot und Nachfrage die Preise für ihre Erzeugnisse. Was oft mit gutem Willen, großer Hilfsbereitschaft und viel Arbeit begonnen wurde, endet dennoch in einem Teufelskreis, der in die Armut zurückführt.

Es gibt keine einfachen Lösungen, sondern alle derartigen Projekte müssen sowohl finanziell als auch von erfahrenen Entwicklungshelfern langfristig begleitet und unterstützt werden, wenn sie von Dauer sein sollen. In jedem Land sind die Verhältnisse anders. Nicht selten werden solche Projekte von Großgrundbesitzern als unliebsame Konkurrenz betrachtet, gegen die sogar gewaltsam vorgegangen wird. Nicht überall können sich die Kleinbauern und Dorfgemeinschaften dann auf den Schutz der mitunter weit entfernten Staatsorgane verlassen.
Horst

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Uwe Bartholl
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Beitrag von Uwe Bartholl » Dienstag 5. Juni 2007, 20:11

Was zu erkennen ist - und für keinen von uns sicher neu - ist, es gibt die einfachen Antworten nicht. Mehrfach wird darauf verwiesen, dass einfach die umfassende Kenntnis fehlt, die richtige Richtung zu erkennen. Mir geht es so, dass dieser Artikel und die Diskussion mich sehr viel aufmerksamer machen, die Problematik auch auf mein Verhalten zu beziehen. Die alternativen Wege, ohne grüne Gentechnik Ernährung zu sichern, werden ja ebenfalls aufgezeigt. Doch das setzt Verhaltensänderung beim Menschen voraus. Meine Kardinalfrage bleibt: Was bringt den neuen Menschen hervor?

helmutf

neuer mensch.

Beitrag von helmutf » Montag 11. Juni 2007, 13:35

Hallo Uwe,
was bitte ist ein neuer mensch? Brauchen wir "den neuen" menschen? Wir müssen im prinzip alle etwas von unserem anspruchsdenken herrunter um diese erde so zu erhalten, dass sie auch für unsere ur- und ururenkel noch lebenswert ist.

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Uwe Bartholl
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Beitrag von Uwe Bartholl » Samstag 16. Juni 2007, 12:49

Ja, Helmut, dass sehe ich auch so. Doch alle Erfahrungen lassen nicht erkennen, dass die Menschheit wirkungsvoll das gemeinsame Leben auf der einen Erde auch gemeinsam verantwortet. Ich sehe keinen Erfolg durch die Erkenntnis, wir müssen eben alle dies oder das tun, mittragen ...
Das hindert mich jedoch nicht daran, mein Tun und Handeln auf gesellschaftliche Verträglichkeit hin zu bedenken. Was dabei dann herausdkommt, ist leider auch nicht das, was ich eigentlich könnte. Es ist diese Schwachheit, die überall im Wege steht. Das steht dahinter, wenn ich vom "neuen Menschen" spreche. Übrigens aus christlicher Sicht ist mir das Christuswort sehr gegenwärtig: "Siehe, ich mache alles neu".

Mit diesem letzten Beitrag verabschiede ich mich gleichzeitig aus der Moderation dieses Kapitels. Danke für das gedankliche Miteinander. Das Staffelholz übergebe ich an Erdmute, die am 17.06. die Diskussion des neuen Kapitels moderiert.

Liane Rohn

Bienensterben

Beitrag von Liane Rohn » Montag 18. Juni 2007, 20:02

Nur eine kurze Bemerkung zum Bienensterben in Amerika. Ich wohne im Haus eines prof. Imkers, der mir versicherte, dies sei kein besonderes Phänomen, geschähe schon früher. Eine Imkerin aus dem Schwarzwald äußerte sich im SWF ähnlich.
Liane

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