Protokolle des Literaturkreises Mitte

Hier diskutieren wir über belletristische Bücher.
ihahn
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von ihahn » Dienstag 6. Dezember 2016, 18:45

Protokoll des Treffens des Literaturkreises „Gemeinsam Lesen“
am 2.12.2016 bei Hildegard, Bad Homburg Kurstift
Unsere Lektüre: „Der Stift und das Papier“ von Hanns-Josef Ortheil.
Teilnehmende: Annelie, Annemarie, Brigitte, Hildegard, Inge, Sigrid und Renate
•Als erstes teilte uns Brigitte ihren Entschluss mit, aus dem Vorstand von ViLE auszusteigen. Dies wurde zwar allgemein bedauert - aber auch verstanden.
•Brigitte berichtet von einem Vorschlag an den Vorstand von ViLE, ein neues Leseprojekt im Sachbuchbereich zu starten. Markus informiert, dass von der Stiftung Forum für Verantwortung ein neuer Sammelband herausgegeben wird über „Mut zur Nachhaltigkeit“.
•Diese Stiftung widmet sich auf wissenschaftlicher Basis Grundfragen des Lebens und großen gesellschaftlichen Herausforderungen. In ihrem Auftrag stellen international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den aktuellen Forschungsstand allgemein verständlich dar und zeigen Handlungsoptionen auf. Seit 2004 tritt das Thema Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus der Stiftungsaktivitäten. Gemeinsam mit der ASKO EUROPA-Stiftung und der Europäischen Akademie Otzenhausen rief die Stiftung Forum für Verantwortung 2006 die Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ ins Leben.“ (vergl. Homepage Klaus Wiegandt)
•Brigitte schlug der Gruppe vor, diesen Sammelband als nächste Lektüre zu wählen und erhielt unsere Zustimmung.
Interview mit Klaus Wiegandt (Vorsitzender der Stiftung Forum für Verantwortung) findet Ihr: :https://www.youtube.com/watch?v=gWoYZ-3eHk8
•Bei Problemen mit PC haben wir als ViLE-Mitglied das Angebot von HelmutF (mail vom 5.11.16) und das Angebot von Levato (HelmutF mail vom 30.11.16) erhalten.
Vielen Dank für dieses „Weihnachtsgeschenk“.
•Der Notruf des Teams vom Lerncafé hat uns erreicht ………
•Brigitte bedauert die geringe Beteiligung der Lesegruppe im Forum.
Sie trägt die Beiträge vor und es entsteht wieder eine interessante Diskussion über unseren Lesestoff:
Unklar ist für alle, dass H-J O. als Kind sprechen konnte und es dann wieder verlernt hat durch die sprachlose Umgebung. Brigitte meinte, dass der Junge unter einem Trauma litt und alles tat, damit es der Mutter gut geht. Er hat sich wohl total mit seiner Wahrnehmung auf ihre Befindlichkeit konzentriert und sich nicht mehr selbst wahrgenommen. Erst als der Junge von der Mutter völlig getrennt wurde, konnte er auch sich und seine Bedürfnisse wahrnehmen, die der Vater mit bemerkenswerter Einfühlung und großem Ideenreichtum und Geschick wieder „entwickelte“. Das Schreiben ist für den Jungen ein Festhalten seiner Beobachtungen und Gedanken und er verfügt dadurch über einen chronologisch gegliederten Bestand seiner Erlebnisse und Erfahrungen. Diese helfen ihm, den Zusammenhang seiner Lebensphasen erklären und einordnen zu können. Durch das Schreiben hält er „Zwiesprache“ mit sich selbst, da ihm der sprachliche Austausch mit seinen Altersgenossen eher schwerfällt.
•Es lagen noch einige Buchvorschläge vor:
Mankell „Die schwedischen Gummistiefel“ Klaus Modick „Konzert ohne Dichter“.
Wir haben aber nun zuerst vor, mit „Mut zur Nachhaltigkeit“ (s.o.) uns in das Thema „Klimaschutz“ einzuarbeiten.
Wir bedanken uns nochmals herzlich bei unserer Gastgeberin Hildegard für die köstliche Bewirtung und den schönen Rahmen.
Unseren Lesefreundinnen Erna, Angelika und Karin wünschen wir ebenfalls eine entspannte und frohe Adventszeit und alles Gute für das neue Jahr 2017.
Der nächste Termin zum Treffen wurde auf den 20.1.2017 festgelegt. Eine Einladung erfolgt noch (mit Ortsangabe).
3.12.2016 Protokoll Inge Hahn

ihahn
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von ihahn » Sonntag 22. Januar 2017, 15:17

Protokoll des Treffens des Literaturkreises „Gemeinsam Lesen“
am 20.1.2017 bei Inge in Oberursel

Teilnehmende: Angelika, Annelie, Annemarie, Brigitte, Inge, Bernd
Neue Lektüre: Mut zur Nachhaltigkeit – Forum für Verantwortung – Klaus Wiegandt (Hg.)
12 Wege in die Zukunft
Wir haben uns beim letzten Treffen am 3.2.2016 für den Vorschlag von Markus (Schreiben von ViLE v. 14.11.2016) entschieden und wollen o.a. Sachbuch „Mut zur Nachhaltigkeit“ gemeinsam lesen und erarbeiten.
Brigitte hatte einen Vorschlag für unsere Gruppe ausgearbeitet und schriftlich vorgelegt. Danach wird der Stoff in 6 Themenbereiche aufgeteilt, für die wir jeweils festgelegt haben, wer dieses Thema ausarbeitet und auch einen Bericht in das Forum stellt:
Thema 1 (Konsum): Diskussion darüber gegen Ende April von allen Mitgliedern
Thema 2 (Ressourcenverbrauch und Energie): Brigitte und Erna
Thema 3 (Klimaschutz): Inge und Bernd
Treffen der Frankfurter Gruppe am 17.2.: Bilanz der Ergebnisse
Thema 4 (Wasser, Ernährung und Bevölkerung): Annelie und Annemarie
Treffen der Frankfurter Gruppe am 17.3.: Bilanz der Ergebnisse
Thema 5 (Wirtschaft und neue Weltordnung): Brigitte
Thema 6 (Thema mehr Demokratie wagen): Angelika
Treffen der Frankfurter Gruppe nach Ostern und Bilanz. - Danach Vorschlag einer neuen Lektüre.
Brigitte berichtete von ihren ersten Kontakten mit dem Thema Umweltschutz aus den 1970er Jahren und einem Seminar in Otzenhausen und legte uns Bücher aus dieser Zeit vor. Wir alle können uns noch an die Diskussionen in dieser Zeit mit Ölkrise, Erderwärmung, Waldsterben usw. erinnern und müssen feststellen, dass zwar einiges getan wurde, aber die Gefährdung unserer Lebensbedingungen auf diesem Planeten zunehmend fortschreitet.
Wir fragten uns, warum das Wissen um diese Gefahren keine Veränderungen bewirkt.
Bildung ist wichtig! Es entwickelte sich eine längere Diskussion, was ist Bildung?

Einige Gedanken :
Bildung: Erziehung zum Überleben - Formen zu einer Persönlichkeit, die Verantwortung übernehmen kann – ein Prozess der ständigen Anpassung an die Situationen – usw.
Annelie führte Beispiele von J.W. v.Goethe an.
Alte Kulturen schätzten die „Mutter Erde“ und gingen achtsam mit ihr um.
Wir haben heute Forschungsergebnisse und Erkenntnisse über die Gefahren und alle schauen zu...
Das Gespräch hat uns wohl alle sehr nachdenklich gemacht.
Weitere Info zu finden:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bildung
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 29316.html
Die Mitglieder unserer Gruppe, die nicht anwesend waren, mögen sich ein Thema auswählen und sich bei den bereits Eingetragenen melden.
Der Vorschlag, eine extra Rubrik im Forum mit der Überschrift „Sachbuch“ zu eröffnen, wird von Brigitte weitergeleitet.
Wir wünschen allen eine gesunde Zeit bis zum nächsten Treffen und
grüßen alle unsere liebe Erna und Hildegard und wünschen Ihnen baldige Genesung.
21.1.2017 Protokoll Inge Hahn

ihahn
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Protokolle des Literaturkreises Mitte vom 20.2.2017

Beitrag von ihahn » Montag 20. Februar 2017, 12:22

Protokoll des Treffens des Literaturkreises „Gemeinsam Lesen“
am 17.2.2017 15.00 – 17.30 Uhr bei Inge in Oberursel
Teilnehmende: Annelie, Annemarie, Brigitte, Heidi, Inge, Renate
Unsere Lektüre: Mut zur Nachhaltigkeit – Forum für Verantwortung – Klaus Wiegandt (Hg.)
Diskussion der Themen Klimawandel und Zustand der Ozeane:
Im Forum waren die Berichte rechtzeitig eingestellt:
über den Ressourcenverbrauch und neue Energiekonzepte von Brigitte und Erna
und über den Klimawandel und den Zustand der Ozeane von Inge.
„Mit den zentralen Fragen: Was ist das Klimasystem? Welches sind die Ursachen des Klimawandels? Wie beeinflussen sich Klima und Meere? Was können Wirtschaft und Gesellschaft tun? – beschäftigt sich das Kapitel „Klima und Ozeane“. Von außen – die Erde aus dem Weltall betrachtend – nach innen – in die Tiefen der Meere wandernd – wird das komplexe System des Klimas und der Ozeane vorgestellt. Die beeinflussenden Faktoren, die Wechselwirkungen zwischen dem Klima und den menschlichen Aktivitäten werden erforscht und beschrieben und die Folgen diskutiert.“
Wir haben viele Informationen erhalten, sie werden immer bedrohlicher. Es wird geforscht, Projekte werden finanziert und die Zeit läuft davon. Wir sind in unserer Gruppe sehr nachdenklich geworden und auch hilflos - was können wir tun?
Diese Entwicklung geht uns alle an, wir haben festgestellt, dass wir persönlich bereits energie- und ressourcenschonende Verhaltensweisen praktizieren, soweit das möglich ist. Wir unterliegen aber auch einem gewissen gesellschaftlichen Zwang zum Verbrauch und Konsum von Gütern, die unsere Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft versinnbildlichen. Es ist sehr schwer, sich diesem Zwang zu entziehen.
Brigitte hat auf zusätzliches Material hingewiesen, das im Internet kostenlos herunterzuladen ist: http://www.forum-fuer-verantwortung.de/publikation
Wir grüßen alle, die nicht anwesend waren und wünschen uns Lichtblicke und Aktivitäten für eine Erholung unseres Planeten.
Unser nächster Termin wurde auf den 7. April 2017 festgelegt und wird voraussichtlich wieder im Mittelweg sein. Eine Einladung erfolgt noch.
19.2.2017 Protokoll Inge Hahn

Brigitte Höfer
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von Brigitte Höfer » Freitag 21. Juli 2017, 21:29

Protokoll des Treffens des Literaturkreises „Gemeinsam Lesen“
am 7.4. 2017 15.00 – 17.30 Uhr bei Erna in Kursana-Villa Frankfurt

Teilnehmende: Angelika, Annelie, Annemarie, Brigitte, Erna, Inge, Renate
Unsere Lektüre: Mut zur Nachhaltigkeit – Forum für Verantwortung– Klaus Wiegandt (Hg.)
Diskussion der Themen: Kapitel 5, 6 und 7, Seite 147 bis 271: Migration, Ernährung und Wasser- und Nachhaltigkeit.
Die Berichte von Annemarie und Renate hatten wir rechtzeitig zugestellt bekommen.
Annemarie berichtet von der wissenschaftlichen Ansicht, dass die Ernährung unserer Weltbevölkerung (7,5 Mil.) möglich sei, durch die Weitergabe von Erfahrungen und Wissen, durch Frühwarnsysteme der klimatischen Einflüsse, durch bessere Verteilung der Produkte, durch Resistenzzüchtung (Genmanipulation) durch bessere Ressourcennutzung und Veränderung der Nahrungsmittel (Insekten) und Essgewohnheiten. Dies setze allerdings eine fachliche Ausbildung, eine soziale und technologische Infrastruktur, Eigentumsrechte, einen besseren Status der Frauen und politische Stabilität und faire Bezahlung der Lebensmittel überall voraus.
Renate berichtet von ihrer starken Betroffenheit bei der Lektüre ihres Artikels, der bewirkt, dass sie sich einer Organisation anschließen wird. „Der gesellschaftliche Wandel muss von unten erfolgen – aus der Zivilgesellschaft.“
In der Demokratie müssen wir Einfluss nehmen und Politik gestalten!
Wir alle sind nach unserer Lektüre aufgebracht und haben uns nun die Aufgabe gestellt, unsere Wünsche und Meinungen in Form von Briefen an unsere Politiker weiterzugeben.
Die fehlenden Kapitel 2, 13 und 14 übernimmt Brigitte.
Vorschläge für einen neuen Lesestoff:
von Erna (ein fröhliches Buch): “Die Sehnsucht der Schwalbe“ von Rafik Schami , dtv-Taschenbuch
von Annelie: „95 Anschläge - Das Buch.“ Herausgegeben von Friederike v. Bünau & Hauke Hückstädt | S. Fischer Verlag | Hardcover | 20 Euro |
Unser nächster Termin wurde auf den 2. Juni 2017 15.00 Uhr festgelegt, wieder bei Erna in Kursana-Villa Frankfurt .
Ein frühlingshaftes Ostern – nachhaltig und sonnig für alle Lesefreunde.

9.4.2017 Protokoll Inge Hahn

Brigitte Höfer
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von Brigitte Höfer » Freitag 21. Juli 2017, 21:29

Protokoll des Treffens des Literaturkreises „Gemeinsam Lesen“
am 2.6. 2017 15.00 – 17.30 Uhr bei Erna in Kursana-Villa Frankfurt

Teilnehmende: Angelika, Annelie, Brigitte, Erna, Inge, Sigrid
Unsere Lektüre: Mut zur Nachhaltigkeit – Forum für Verantwortung– Klaus Wiegandt (Hg.)
Diskussion der Themen: Kapitel 2 „Was verträgt unsere Erde noch?“ (S. 15-79) und
Kapitel 13 „Nachhaltige Weltpolitik“ (S. 442ff)
Die nachfolgende Lektüre ist bereits festgelegt: „die Sehnsucht der Schwalbe“ von Rafik Schami;
sie wird beim nächsten Treffen besprochen.
Folgende Vorschläge werden zur nächsten Buchwahl gemacht:
1. „Unterleuten“ von Juli Zeh
2. „Weit über das Land“ von Peter Stamm
3. „Sozusagen Paris“ von Navid Kermani
4. „95 Anschläge“ Thesen für die Zukunft
Einstimmig haben wir uns für „Unterleuten“ entschieden.

Brigitte brachte uns einige Info-Bände der Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen e.V. mit.
Die Beiträge versuchen eine Wissensbasis als Grundlage für effizientes verbraucher- und wirtschaftspolitisches Handeln zu schaffen und wollen damit die Diskussion zwischen Wissenschaft, Politik und Verbraucherorganisationen anregen.
www.vz-ratgeber.de www.verbraucherforschung-nrw.de

Brigitte begann die Diskussion mit der nun bestätigten Befürchtung, dass Trump die USA-Beteiligung am Pariser Abkommen aufkündigt. „Wir haben nun die Möglichkeit „change by desaster“ oder „change by design“…“
Reduzierung unseres Ressourcenverbrauchs ist das notwendige Umdenken. Erna fragt sich, wie sie persönlich etwas dazu beitragen kann, auf was sie verzichten müsste oder könnte. Da Verzicht im Konsumverhalten auch gleichzeitig die Arbeitsplätze verringern würde, wäre diese Lösung bei gleichen Bedingungen nicht anzustreben.
Brigitte will den Begriff „Verzicht“ nicht benutzen, es geht nach ihrer Meinung um bewußter und anders konsumieren und um Einfluß zu nehmen auf die wirtschaftlichen und politischen Zielsetzungen. Die Arbeitssituation könnte durch bessere Belohnung für bessere Qualität erhalten bleiben, wenn der Konsument bereit ist, dies anzuerkennen und nicht nur das billigste Produkt vorziehen würde (Beispiel Bioprodukte).
Ebenso ist viel Eigeninitiative aller Bürger notwendig, neue Wege zu gehen, z. Bsp. kleine Unternehmen zu gründen, Risiken einzugehen und neuen Ideen auf den Arbeitsmarkt zu bringen (z. Bsp PC-Hilfe Levato – nachträgliche Bemerkung der Protokollantin) .
Inge hat versucht etwas über die von K. Wiegandt aufgeführten zivilgesellschaftlichen Bewegungen zu erfahren: Gemeinwohl-Ökonomie www.ecogood.org Gruppe Rhein-Main
Transition-town Gruppe Frankfurt/M www.transition-town-frankfurt.de

An dieser Diskussion über „Mut zur Nachhaltigkeit“ haben alle mit Interesse teilgenommen.

Unser nächster Termin wurde auf den 21. Juli 2017 15.00 Uhr festgelegt, wieder bei Erna in Kursana-Villa Frankfurt.

5.6.2017 Protokoll Inge Hahn
Zuletzt geändert von Brigitte Höfer am Montag 24. Juli 2017, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.

Brigitte Höfer
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von Brigitte Höfer » Freitag 21. Juli 2017, 21:31

Protokoll des Treffens „Gemeinsam Lesen“ am 21.7.2017 bei Erna

Teilnehmerinnen: Erna, Sigrid, Annelie und Brigitte. Protokoll: Brigitte

Unsere Lektüre: Rafik Schami: Die Sehnsucht der Schwalbe, Roman, dtv 2002, 330 Seiten

Als Sommerlektüre hatten wir uns den Roman „Die Sehnsucht der Schwalbe“ von Rafik Schami ausgesucht.
Mehr über den Autor bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rafik_Schami.
Er hat auch eine eigene Website: https://de.wikipedia.org/wiki/Rafik_Schami

Er steht in der orientalischen Erzähltradition. Wir stellten fest, dass seine Erzählungen Märchen sind, die in der Realität angesiedelt sind.
Aus dem Klappentext des Romans: „Sieben Tage wird die arabische Hochzeitsfeier dauern. Zeit genug für Lutfi den Syrer, um dem Bruder der Braut seine Lebens- und Liebesgeschichte zu erzählen. Die Geschichte seiner Kindheit und seiner aufregenden Abenteuer – in Damaskus und in Deutschland. Immer wieder hat es ihn mit falschen Papieren nach Frankfurt gezogen und immer wieder ist er alsbald aufgegriffen und abgeschoben worden. Diesmal jedoch hofft er für länger zurückzukehren ins Land seiner Träume, zu seiner deutschen Freundin Molly und zum Flohmarkt am Main, wo beide Samstag für Samstag das „Paradies auf Erden“ finden...“
Das Buch ist keine Autobiographie, aber es ist viel Persönliches darin. Viele Geschichten in den 24 Kapiteln – von den Urgroßeltern bis zur Geschichte mit dem Polizisten auf dem Frankfurter Flohmarkt am Mainufer. Von der ersten Liebe bis zur Abschiebehaft in Preungesheim – eine ungeheure Vielfalt. Märchenhaft – aber dennoch real. Sehr unterhaltsam: unbedingt lesen!
Unterbrochen wurden wir in unserem Gespräch von Frau Ycay aus den Philippinen, die als 11jähriges Mädchen nach Frankfurt kam und eine ausgebildete Altenpflegerein und –betreuerin ist. Ihre Mutter war Hebamme und kam 1970 nach Höchst.
Erna bemerkte, dass es zwei wichtige Wissenschaftlerinnen gibt, die eine Untersuchung über den Umgang mit Demenzkranken gemacht haben: Naomi Feil und Nicole Richard https://de.wikipedia.org/wiki/Naomi_Feil Nicole Richard war Diplom-Pädagogin und Diplom-Psychogerontologin. Sie entwickelte im Rahmen einer bundesweiten Arbeitsgruppe den Ansatz der Validation nach Naomi Feil weiter und machte diesen später unter eigenem Namen als Integrative Validation nach Richard (IVA) bekannt. Das von ihr gegründete Institut für Integrative Validation in Kassel bietet Grund- und Aufbaukurse zur Umsetzung des validierenden Ansatzes in der Begleitung von Menschen mit Demenz an.
Annelie berichtete von einem Interview mit Anne Siegel, die die Biographie einer Wiener Jüdin in Panama geschrieben hat: „Senora Gerta“, im Europaverlag erschienen.
Erna will unseren Vorschlag prüfen, ob wir uns evtl. in Ernas Zimmer treffen können. Das fasst aber nur fünf Personen, d.h., es können nicht alle zu den Treffen kommen, nur vier. Dieser Vorschlag soll diskutiert und danach entschieden werden. Als nächster Termin wird der 18. August ins Auge gefasst. (Annelie kann diesen Termin nicht wahrnehmen.) Dann besprechen wir den Roman von Juli Zeh: Unterleuten.
Brigitte wird die Bücher ins Forum stellen, sie sollen aber nicht mehr unter „Aktuelles“ auf der homepage von ViLE erscheinen.
Protokoll Brigitte 21.7.2017

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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von Brigitte Höfer » Dienstag 29. August 2017, 20:07

Protokoll des Treffens der ViLE-Gruppe Gemeinsam Lesen bei Erna am 25.8.2017
Teilnehmerinnen: Erna, Sigrid, Inge und Brigitte. Protokoll: Inge und Brigitte

Wir saßen bei gutem Wetter im Garten im Schatten und waren mit einem Glas Wasser zufrieden. Wir wollten über den Roman von Juli Zeh: „Unterleuten“ sprechen. Der Roman hatte Erna sehr persönlich berührt (sie hatte ihn als Hörbuch gehört), aber sie wollte nicht darüber sprechen „Das erinnert mich so sehr an das Dorf, in dem ich früher lebte! Das war eine schreckliche Zeit.“ sagte sie.
Sigrid, Brigitte und Inge führten an, dass ihnen das Buch in seinem Aufbau und den miteinander verzahnten Berichten, den überzeugenden Charakterstudien und den vernetzten Ereignissen sehr gut gefallen hat.
Erna bat um die Entscheidung für das nächste Buch und wollte „auf jeden Fall nicht so was dickes und ein Buch, das Freude macht. Ich möchte mich nicht mit so traurigen Themen befassen.“ Auf die Rückfrage, welches Buch sie denn vorschlage, sagte sie kurzentschlossen „Effie Briest“.
Wir beschlossen also, uns in vier Wochen wieder bei Erna zu treffen, um über Effie Briest zu sprechen. Ob es eine Weiterführung der Einträge im Forum gibt, müssen wir beim nächsten Treffen beraten. Ernas Computer macht nicht mehr richtig mit und sie sagt auch, dass sie nicht ins Forum kommt.

Nächstes Treffen Gemeinsam Lesen: Freitag, 22. September, 15:00 Uhr bei Erna.
Lektüre: Effie Briest von Theodor Fontane.

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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von Brigitte Höfer » Montag 25. September 2017, 08:38

Protokoll des Treffens der ViLE-Gruppe Gemeinsam Lesen bei Erna am 22.9.2017
Anwesend: Annemarie, Brigitte, Erna, Inge, Renate und Sigrid

Wir trafen uns bei Erna am runden Tisch. Die zuerst vorgesehene Lektüre „Effie Briest“ hatten wir mit Zustimmung aller - per Mail – abgeändert. Statt dessen lasen wir „Verdi“ von Peter Härtling.
Angesprochen wurde die recht bildhafte und wenig chronologische Schreibweise von P. Härtling als Autor dieser Biographie, die dadurch ansprechend und berührend wirkt.
Brigitte hatte Informationen über Verdis Leben und Lebenswerke mitgebracht und wir unterhielten uns über Vorliebe oder Distanz allgemein zur Oper und der Musik dieser Zeit.
Die vielseitigen Interessen, Reisen, sozialen Aktionen und vor allem sein künstlerisches Schaffen durch Kompositionen und Aufführungen an verschiedenen Orten - in dieser Zeit! haben uns sehr beeindruckt.
Nächstes Treffen der Gruppe Gemeinsam Lesen: Freitag, 20. Oktober, 15:00 Uhr bei Erna (Abschließendes Gespräch über „Verdi“).
Danach wollen wir kürzere Essays lesen von Stefan Zweig aus dem Buch „Sternstunden der Menschheit“. (Die erste Geschichte heißt: „Flucht in die Unsterblichkeit“, Untertitel: „Die Entdeckung des Pazifischen Ozeans – 25. September 1513 – und handelt von der Suche nach dem Eldorado.)

Protokoll Inge 22.9.2017

ihahn
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Protokoll des Literaturkreises Mitte vom 20.10.2017

Beitrag von ihahn » Freitag 27. Oktober 2017, 21:41

Protokoll des Treffens der ViLE-Gruppe Gemeinsam Lesen bei Erna am 20.10.2017
Anwesend: Annelie, Annemarie, Brigitte, Erna, Inge und Sigrid
Annemarie berichtet von einer Lesung von Ulla Hahn aus ihrem neuen Buch „Wir werden erwartet“.
U. Hahn erzählte nach ihrer Lesung, eine Frage hätte sie sehr bewegt „Warum bin ich in die DKP eingetreten?“ und das hätte sie herausfinden wollen.
Brigitte fragt im Auftrag von Ute Lenk, ob jemand aus unserer Gruppe einen Beitrag für das Lerncafe´ schreiben würde; Thema: Theater. Annemarie übernahm diese Aufgabe, da sie demnächst zu einer Theateraufführung nach Meiningen fährt.
Brigitte bedauert, dass keine Diskussion im Forum geführt wird. Sie schlägt vor, dass in Zukunft keine Bücher mehr wie bisher ins „Forum“ eingestellt werden und auch nicht unter „Aktuelles“. Die Protokolle werden weiterhin eingestellt.
Annemarie plädierte dafür, dass zumindest die Bücher noch vorgestellt werden mit einer Rezension und kurzen Angaben über den Autor.
Brigitte wird das Buch „Verdi“ von Peter Härtling noch einmal einstellen und den Strang mit einer Begründung schließen.
Erna kam noch einmal auf das Buch „Unterleuten“ von Juli Zeh zu sprechen. Sie meinte, wer im Dorf aufgewachsen sei oder gelebt habe, brauche dieses Buch nicht, um das Erlebte noch einmal zu lesen. Sigrid vertrat die Ansicht, dass die „Nachwendezeit“ in diesem Dorf gut dargestellt und das Buch wichtig sei.
Sodann kehrten wir zu unserem derzeitigen Buch „Verdi“ von Peter Härtling zurück.
P. Härtling beschreibt im Vorwort seine Intension: „ Verdi ist zwar unantastbar in seinem Ruhm, aber er ist mir nah sein in seinen Schwächen und in seiner Furcht, aus der Fantasie zu stürzen, das Handwerk nicht mehr zu können. Ich erzähle meine Erfahrungen als seine und seine als meine, und es ist mir nicht wichtig, mich an die Chronologie zu halten.“ (S. 9) Daher ist die Biografie so menschlich nah und berührend. Verdi wird als zielorientiert und geschäftlich klar orientiert dargestellt, der sich gut beraten lässt, ein funktionierendes Netzwerk aufgebaut hat, in einer sehr glücklichen Beziehung lebt und eine soziale Verantwortung in sich trägt. Er wurde gewürdigt und verehrt und war zufrieden durch seine künstlerische, kreative Schaffenskraft.
Annemarie stellt fest, dass man gut alt werden könne, wenn man in solchen sozialen und finanziellen Verhältnissen lebe wie Guiseppi Verdi. Er sei doch sehr umsorgt worden z. Bsp. auf seinen vielen Reisen.
Inge weist auf die Überschriften der Kapitel hin, die durch „Spielanweisungen“ aus der Musiktheorie den Inhalt charakterisieren.
Wir sind erstaunt, dass Peter Härtling der Zeit, die Verdi seine Frau Peppina überlebte, nur wenige Seiten widmete. Wollte er sich vielleicht nicht vorstellen, ohne seine Mechthild leben zu müssen?
Erna zieht eine Verbindung zu unserem neuen Schriftsteller Stefan Zweig und vergleicht den Schreibstil der beiden Autoren. Die Stile sind sehr unterschiedlich, es liegen viele Jahrzehnte zwischen dem Entstehen der beiden Bücher. Auch der Altersunterschied der beiden Autoren zur Zeit der Entstehung ist groß. Vielleicht werden wir bei der neuen Lektüre wieder darauf zurückkommen.

Verdi hat im hohen Alter von 80 Jahren die lyrische Komödie „Fallstaff“ (nach Shakespeare) komponiert, was uns sehr verwundert.
Verdi war auch politisch interessiert. So kamen wir auf die italienischen Freiheitskämpfe (z. Bsp. die Schlacht von Solferino 1859, bei der Henri Dunant zufällig anwesend war und den Ruf verbreitete „Tutti fratelli“)
Inge weist daraufhin, dass heute Abend im HR 2 live aus der Alten Oper die „Messa da Requiem“ von Verdi übertragen wird.
Wir beginnen mit der neuen Lektüre „Sternstunden der Menschheit“ mit dem 1. Aufsatz:
„Flucht in die Unsterblichkeit
Die Entdeckung des Pazifischen Ozeans 25.September 1513“
Das nächste Treffen ist bei Erna am 24.11.2017
Protokoll Annelie und Inge 26.10.2017
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ihahn
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von ihahn » Dienstag 9. Januar 2018, 22:15

Protokoll des Treffens der ViLE-Gruppe Gemeinsam Lesen bei Erna am 24.11.2017
Anwesend: Angelika, Annelie, Annemarie, Erna, Inge und Sigrid
Erna empfängt uns freudig im Foyer. Wir können uns wieder in einem kleinen Nebenraum bequem niederlassen. Sie ist ganz begeistert von einem neuen Hörbuch und erzählt uns darüber. Sie schlägt vor, dass wir kurze Einblicke durch das Hörbuch gewinnen könnten. Es handelt sich um den Roman: Der Orient Express von John Dos Passos und Matthias Fienbork (neu erschienen bei dtv; März 2016)
Annemarie nutzt das Smartphone und liest uns gleich die Information vor: „Reisejournal eines Unvoreingenommenen
Dos Passos ist fünfundzwanzig, als er sich 1921 auf eine Reise durch den Orient macht: von der Türkei über Georgien, Armenien, den Iran und Irak bis nach Syrien. Istanbul hieß noch Konstantinopel, Ländergrenzen waren durchlässig, oft noch vorläufig; Konflikte aus dem Ersten Weltkrieg flackerten auf wie Moorbrände, eine Welt formierte sich neu und nahm langsam die sozialen und staatlichen Strukturen an, wie wir sie heute kennen. Dos Passos ist umsichtiger Beobachter und scharfzüngiger Chronist – unvoreingenommene Neugier prägt seinen Blick. Ein aufregendes Reisejournal, ein hochinteressantes Zeitdokument.“
Wir sind interessiert und wollen es als nächstes Buch lesen.
Und nun zu unserer Lektüre Stefan Zweig „Sternstunden der Menschheit“
Annemarie berichtet von einigen Kapiteln, die sie gelesen hat:
„Die Entdeckung Eldorados“
„Heroischer Augenblick“ (Dostojewski)
„Die Flucht zu Gott“ (Tolstoi)
Annelie und Inge hatten zu unserer Novelle „Flucht in die Unsterblichkeit“ Vorbereitungen getroffen:
a) Annelie und Inge schlugen vor, dass zum nächsten Treffen jeder noch eine „Miniatur“ wählt und diese kurz beschreibt. Alle waren damit einverstanden und jeder wählte eine Novelle:
Erna: „Georg Friedrich Händels Auferstehung“
Angelika: „Die Marienbader Elegie“
Annemarie: „ Die Flucht zu Gott“
Inge: „Der Kampf um den Südpol“
Annelie: „Der versiegelte Zug“
Sigrid: „Wilson versagt“
b) Inge informiert über die Merkmale einer Novelle, die sie aus dem Internet bezogen hat:
als Novelle bezeichnet man eine Kurzgeschichte einer ungewöhnlichen Begebenheit oder eines außergewöhnlichen Ereignisses. Meist wird nur von einer oder wenigen Personen erzählt, deren Charakter sich nicht wesentlich verändert. Das Ereignis ist glaubhaft und beschreibt eine konkrete Situation, ohne genauere Hintergrundinformationen und beschreibt oft die tiefsten Probleme eines Menschenlebens.
c) Inge hat Karten von Mittelamerika ausgedruckt, die die Schiffsroute von Haiti (mit Kapitän Enciso) in Richtung der Nordküste von Kolumbien zeigen und die spätere Route nach dem Golf von Darien unter der Leitung von Kapitän Balbao. Dort wurde das Land erobert und die Kolonie Santa Maria dela Antiqua del Darien gegründet. Sie fanden auch eine Karte, auf der die Route über das Festland bis zum Gipfel angezeigt ist, von der Balbao die beiden Ozeane erkennen konnte: seine Sternstunde!
d) Annelie wird beim nächsten Treffen noch einige Informationen zum Schriftsteller Stefan Zweig vortragen.
Alle sind der Meinung, dass Balbao die ersehnte Unsterblichkeit erreicht hat. Wir machten das daran fest, dass heute noch die Währung in Panama seinen Namen trägt und dass es in Spanien einige Denkmäler von ihm gibt.
Erstaunlich ist für uns, dass dieser Mann, der der Urbevölkerung viel Gewalt angetan hat und sie unmenschlich behandelt hat, heute noch verehrt wird.
Erna wies darauf hin, dass im Mittelalter die Menschen nach anderen Gesetzen des menschlichen Umgangs gelebt haben als heute.
Die meisten, die sich auf diese Expedition begaben, hatten nur das eine Ziel – sie wollten reich werden. Zweig schreibt „mit einem Schlage ist Spanien von allen seinen unruhigen Existenzen und seinem gefährlichsten Gesindel befreit.“
Am Ende wird Balbao der Prozess gemacht wegen angeblicher Rebellion und er wird hingerichtet.
Das nächste Treffen ist bei Erna am Freitag 22.12.17.
Ein Ausweichtermin ist der Freitag 12.01.18.
Bitte meldet euch umgehend bei Erna an, wenn ihr am 22.12.17 kommen könnt.
Wir wünschen euch einen gemütlichen 3. Advent
Annelie und Inge
Protokoll Annelie und Inge am 15.12.17

ihahn
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von ihahn » Dienstag 9. Januar 2018, 22:17

Protokoll des Treffens der ViLE-Gruppe Gemeinsam Lesen bei Erna am 22.12.2017
Anwesend: Angelika, Annelie, Annemarie, Erna, Inge und Sigrid
Der Nachmittag begann mit einem lockeren Adventsgespräch.
Erna verteilte ihre selbstgemalten, hübschen Weihnachtskarten an uns.
Annelie berichtete über die Biographie von Stefan, Samuel Zweig:
Stefan, Samuel Zweig wurde am 28. 11. 1881 in Wien geboren. Der Vater hatte eine Webwarenfabrik und war ein wohlhabender Textilunternehmer.
Die Familie war nicht religiös, Zweig selbst bezeichnete sich später als Jude aus Zufall.
Er schrieb schon früh für das Feuilleton der Neuen Freien Presse, deren Redakteur Theodor Herzl war. 1901 erschien der Gedichtband „Silberne Saiten“ und 1904 seine erste Novelle.
Er arbeitete als Übersetzer und Journalist. Seine Bücher erschienen im Inselverlag in Leipzig, der 1912 die Inselbücherei gründete, die es heute noch gibt. Er reiste viel u. a. nach Indien und Amerika und knüpfte Kontakte zu anderen Schriftstellern. Er war Kriegsgegner und wurde 1917 vom Militärdienst erst beurlaubt und später ganz entlassen. Er zog nach Zürich und arbeitete dort als freier Korrespondent für die „Wiener Neue Presse“. Nach dem Kriegsende kehrte Zweig nach Österreich zurück. In Salzburg heiratete er 1920 die geschiedene Frau Friderike Winternitz, die 2 Töchter in die Ehe brachte. Es entspann sich eine enge Zusammenarbeit mit Richard Strauß. 1933 schrieb er das Libretto zu der Oper „Die schweigsame Frau“. Als engagierter Intellektueller trat Zweig vehement gegen Nationalismus und Revanchismus ein und warb für die Idee eines geistig geeinten Europas. 1934 emigrierte Zweig nach London. Zweig wurde auf die Liste der verbotenen Autoren gesetzt. 1940 verlässt er Großbritannien und über New York gelangte er nach Brasilien. 1941 erschien die Monographie „Brasilien“. In diesem Jahr erfolgte auch die Aberkennung seines Doktorats durch die Nationalsozialisten. Sie wurde erst am 10.4.2003 mit einem Senatsbeschluss der Universität Wien für nichtig erklärt. 1942 erschien die Schachnovelle. Zusammen mit seiner 2. Frau beging er am 22.2.1942 Selbstmord. Postum erschien noch 1942 seine Autobiographie „Die Welt von Gestern“. Weitere bekannte Werke: Biographien u. a. über Fouché, Dostojewsky, Marie Antoinette. Sein literarisches Werk ist nachhaltig von Romain Rolland und Emile Verhaeren und durch die Psychoanalyse von Sigmund Freud beeinflusst worden. Er war ein international anerkannter Autor.
Erna schnitt das Thema Bücherverbrennung an und fragte nach den Voraussetzungen dafür. Sie hatte erlebt, dass 2 Kinderzeitschriften nicht mehr verlegt worden sind.
Zitat aus dem Internet:
„Grundlage für die Auswahl der zu verbrennenden Werke bildeten so genannte „Schwarze Listen“ des Bibliothekars Wolfgang Herrmann, nach denen Studenten und andere Hochschulangehörige „verbrennungswürdige“ Literatur in Universitätsbibliotheken, Leihbüchereien und Buchhandlungen für die Verbrennungen aussonderten. Die öffentlichen Stadt- und Volksbüchereien wurden dazu angehalten, ihre Bestände selbst zu „säubern“ und die ausgesonderten Bücher den Studentenschaften für die Bücherverbrennungen am 10. Mai zu übergeben.“
Erna begann mit ihrem Bericht über die Novelle „Georg Friedrich Händels Auferstehung – 21. August 1741“
Händel erlitt 1737 einen Schlaganfall, der ihn auf ein langes Krankenlager warf. Doch durch heiße Bäder in Aachen gelang es ihm, die Krankheit teilweise zu überwinden. Er konnte wieder arbeiten und schuf sein großes Oratorium „The Messajah“. 1759 starb Händel.
Angelika berichtete über die Novelle „Die Marienbader Elegie – Goethe zwischen Karlsbad und Weimar 5. September 1823“
Goethe (74 J.) verliebte sich in Ulrike von Levetzow (19 J.). Er warb um sie, aber erfolglos. Auf der Heimreise beginnt er am 5. Sept. 1823 seine Gedanken zu notieren, die zu dem „Spätlingsgedicht des Vierundsiebzigjährigen„ führte („und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide.“).
Annemarie befasste sich mit der Novelle „Die Flucht zu Gott – Ende Oktober 1910 – Ein Epilog zu Leo Tolstois unvollendetem Drama ‚und das Licht scheinet in der Finsternis‘“
Zweig erläuterte in einem Streitgespräch zwischen 2 Studenten und Tolstoi die friedfertige und gewaltfreie Überzeugung von Tolstoi, der die Machtherrschaft des Adels über die Leibeigenen und die arme Landbevölkerung anprangert jedoch nicht zur Gewalt aufruft. Er ist vor seiner Familie geflohen und fand sehr krank bei einem Bahnwärter Unterschlupf. Dort spürte er sein nahendes Ende und starb.
Inge berichtete über die Novelle „Der Kampf um den Südpol – Kapitän Scott, 90. Breitengrad 16. Januar 1912“
1910 ist die Erde nahezu erforscht, nur die beiden Pole sind noch nicht betreten worden. Viele hatten versucht, in die Kälteregion vorzudringen und scheiterten an den frostigen Bedingungen. Der Engländer Scott startete mit der „Terra Nova“, mit 30 Gefährten, modernen Geräten, Vorräten, Ausrüstungen und vielen Tieren in das südliche Eismeer. Die Gruppe erfuhr schon bei den Vorbereitungen, dass auch der Norweger Amundsen das gleiche Ziel hat. Es beginnt nun ein Wettlauf, dem Scott mit seiner 5-Mann-Gruppe unter-liegt. Sie werden von den Zurückgebliebenen später erfroren in ihrem Zelt gefunden. Bewegende Briefe von Scott, Forschungsergebnisse, Foto-Platten und Filme sind ein bleibendes Zeichen der Expedition.
Inge stellt fest, dass bei diesen „Sternstunden“ meist nur 1 Person von der Gesellschaft geehrt wird, obwohl diese Ereignisse nur durch ein gutes Team möglich sind.
Sigrid erläuterte die Novelle „Wilson versagt“
Präsident Wilson kam im September 1918 zu den Friedensverhandlungen von USA nach Paris und wurde von den Menschen bejubelt, weil er sich für „ewigen Frieden“ einsetzen wollte. Er versuchte seine Visionen von Recht und Humanität (14 Punkte-Plan) in einen Friedensvertrag einzubringen. Er bestand auf offenen Verhandlungen und wollte einen Völkerbund gründen. Leider musste er in einigen Punkten nachgeben und wurde krank.
Wir beschlossen, die nicht vorgestellten Novellen zum nächsten Termin noch zu verteilen:
Die Eroberung von Byzanz (Inge)
Das Genie einer Nacht (Erna)
Die Weltminute von Waterloo (Annelie)
Die Entdeckung Eldorados (Annemarie)
Heroischer Augenblick (Angelika)
Cicero (Sigrid) ?
Das erste Wort über den Ozean (Brigitte)


Das nächste Treffen ist bei Erna am Freitag 19.1.2018
Wir wünschen euch Allen einen guten Start ins neue Jahr.

Protokoll 9.1.2018 Annelie und Inge

ihahn
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Re: Protokolle des Literaturkreises Mitte

Beitrag von ihahn » Sonntag 28. Januar 2018, 20:48

Protokoll des Treffens der ViLE-Gruppe Gemeinsam Lesen bei Erna am 19.1.2018
Anwesend: Angelika, Annelie, Annemarie, Brigitte, Erna und Inge
Erna empfing uns gut gelaunt, obwohl wir alle 15 Minuten (U-Bahnverspätung) zu spät kamen.
Wir wollten eigentlich zu diesem Termin die Lektüre „Sternstunden der Menschheit“ von Stefan Zweig beenden, es ist uns nicht gelungen.
Angelika hatte sich das Gedicht von Dostojewski ausgesucht: „Heroischer Augenblick Dostojewski, Petersburg, Semenowskplatz 22. Dezember 1849“
Sie berichtete von Fjodor Michailowitsch Dostojewski: “In der zweiten Hälfte der 1840er Jahre stand Dostojewski dem Frühsozialismus nahe und nahm an Treffen des revolutionären Petraschewski-Zirkels teil. Dies führte 1849 zu seiner Festnahme, Verurteilung zunächst zum Tode und dann – nach Umwandlung der Strafe – zu Haft und anschließendem Militärdienst in Sibirien“.
Er hielt sich in den Jahren 1863 bis 1867 in Wiesbaden, Baden-Baden und Bad Homburg auf. Dort besuchte er die Spielbanken. Angelika interessierte sich besonders für die Zeit, die Dostojewski in Bad Homburg verbracht hat, in der er die Gräfin Kisseleff kennengelernt hatte, die in seinem Buch „Der Spieler“ als skurrile Babuschka auftaucht. Er liebte den Kurpark und ging gerne darin spazieren. Im Kurhausgarten steht heute ein Dostojewski-Denkmal.
Annelie berichtete über die Novelle „Der versiegelte Zug – Lenin, 9. April 1917“
Zweig beschreibt die Schweiz in den Jahren 1915 – 1918 als kleine Friedensinsel „umbrandet von der Sturmflut des Weltkrieges“. Die Menschen belauern sich gegenseitig, nur über einen Mann gibt es wenig Berichte in diesen Tagen. Er ist Russe und lebt mit seiner Frau bei einem Flickschuster. Er besucht täglich die Bibliothek, sein Name ist Wladimir Ilitsch Ulianow (Lenin). Als die Nachricht eingetroffen ist, in Russland sei die Revolution ausgebrochen, stürzt er sich auf die Zeitungen. Dort steht Gorkis Telegramm „Kehrt alle heim!“. Durch geschickte Verhandlungen mit Deutschland wird ein Pakt geschlossen zu Lenins Bedingungen. So konnte Lenin mit ca. 30 Leuten in einem versiegelten Zug nach Petrograd reisen. Vor dem finnischen Bahnhof wurde er von Zehntausenden von Arbeitern und Ehrenwachen aller Waffengattungen mit der „Internationalen“ empfangen. Von einem Panzerautomobil herab hält er seine 1. Rede an das Volk, „das Geschoß hat eingeschlagen und zertrümmert ein Reich, eine Welt“.
Annemarie wählte die Novelle „Die Entdeckung Eldorados J. A. Suter, Kalifornien. Januar 1848“ Suter ist 1838 nach Kalifornien ausgewandert, was damals noch zu Mexiko gehörte. Er erwarb fruchtbares Land, das er von Farmern bearbeiten ließ und die Ernte war ein voller Erfolg. Im Jan 1848 wurde in diesem Gebiet Gold gefunden. Die Nachricht verbreitete sich rasch und eine Horde von Goldsuchern überfiel das Land und zerstörte es. Suter und die Farmer verloren den gesamten Besitz. Suter, der auch seine Familie verlor, versuchte noch lange für seine Rechte zu kämpfen, doch ohne Erfolg. Annemarie betrachtete die Novelle als eine Schilderung des „Auf und Ab“ eines Lebens.
Brigitte übernahm die Novelle „Das erste Wort über den Ocean Cyrus W. Field, 28. July 1858“
Das Leben im 19. Jahrhundert hat sich durch technische Erfindungen sehr verändert. Die Erfindung der Telegraphie ermöglichte eine schnelle Kommunikation über weite Strecken. Zwischen England und Europa konnte das 1. Kabel im Kanal 1851 verlegt werden - dank der Entdeckung des Isoliermaterials Guttapercha (getrocknete Milch des Guttaperchabaumes). Cyrus Field war besessen von der Idee einer Verbindung zwischen Europa und Nordamerika. Er benötigte viel Kapital, das er durch die Ausgabe von Aktien erhalten hat. Nach 3 Fehlschlägen gelingt das Unternehmen im Juli 1866, die Reise wird zum Triumph „klar und deutlich spricht diesmal das Kabel nach Europa hinüber. Wenige Tage später wird das alte, verlorene Kabel gefunden. 2 Stränge verbinden jetzt die Alte und die Neue Welt zusammen.“
Erna übernahm die Novelle „Das Genie einer Nacht die Marseillaise, 25. April 1792“
1792 erklärte Frankreich Österreich und Preußen den Krieg. Ein junger Hauptmann Rouget erhält den Auftrag, ein Kriegslied für die ausmarschierenden Truppen der Rheinarmee zu dichten. Er schreibt einige Zeilen und komponiert dazu eine Melodie. Am 30. Juli marschiert ein Bataillon der Marseiller in Paris ein und singt das Lied im Chor. Die Menschen sind begeistert und das Lied wird zur Nationalhymne.
Annelie berichtete über die Novelle: „Die Weltminute von Waterloo Napoleon, 18.Juni 1815“
Mitten im Wiener Kongress trifft die Nachricht ein – Napoleon ist ausgebrochen und die Truppen laufen ihm frenetisch zu, der König ist verjagt und Napoleon ist in Paris. Es werden vier Heere eilig aufgeboten: von Norden rückt Wellington gegen Frankreich, an seiner Seite kommt ein preußisches Heer unter Blücher heran, am Rhein rüstet Schwarzenberg und als Reserve marschieren quer durch Deutschland die russischen Regimenter. Napoleon weiß, dass er die Gegner einzeln bekriegen muß, ehe sie sich zu einer europäischen Armee vereinigen werden. Am 15. 6 überschreitet seine Armee die Grenze Belgiens und am 16.6. besiegt er die Preußen bei Ligny. Der fliehenden preußischen Armee schickt er einen Teil seiner Armee unter dem Befehl Marschall Grouchys hinterher. Die soll die Vereinigung Blüchers mit Wellington verhindern. Wellington hatte sich in den Höhen von Quatre-Bras erfolgreich verschanzt und Napoleon verlor innerhalb zweier Stunden 10.000 Soldaten. Napoleon erwartete Nachricht und Hilfe von Grouchy, dieser aber hielt sich strikt an den erhaltenen Befehl. Am Nachmittag erscheinen die Preußen und Wellingtons Soldaten erheben sich noch einmal. Mit dem Ruf „sauve qui peut“ fliehen die Franzosen. Napoleon ist besiegt. Marschall Grouchy weiß nichts von Waterloo. Er rettet dem Kaiser die Armee ohne Verluste, aber zu spät.
Die Berichte über die Novellen „Die Eroberung von Byzanz“ (Inge) und „Cicero“ (Sigrid) werden auf den nächsten Termin verschoben. Wir beginnen dann das neue Buch „Der Orient - Express“ von John Dos Passos, wie am 24.11.17 beschlossen. Erna will das Buch in Kapitel aufteilen und uns diese zumailen.
Aus unserer Gruppe ViLE Frankfurt werden 5 Personen nach Bad Urach zum Seminar vom 12. – 16. 2.2018 fahren.
Brigitte weist auf den diesjährigen Seniorentag hin, der vom 28.-30. Mai 2018 in Dortmund stattfindet.

Das nächste Treffen ist bei Erna am 23.2.2018
Protokoll Annelie und Inge

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