Wir warten auf Arbeitsplätze

Ein Projekt der ViLE Gruppe Lübeck.
Die Gruppe lädt alle zu einer regen Diskussion ein.
hwest

Wir warten auf Arbeitsplätze

Beitrag von hwest » Mittwoch 5. April 2006, 19:10

Merkels falsche Schrittfolge

„Schritt für Schritt“, so überschrieb das Bundespresseamt einen Artikel, den Bundeskanzlerin Angela Merkel für das HANDELSBLATT schrieb. Die Politik der kleinen Schritte wird auch sonst von den Medien immer wieder zitiert, wenn Merkel sich ein Thema vornimmt und dafür die anderen totschweigt. Ich glaube jedoch, dass Angela Merkel die Prioritäten falsch setzt.

Alle Maßnahmen, die bisher besprochen – nicht etwa schon beschlossen – wurden, haben ein Ziel: Die Einnahmen des Staates zu erhöhen, und zwar fast durchweg über die zusätzliche Belastung der Bürger. Die Wirtschaft spürt noch nichts von der neuen Regierung, obwohl die Firmen-Überschüsse nach Expertenschätzungen in diesem Jahr um zweistellige Prozentsätze steigen dürften.

Enttäuschend ist, dass die Bundeskanzlerin ihr Hauptziel, die Senkung der Arbeitslosenzahlen, aus den Augen verloren zu haben scheint. Soll das etwa später kommen? Vielleicht als einer der letzten kleinen Schritte? Das kann nicht gut gehen.

Sogar der jetzt in der Opposition sitzende Guido Westerwelle erinnerte Angela Merkel in der Generaldebatte des Bundestages an ihren Ausspruch aus Vorwahlzeiten: „Deutschland brauche nicht kleine Schritte, sondern den großen Sprung nach vorne."

Dass die zentrale Aufgabe dieser Regierung nicht in Vergessenheit gerät und dass es endlich Maßnahmen gegen die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer geben muss, daran wollte ich unsere Regierungschefin einmal erinnern. Ich schrieb ihr. Nachzulesen unter „Was aus einem Brief an die Bundeskanzlerin wurde – eine Dokumentation“.
Horst

Clemens

Meine Bedenken zur Moderation

Beitrag von Clemens » Donnerstag 6. April 2006, 10:09

Hallo Horst,
Euer Engagement zu dem Projekt Koalitionsvertrag und Tagespolitik habe ich im Forum schon ehrlich angesprochen. Genauso ehrlich möchte ich nach Studieren Deines Briefwechsels mit der Regierung sagen:

Ich würde mir wünschen, wenn der Leiter/ Moderator eines ViLE-Projektes die nötige Zurückhaltung in Aufbereitung und Diskussion innerhalb des Projektes an den Tag legen würde, die ich von einem neutralen Moderator erwarte.

Von Ihrem Einverständnis ausgehend werde ich die Texte im Rahmen unseres in Vorbereitung befindlichen Projektes „Koalitionsvertrag und Tagespolitik“ auf den Internetseiten von www.vile-netzwerk.de veröffentlichen. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm ist der gemeinnützige ViLE e.V. das „Virtuelle und reale Lern- und Kompetenz-Netzwerk älterer Erwachsener“.
Ich persönlich halte es für äußerst problematisch, wenn der Verein ViLE seine Plattform bietet, Deinen persönlichen Schriftverkehr mit verschiedenen Bundesministerien, in dem Du Deine grundsätzliche Ablehnung gegen "die Politik" zum Ausdruck bringst, zu veröffenlichen. Das hat jedoch nichts mit Deiner Meinung und Deinen Ansichten zu tun. Für mich sprichst Du nicht. Ich meine, dass man das so nicht machen kann.

Natürlich darf das Prokjekt Kritik üben, auch im Detail, auch Unmutsäußerungen zur Form eines möglichen Schriftwechsels, aber alleine das Abdrucken Deines Briefes und der Antworten sowie Deine Bewertungen dazu gehören meiner Meinung nach nicht auf unsere Homepage, es sei denn, Du diskutierst als Mitglied. Du bist aber Leiter des Projektes.
Ich habe zumindest dazu persönlich eine andere Auffassung, die ich Dich bitte, zur Kenntnis zu nehmen.

Warum kann man nicht die Argumente Für und/ oder Wider einer Politik - auch in einem Projekt - trennen von einer moderaten, möglichst neutralen Betreuung (Moderator).
Du vermischst das mit Deinen persönlichen - negativen - Erfahrungen mit "dieser Politik" in den letzten Jahren, oder hier 100 Tagen.
Dies zu trennen wäre m.E. Deine Aufgabe als Leiter des Projektes, ohne dass ich natürlich Deine persönliche Meinung (der ich manches sogar abgewinnen kann) unterdrücken will und kann.
Dir steht es auch nicht zu, die Äußerungen von Ministerien zu werten, zu kritisieren, als Bürger ja, als Leiter eines ViLE-Projektes meine ich nicht. Du verliert Deine neutrale Funktion. Die Bühne (Homepage) des Vereines, den ich mitvertrete, wird "umfunktioniert", zumindest liegt eine Gefahr darin. Das halte ich für mindestens fragwürdig.

Ausdrücklich finde ich es auch vorbildhaft, wie Du Dich für Deine politische Grundüberzeugung (nicht Parteipolitik) auf die Bühne von ministerieller Bürokratie wagst. Da will ich Dir ausdrücklich weiterhin Mut und Durchhaltevermögen bescheinigen; sehr viel politische Courage gehört ebenfalls dazu. Das ist ehrenhaft. Deine Briefe und Antworten, das Weiterbohren, u.s.w. sind - das darf ich Dir sagen - gut!
Es gehört jedoch nicht auf die Homepage von ViLE e.V.

Warum der Kern meines Anliegens in den Norden so schwer vermittelbar ist, vermag ich nicht nachzuvollziehen.

Abschließend darf ich bemerken, dass ich nun bewußt nicht in die inhaltliche Diskussion eingestiegen bin. Ich bin mir nicht sicher, ob das unter diesen Voraussetzungen fruchtbar erscheint.
Im übrigen schreibe ich hier nicht als Vorstandsmitglied, sondern als VilE-Mitglied.
Herzliche Grüße
Clemens

hwest

Ach Clemens!

Beitrag von hwest » Samstag 8. April 2006, 13:56

Ach Clemens,
wir haben eben unterschiedliche Auffassungen von Projekten – und das nicht zum ersten Mal. Immer wieder wurden wir älteren Bürger aufgefordert, uns politisch zu engagieren. In unserem Projekt tun wir es. Und wie sollen wir neutral sein – ich sage „wir“, denn die Mitglieder unserer Lübecker Gruppe sehen das auch so – wenn unsere Politiker seit Jahren kein Mittel finden, etwas gegen die Arbeitslosigkeit von fünf Millionen Menschen zu tun. Da muss man doch den Mund aufmachen dürfen.

Übrigens: ViLE hat bei der Bundeszentrale für politische Bildung die Anerkennung als politische Bildungseinrichtung beantragt. Und Politik ist halt Meinung.

Zu der Veröffentlichung des Briefwechsels ist zu sagen, dass meine Gruppe mich dazu ermutigt hat, weil er genau das betrifft, was auch in dem Projekt diskutiert wird. Man kann sich zu dem Briefwechsel auch ganz neutral eine Meinung bilden. Ich habe mir allerdings erlaubt, als Verfasser meine Meinung im Schlusskommentar auszudrücken, um darzustellen, warum ich aufgebe.
Horst

Clemens

Nur der Moderator!

Beitrag von Clemens » Samstag 8. April 2006, 14:16

Nur der Moderator soll möglichst neutral sein, Horst.
Nicht die diskutierenden Mitglieder der Gruppe. Du kennst den Unterschied und meine Meinung dazu. Du verdrehst meine Argumente und Du weißt das auch.

Eine unterschiedlicher Sichtweise ist normal. Da kann ich gut mit umgehen. Mit permanenter Uneinsichtigkeit allerdings nicht.
Clemens

Clemens

Bundeszentrale für politische Bildung

Beitrag von Clemens » Samstag 8. April 2006, 14:33

Zur Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) möchte ich gesondert Stellung nehmen.
Horst schreibt:
Übrigens: ViLE hat bei der Bundeszentrale für politische Bildung die Anerkennung als politische Bildungseinrichtung beantragt. Und Politik ist halt Meinung.
Da ich den Schrifverkehr mit der BpB seit über einem Jahr persönlich führe, ich es ganz nett, daran erinnert zu werden;-((

Aber zur BpB:
- wird man wohl nicht sehr erfreut sein, wenn der Leiter eines ViLE-Projektes in Schreiben an Ministerien beklagt, dass "seit Jahren die Politker nichts getan haben.."

- wird man zur Kenntnis nehmen, dass der Leiter eines ViLE-Projektes der Ansicht ist, dass "seit Jahren dem Grundgesetz durch "die Politiker" keine Geltung verschafft wird..."

- wird man erstaunt sein zu hören, dass der Leiter eines VilE-Projektes der Meinung ist, dass die Ministerien der Bundesrepublik Deutschland "in Lethargie verharren.."

- wird man aufhorchen, wenn der Leiter eines VilE-Projektes "sich wundert, dass das Deutsche Volk sich dies alles gefallen lässt - bisher jedenfalls." (und damit indirekt zu "französischen Verhältnissen" ermuntert).

Nein, ich bleibe dabei, die Moderation eines Projektes eines Vereines, welcher sich politisch möglichst neutral verhalten sollte, sieht für mich - und nun behaupte ich sogar, da kenne ich mich aus - etwas anders aus.

Zur Wiederholung bekräftige ich, dass unterschiedliche politische Meinungen natürlich wichtig sind und auch zu ViLE gehören, auch in die politischen Projekte. Aber das sind für mich immer noch zwei paar Stiefel.
Ach Horst!

Mit einem Gruß aus Elchingen
Clemens

Horst Glameyer
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Moderation

Beitrag von Horst Glameyer » Samstag 8. April 2006, 19:38

In der Vereinssatzung des "Virtuellen und realen Lern- und Kompetenz-Netzwerks älterer Erwachsene" (ViLE) lese ich unter § 2 (4) Ziele und Aufgaben:
"Der Verein versteht sich mit seinen verschiedenen Angeboten als ein Träger der politischen, sozialen und kulturellen Bildung und ermutigt dazu, sich für Andere und die Gesellschaft zu engagieren."

Dass sich der Moderator eines solchen Angebotes neutral zu verhalten habe, ist in dem Absatz nicht festgelegt, vielmehr betrachtet es der Verein als seine Aufgabe, dazu zu ermutigen, sich für Andere und die Gesellschaft zu engagieren. Wer aber könnte das besser tun als z.B. der Moderator eines Angebots zur politischen Bildung? Außerdem geht m.E. aus den kritischen persönlichen Texten deutlich hervor, dass es sich darin um die Meinung des namentlich genannten Moderators und seiner Gruppe in ViLE e.V. handelt.

Auch in den politisch oft sehr kritischen Fersehsendungen der ARD (z.B. Panorama) und des ZdF (Frontal 21) verhalten sich die ModeratorInnen keineswegs immer neutral, obwohl die Sendungen von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ausgestrahlt und dafür Gebühren erhoben werden. Sicher werden ihre Ansichten nicht von allen in den Sendern geteilt.

Clemens

Die Satzung

Beitrag von Clemens » Sonntag 9. April 2006, 11:16

Lieber Horst G.,
mit Deiner Stellungsnahme kommst Du Horst W. zu Hilfe, d.h. Du unterstützt seine Art der Moderation des ViLE-Projektes „Koalitionsvertrag und Tagespolitik“. Grundsätzlich finde ich es gut und besser, Position zu beziehen, als zu schweigen.

Wenn sich in einer Auseinandersetzung, wo es um unterschiedliche Positionen geht, die Argumentation um bessere Argumente begonnen wird, aus Satzungsparagraphen zu begründen, so ist meist eine Diskussion ohne Grundsätzlichkeit kaum mehr möglich, sie kann auch nervenaufreibend sein. Sie ist auf jeden Fall die letzte Möglichkeit, aufgezeigte Positionen zu begründen. Denn ein respektvolles, harmonisches Miteinander zwischen den Mitgliedern in einem Verein sollte sich nicht aus Satzungsparagraphen begründen, sondern aus dem täglichen Miteinander und normalerweise ungeschriebenen Gesetzen (Netiquette). Ich habe da viele gute Beispiele der letzten Jahre in unserem Verein VilE gefunden. Trotzdem will ich nicht Deiner Argumentation aus dem Wege gehen.

Du schreibst:
In der Vereinssatzung des "Virtuellen und realen Lern- und Kompetenz-Netzwerks älterer Erwachsene" (ViLE) lese ich unter § 2 (4) Ziele und Aufgaben:
"Der Verein versteht sich mit seinen verschiedenen Angeboten als ein Träger der politischen, sozialen und kulturellen Bildung und ermutigt dazu, sich für Andere und die Gesellschaft zu engagieren."
Ich kenne die Satzung.
Ich stimme ihr ausdrücklich zu.
Nun geht es an die Interpretation. Da wird es schon schwieriger.
Da ich bei der Gründung des Vereins ViLE nicht dabei war, kenne ich den Sinn und Absicht der Gründungsmitglieder nicht, der sie zu dieser Formulierung veranlasst hat. Ich kann den Text nur interpretieren im Sinne hier einer politischen Bildung Erwachsener, welche zumindest von Überparteilichkeit geprägt ist. Sonst würde für mich politische Bildung und Engagement keinen Sinn machen.
Man muß sich auch die Frage stellen, ob es nicht auch VilE-Mitglieder anderer politischer Überzeugung als Horst W. gibt? Es wäre ja schade, wenn es nicht so wäre. Seine politische Einstellung beklage ich ja nicht, sondern seine mangelnde Rücksicht auf die Mitglieder von ViLE, die nun mal anderer oder völlig anderer politischer Überzeugung sind. Diese Mitglieder werden durch Einseitigkeit in der Betreuung und Moderation eines öffentlichen Projektes (VilE-Homepage) betroffen. Sie haben zwar die Möglichkeit, sich zu informieren und z.B. im Forum auch zu artikulieren, sind immer jedoch nicht in der komfortablen Situation eines einseitigen Moderators, der mit ca. 6 din a 4 Seiten Briefwechsel seinen politischen Unmut „gegen die Politik“ zum Ausdruck bringen kann.

Daher halte ich eine „möglichst neutrale“ man könnte auch sagen überparteiliche Position für den Leiter eines politischen ViLE-Projektes für unabdingbar (Ganz zu schweigen von einer möglichen negativen Drittwirkung des Vereines ViLE auf den öffentlichen Bereich. Es steckt ja auch Werbung in unseren öffentlichen Projekten; dies ist so für mich keine).
Es geht also um sogenannte ungeschriebene Gesetze, welche nicht immer in Satzungen explizit aufgeschrieben sind. Sollte der Geist der ViLE-Gründer jedoch grundsätzlich eine andere Deutung haben, so wird das für mein weiteres Vorgehen Konsequenzen haben.

Du schreibst:
Dass sich der Moderator eines solchen Angebotes neutral zu verhalten habe, ist in dem Absatz nicht festgelegt, vielmehr betrachtet es der Verein als seine Aufgabe, dazu zu ermutigen, sich für Andere und die Gesellschaft zu engagieren. Wer aber könnte das besser tun als z.B. der Moderator eines Angebots zur politischen Bildung? Außerdem geht m.E. aus den kritischen persönlichen Texten deutlich hervor, dass es sich darin um die Meinung des namentlich genannten Moderators und seiner Gruppe in ViLE e.V. handelt.
Sich für andere und die Gesellschaft zu engagieren, unterstreiche ich ebenfalls, aber das Wie?
Wenn z.B. ein anderer aus der Gruppe Leiter und Moderator in „meinem Sinne“ wäre – völlig neutral geht nicht, aber sehr moderat neutral – dann gäbe es überhaupt keine Bedenken, wenn Horst W. als Gruppenmitglied im Forum (in 25-30 Zeilen, wie er schreibt) seine feste Überzeugung darlegt. Keine Bedenken durch mich. Das ist sein gutes Recht.
Ein Moderator greift im Forum bei Angriffen gegen die Persönlichkeit, bei Beleidigungen o.ä. ein. In der Sache versucht er, eine Diskussion zwischen den Mitgliedern anzustoßen und ggf. in Gang zu halten. Das kann auch auf der Projektseite geschehen. Dafür bedient er sich ggf. auch provokanter Thesen, um sein Ziel, die Diskussion anzustoßen, zu erreichen. Der Briefverkehr auf der Startseite des Projektes jedoch fällt aber eindeutig nicht darunter. Wenn man den Briefwechsel durchliest, könnten sich andere ViLE-Mitglieder sogar verletzt fühlen.

Du schreibst weiter:
Auch in den politisch oft sehr kritischen Fersehsendungen der ARD (z.B. Panorama) und des ZdF (Frontal 21) verhalten sich die ModeratorInnen keineswegs immer neutral, obwohl die Sendungen von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ausgestrahlt und dafür Gebühren erhoben werden. Sicher werden ihre Ansichten nicht von allen in den Sendern geteilt.
Den Vergleich mit Polit-Magazinen Panorama oder Frontal 21 kann ich aus den verschiedensten Gründen nicht nachvollziehen. Ich versehe da Deine Argumentation nicht. Daher verzichte ich hier auf eine Stellungnahme dazu.

Herzliche Grüße
Clemens

Horst Glameyer
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Moderation

Beitrag von Horst Glameyer » Sonntag 9. April 2006, 13:59

Lieber Clemens,
es ging mir nicht darum, Horst W. und der Lübecker Gruppe zu Hilfe zu eilen, sondern aufgrund deiner Kritik an der Moderation des ViLE-Projektes „Koalitionsvertrag und Tagespolitik“ festzustellen, ob mit ihr gegen die Vereinssatzung verstoßen wurde. Nur so lassen sich bekanntlich schwerwiegende Streitfragen sachlich klären, bevor sie in emotionale Anschuldigungen abgleiten. Nach dem Wortlaut des § 2 (4) liegt kein Satzungsverstoß vor. Von Neutralität und Überparteilichkeit ist darin nicht die Rede, auch wurde, soweit ich das erkennen kann, von dem Moderator und seiner Gruppe kein ViLE-Mitglied persönlich angegriffen und dessen abweichende politische Meinung in irgend einer Form verunglimpft.

Allerdings fühlst du dich dennoch durch die Art und Weise der Moderation verletzt und verweist darauf, dass auch andere Mitglieder das so empfinden könnten. Ferner befürchtest du anscheinend für ViLE e.V. beträchtliche Nachteile seitens behördlicher Stellen, wenn sie ebenfalls an der Moderation Anstoß nähmen.

Mithin gibt es ein Problem, das anscheinend durch wechselseitige Erklärungen und Vorhaltungen im Forum nicht gelöst werden kann.

Da es offensichtlich keinen Kommentar mit einer für alle bindenden Auslegung des o. g. Satzungsparagraphen gibt, bedarf es wohl einer Entscheidung des ViLE-Vorstands sowie der Mitgliederversammlung, ob dieses ViLE-Projekt weiterhin in seiner gegenwärtigen Form moderiert werden darf oder soll.
Vielleicht steht auch einem politischen Projekt nichts im Wege, das andere Positionen als die Lübecker Gruppe vertritt.
Herzlichen Gruß
Horst

Gast RSW

Wir warten auf Arbeitsplätz

Beitrag von Gast RSW » Sonntag 9. April 2006, 15:18

Antwort an Clemens zum „ Wir warten auf Arbeitsplätze“

Hallo Clemens
Dein Beitrag vom 6.4.06 veranlasst mich nun aus meiner ViLE-Lübeck-Ecke zu kommen um Deine bekmesserischen Belehrungen zu Widersprechen.
„Der Briefwechsel eines Briefes an die Bundeskanzlerin“ ist für mich mit der entstehenden Diskussion ein Beispiel dafür, wie es um die Seele des deutschen Bürgers aussieht.
- „Überschüttet mit täglichen Informationen, als permanenter ständig sich steigernder Konsument, über seine Verhältnisse lebend, wird er von Politik und Funktionären aller Art verführt, betrogen und für dumm behandelt, und man kann ihm kaum helfen„
Horst hat mit der ViLE-Gruppe in Lübeck dieses uns alle interessierende wichtige Thema des Verlustes von Arbeitsplätzen in Deutschland , die Haltung der Wirtschaft und Politik dazu diskutiert. Diese Briefwechsel hält flashbildartig fest, wie der Bürger ausgebremst wird.
Wer objektiv die Beiträge und die Qualität der Dokumentationen von Horst aus der Vergangenheit bewertet, kommt mit Sicherheit zu dem Ergebnis:
Dies sind professionelle Beiträge die informieren, die den Finger in die Wunde legen und die Dinge aus der Sicht des Bürgers hinterfragen.
Mach doch auch mit, ohne uns nur die gelbe Karte zu zeigen!
Ewald 9.4.06

Clemens

Seele des Deutschen Bürgers

Beitrag von Clemens » Sonntag 9. April 2006, 17:52

Hallo Ewald,
ich habe nie die Qualität und Kompetenz von Horst W. als ausgezeichneten Journalisten hinterfragt oder hinterfragen wollen. Dazu gehören auch seine Formulierungen in Analysen. Mir liegt und lag es auch fern, ihn in irgendeiner Weise beschädigen zu wollen. Diese Frage steht doch in keinster Weise zur Debatte.

Du schreibst:
„Der Briefwechsel eines Briefes an die Bundeskanzlerin“ ist für mich mit der entstehenden Diskussion ein Beispiel dafür, wie es um die Seele des deutschen Bürgers aussieht.
Also, was den "Deutschen Bürger" so bewegt, weiß ich nicht, ob Du da von allen eine Unterschrift erhalten würdest? Aber Deine Einschätzung nehme ich so hin. Andere haben vielleicht eine andere?

Ich bin mir auch nicht so sicher, ob aus dem Schriftwechsel mit dem Wirtschaftsministerium und dem Kanzleramt so deutlich hervorgeht, dass "der Bürger ausgebremst wird" wie Du es beschreibst? Warum?

Aber um all diese Fragen ging es mir in meiner Kritik ja nicht, wie ich nun mehrfach ausgeführt habe. Ich fände es auch ein wenig unglaubwürdig, wenn mir dies von verschiedenen Seiten nun unterstellt würde.

Ich kann sicher mir Euch über die Inhalte sachlich diskutieren, wenn ich mir sicher sein könnte, dass die Diskussion fair und überparteilich betreut würde. Diesen Eindruck habe ich allerdings derzeit nicht.
Clemens

Christa B.

Beitrag von Christa B. » Sonntag 9. April 2006, 19:49

Welch originelle Idee, der neuen Bundeskanzlerin, die entscheidenden Fragen zu stellen.
Sie hat bereits den politischen Stil verändert, warum sollte sie also nicht auch versuchen, ihre Versprechungen in die Tat umzusetzen.Schließlich hat sie – wie die Umfragen beweisen - einen Vertrauensvorschuss beim (unpolitischen) Bürger.
Die Antwort zeigt allerdings, wie der Fragende mit allgemeinen Floskeln, die sich nicht einmal auf den Inhalt beziehen, abgefunden wird. Was soll der mündige Bürger damit anfangen? Wie und wo kann/soll er sich noch engagieren? Es dürfte also nicht verwunderlich sein, dass die Politikverdrossenheit wächst.
Natürlich ist die politische Lage durch die Globalisierung und ihre Folgen außerordentlich
Kompliziert, es gibt also keine einfachen Antworten. Aber das berechtigt die politisch Verantwortlichen nicht, die Bürger mit den alten unwirksamen Rezepten abzuspeisen. Im Gegenteil, die politischen Eliten sind verpflichtet, innovative nationale Lösungen im Rahmen des Möglichen umzusetzen.

Die Frage, ob der Moderator sich im Rahmen eines ViLE-Projekts „politisch“
äußern darf, verstehe ich nicht ganz. Es ist doch klar, dass er wie die profilierten Fernsehmoderatoren, seine eigene politische Sicht vertritt. Und – was ist politische Weiterbildung ohne originelle Ideen und klare persönliche Stellungnahmen?

Clemens

Beitrag von Clemens » Sonntag 9. April 2006, 22:20

"Das Geschehen ist nur eines von vielen gleichartigen Vorgängen in der Bundesrepublik Deutschland, und ich frage mich, wie lange die deutschen Politiker noch tatenlos zusehen wollen, wie Finanzjongleure ungestraft das Grundgesetz brechen.....sie haben sich Gedanken zu machen, wie dem beschriebenen Irrsinn gegenzusteuern ist."

Aus Zitaten des Projektleiters in seinem Schreiben an die Bundeskanzlerin.

Ohne näher auf den von ihm geschilderten Vorgang einzugehen und eingehen zu können, halte ich alleine diese Äußerung zum Beispiel für politisch völlig unausgewogen. Ich halte sie auch für falsch.

Wird sich die Bundeskanzlerin aufgrund dieser Aufforderung nun an die Arbeit machen und zur Tat schreiten? So funktioniert doch Politik nicht in unserem Staat. Und dass sich Frau Merkel keine Gedanken um das Wohl des Landes macht, ist wohl auch nur eine persönliche Meinung.

Sie wird aber als Meinung einer ViLE-Gruppe vorgetragen. Ist der Projektleiter dazu authentisiert? Da könnte man meinen, im Rahmen des Projektes ja, aber hat er dies auch deutlich gemacht?

Und um eine "originelle Idee" handelt es sich hier m.E. auch nicht, wie ich oben lesen konnte. Inwieweit politisches Handeln dann als "unwirksames Rezept" abgetan werden kann, wäre genauer zu untersuchen.

Für mich zählt nach wie vor politische Ausgewogenheit zu den Leitlinien eines politischen ViLE-Projektes und die erwächst nun mal aus einer gewissen Überparteilichkeit in der Funktion des Leiters bzw. des Moderators.

Clemens

axel

Wir warten auf Arbeitsplätze

Beitrag von axel » Montag 10. April 2006, 16:51

HalloClemens,
nun hast Du es doch geschafft aus einem inhaltlich spannenden Briefwechsel zwischen der Bundesregierung und einem engagierten Bürger und Vile-Mitglied (Horst W.)
einen formalen Streit über Satzungsfragen auszulösen. Aber immerhin wird ja munter diskutiert., das passiert ja auch nicht alle Tage bei Vile..
Du schreibst selbst, dass Du bewußt nicht in die inhaltliche Diskussion eingestiegen bist, schade eigentlich ,denn das Thema, um das es eigentlich ging, war die Untätigkeit der bisherigen und der jetzigen Regierung,und was sie zu tun gedenkt , um für die Zukunft zu verhindern, dass so etwas wie bei der Grohe-Übernahme wieder passiert .Das Fernsehen lieferte mit seinem sehenswerten Beitrag die Bilder, Fakten und Analysen. Und wir, bzw Horst haben uns damit nicht zufrieden gegeben, sondern nachgefragt. Nicht unterwürfig, nicht kritiklos,. nicht überparteilich, sondern direkt, fordernd ,freundlich im Ton aber hart in der Sache. .Und das dürfen wir nicht, sagst Du.
Und forderst die nötige Zurückhaltung im Aufbereiten und in der Diskussion, einen neutralen Moderator. Persönliche Schreiben sollen nicht über Vile- homepage laufen und Bewertungen schon gar nicht .Und als Vile Mitglied darf man auch keine Staatsorgane (Ministerium) kritisieren Kurzum, Du forderst eine überparteiliche (was ist das eigentlich) Position eines Vile-Leiters.
Und das alles forderst Du nicht als Vorstandsmitglied (warum eigentlich nicht?).
Das darfst Du natürlich auch, aber dann bin ich doch mal gespannt was denn die übrigen Vorstandsmitglieder und die anderen Vile Mitglieder von dieser Deiner persönlichen Meinung halten. Fortsetzung folgt bestimmt..

Clemens

Zur Diskussion

Beitrag von Clemens » Montag 10. April 2006, 17:12

Lieber Axel,
Du deutest meine kritische Stellungnahme anders als sie in Wirklichkeit eigentlich gemeint ist. Es handelt sich auch um keine Satzungs-Diskussion.

Ich habe heute der Vorsitzenden des Vereines ViLE versucht, meine Position deutlich zu machen. Da Carmen derzeit in Urlaub ist, wird ihre Stellungnahme (und die des Vorstandes) vermutlich erst nach Ostern vorliegen.

Um den Vorstand und den Verein ViLE nicht durch öffentliche Diskussion zu beschädigen, habe ihr vorgeschlagen, mit sofortiger Wirkung meine Funktion als Beisitzer im ViLE-Vorstand ruhen zu lassen.

Clemens

Ingeborg S.

Beitrag von Ingeborg S. » Dienstag 11. April 2006, 03:47

Ich muß Axel recht geben – diese von Clemens ausgelöste Diskussion über die Neutralität eines Moderators ist so überflüssig wie ein Kropf. Soweit ich weiß, wurde vor einiger Zeit die Position eines solchen Moderators von Ulm aus vorgeschlagen und von uns als nicht wirklich notwendig beurteilt. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, zuzustimmen und den Job irgendeinem Strohmann/frau anzudienen, dann wären uns diese unerquicklichen Diskussionen erspart geblieben. Woran man mal wieder sehen kann, dass es nur um Formalien und nicht um Inhalte geht. Wir sind doch schließlich nur eine Gruppe interessierter Bürger, die sich im Internet mit anderen Interessierten über Ihre Ansichten – Hoffnungen – Kritiken zur Politik in unserem Land austauschen und sich gegenseitig ermutigen möchten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten – sprich Nachfragen bei Politikern – aktiv am politischen Geschehen teilzunehmen und keine Institution, die mit ihren Meinungsäußerungen Einfluß auf eine breite Öffentlichkeit haben könnte. Die Ansichten, die Horst im Namen unserer Gruppe ins Netz gestellt hat, sind ja wohl nicht verfassungs- oder sonst wie –feindlich!
Also lasst uns doch lieber gemeinam die Entscheidungen unserer Regierung in den verschiedenen Politikbereichen beobachten und Stellung dazu nehmen!

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