Thema Bildung und Zukunft

Die gemeinsam während dem Seminar erarbeiteten Thesen stehen im ViLE-Forum zur Diskussion!
Themenbereiche sind: Zukunftsaufgabe älterer Menschen und Thesen zu verschiedenen Themenfeldern
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Markus
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Re: Thema Bildung und Zukunft

Beitragvon Markus » Dienstag 18. Mai 2010, 17:10

Liebe Mitdiskutanten/-innen, die Diskussion bewegt sich m.E. auf mehreren Ebenen:
1. zunächst beginnt Lebenslanges oder besser lebensbegleitendes Lernen bereits im Kindesalter; dort werden Grundlagen gelegt und die Einstellung zum Lernen selbst angelegt; benachteiligte Kinder müssen besonders gefördert werden, begabte Kinder brauchen ihren Begabungen entsprechende Herausforderungen. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, d.h. Eltern und Familien sind ebenso gefordert wie die Bildungsinstitutionen Kindergarten und Schule - und Großeltern und ältere Erwachsene (es müssen ja nicht die eigenen Enkelkinder sein) - können hier durchaus eine wichtige Unterstützungsfunktion übernehmen. Eigentlich kann es hier gar nicht ausreichend Angebote geben, deswegen halte ich es falsch, dass eine gegen das andere verrechnen zu wollen.
2. was mich in Bezug auf das Lebenslange oder lebensbegleitende Lernen sehr bewegt, ist dass bisher etwa nur 50% der Bevölkerung an Weiterbildung und Lernen interessiert scheinen. Ähnlich Werte gibt es in bezug auf das Ehrenamt. Das scheint mir auch der Ausgangspunkt der Frage gewesen zu sein, wie können wir die Desinteressierten erreichen. Sollte es eine Lernpflicht für Ältere geben oder gibt es ein Recht, einfach in Ruhe gelassen zu werden?
Gruß Markus

HildegardN
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Re: Thema Bildung und Zukunft

Beitragvon HildegardN » Mittwoch 19. Mai 2010, 08:59

"Sollte es eine Lernpflicht für Ältere geben?", fragt Markus. Es kommt m.E. auf die Position der älteren Menschen an.
Berufstätige sollten in jedem Falle an der Weiterbildung teilnehmen, und das betrifft nicht nur die gegen Entgelt Beschäftigten, sondern auch die ehrenamtlich und anderen Engagierten oder Tätigen. Ihr Einsatz verpflichtet sie, ihre Aufgaben korrekt und bestmöglich zu erfüllen. Dies setzt voraus, dass sie die Bedingungen der gesellschaftlichen Entwicklung erkennen und sie aufgreifen und nutzen. -
Anders ist es bei den Ruheständlern. Eine Verpflichtung zur Weiterbildung wäre hier nicht mehr angebracht, aber auf jeden Fall eine laufende Motivation, und dies nicht nur,um handlungsfähig zu bleiben (wer z.B. den Fahrkartenautomaten nicht bedienen kann, für den ist der Zug abgefahren), sondern um die eigene Lebensqualität zu erhalten oder auch zu steigern. Außerdem sind sie ebenso wie die Jüngeren der Zukunft verpflichtet und tragen eine Verantwortung, der sie gerecht werden müssen.
Hildegard

Margret Budde

Re: Thema Bildung und Zukunft

Beitragvon Margret Budde » Montag 31. Mai 2010, 18:22

Dass eine gute Bildung unablässlich ist, ist uns allen klar. Aber wie können wir sie erreichen?

Die Grundlage bildet zweifelsohne die Familie. Jedoch müssen wir uns verdeutlichen, dass sich die Zeiten geändert haben, und eine Familie im klassischen Sinn selten noch existiert. Die Idealvorstellung in den fünfziger Jahren bestand darin, dass das Kind nach Schulschluss daheim am Nachmittag für mehrere Stunden seine Hausaufgaben machte und anschließend die spärlichen Möglichkeiten anderer Angebote nutzen konnte.

Heute weiss man, dass man durch die verbesserten Lernmethoden und die Anpassung der Unterrichtszeiten an den biol. Lernrhythmus bei der täglich mehr werdenden Fülle an vielseitigem Wissen viel mehr erreichen kann. Hier plädiere ich für eine Ganztagsschule. Die Kinder haben am Nachmittag nach den Hausaufgaben wirklich frei, und können ihren weiteren Interessen nachgehen.
Wichtig ist das alle Fächer umfassende Angebot in der Schule.
Soziologie und musische Fächer dürfen den reinen Wissensfächer nicht nachstehen.
Hier ist die Schule gefragt bzw. der Staat mit seinem Bildungsangebot.
Bildung tut Not!

Integrierte Kindergärten und Schulen sind überall wichtig, damit ein junger Mensch die wichtigsten Grundlagen für ein funktionierendes Gemeinwesen, das Miteinander mit ALLEN Menschen lernen kann.

Jedoch auch hier kommt es darauf an, dass die ELTERN und alle an der Erziehung eines Kindes beteiligten Personen (das ist eigentlich ein jeder Bürger in unserem Gemeinwesen!) nach Bildung streben. Hier stellt sich wieder einmal die Frage nach der Motivation.

Für mich persönlich sehe ich mich in meinem täglichen Leben in jeder Situation als Impulsgeber. Sehr erfreulich war für mich in der letzten Woche ein Kontrollanruf meines 6-jährigen Enkelkindes, ob ich das Gedicht, das ich bei meinem letzten Besuch in Karlsruhe mit ihr gelernt hatte, noch aufsagen könne. Dieses gemeinsame Lernen mit mir war ihr äußerst wichtig und sie hatte zuvor ihrer Freundin stolz erzählt, dass auch ihre Oma noch zur “Schule” gehe.
Wir Älteren können Anstoss geben mit dem, was wir durch unser Lernen erreicht haben und dadurch so manchen begeistern.

Margret