Freiwilliges Engagement und Internet

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Carmen Stadelhofer
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Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Carmen Stadelhofer » Samstag 14. Mai 2011, 06:57

Die nächsten BAGSO-Nachrichten befassen sich mit dem Thema "Freiwilliges Engagement".
Wir wurden angefragt, in einem Text (1,5 Seiten) der Frage nachzugehen, welche Rolle das
Internet bei der Förderung des freiwilligen Engagements hat, wie konkret
ältere Menschen mit Hilfe des Internets ein Engagementfeld finden,
Netzwerke aufbauen. Wie sind Internetseiten wie "engagiert in Deutschland"
etc. zu bewerten?
Wir haben ja selbst zu diesem Thema in den letzten Jahren eine Menge Erfahrungen gemacht, LernCafé, Projekte,... und auch die derzeit laufende europäische Projektern, bei den ViLE beteiligt ist, "Tell me your commitment" (http://www.tell-me.org/) und "Danet" (www.danet-at-work) sind internetbasiert.
Ich möchte euch bitten, in diesem Forum bis zum 26. Mai zu diesen Fragen Stellung zu nehmen, damit wir ein möglichst umfassendes Bild
skizzieren können.
Herzliche Grüße, Carmen

wheumann
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon wheumann » Samstag 14. Mai 2011, 08:33

Liebe Frau Stadelhofer.

Wir sind über Herrn Bösenberg zur Arbeit an den jüdischen Friedhöfen gestoßen. Die Forschung an den Friedhöfen hat sich zu einem Teil unseres Lebens ausgeweitet. Wir haben eine Gruppe von Freunden und Bekannten, die uns Informationen liefern und haben Ansprechpartner an Universitäten, die uns bei Problemen helfen.

Wir haben mit einem Hebräisch-Studium begonnen. Der Erfolg lässt (sehr) auf sich warten, aber es macht Spaß.
An den übrigen Aktivitäten von "VILE" nehmen wir eher passiv teil, aber wir verfolgen viele Themen und benutzen sie als Anregung für die Auswahl unseres Lesestoffes.

Ein Problem beobachten wir. Wenn ich die Freunde einlade, sich die Seite anzusehen und mitzumachen, dann beschreibe ich: "Sehr interessant, tolle Themen, von Senioren für Senioren" oder jedenfalls so ähnlich. Und an dieser Stelle fühlen sich viele Freunde eben nicht als Senioren oder sie verbinden den Begriff mit Senilität oder was es sonst noch an negativen Begriffen gibt.
Aber ich glaube, für dieses Problem gibt es keine Patentlösung.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Heumann

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Carmen Stadelhofer
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Carmen Stadelhofer » Samstag 14. Mai 2011, 22:31

Hallo, Wolfgang Heumann, danke für die prompte und interessante Antwort. Finde ich total spannend zu lesen, wie das Projekt "Jüdische Friedhöfe" von Dietrich Bösenberg Sie zu Recherchen und gar Hebräisch-Studium angeregt hat. Das letzteres schwierig ist weiß ich von meinem Neffen, der sich auch damit mehr oder weniger herumquält.

Dass ältere Erwachsene nicht "Senior/Seniorin" genannt werden wollen, höre ich immer wieder (in den englischsprachigen Ländern ist der Begriff "senior" überhaupt nicht so negativ belegt wie bei uns in Deutschland), aber wie könnten wir denn Ihre Bekannten ansprechen, dami Sie sich angesprochen fühlen? Falls Sie uns da irgendeinen Tip geben könnten...!!
Mit herzlichem Gruß, Carmen Stadelhofer

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helmutf-berlin
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon helmutf-berlin » Montag 16. Mai 2011, 13:10

Im januar 2011 stiess ich im Internet auf den ZENSUS 2011. Da sogenannte beauftragte / interviewer gesucht wurde habe ich mich beworben. Zur zeit bin ich als solcher tätigt. Ganz interessant, aber weit zeitaufwändiger als ich zunächst gedacht habe.
Ab juni 2011 beabsichtige ich die jüdischen friedhöfe in Berlin zu besuchen und die ergebnisse in den strang von Dietrich Bösenberg einstellen.

Freundlichen gruss,
helmutf-berlin.

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Carmen Stadelhofer
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Carmen Stadelhofer » Montag 16. Mai 2011, 14:27

Hallo, Helmut, hat das was mit der Datenerhebung Einwohnerzahl in D zu tun? Was sind da deine Aufgaben?

Kannst du mir aus deiner Sicht noch ein paar Anmerkungen machen zum Thema "Freiwilliges Engagement und internet"?
Super, dass du bei dem Projekt "Jüdische friedhöfe" mitmachen wirst
Herzliche Grüße Carmen

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Carmen Stadelhofer
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Carmen Stadelhofer » Dienstag 17. Mai 2011, 12:48

Roma Szczocarz aus Lodz

Liebe Carmen, ich habe Deine Beitraege zum Thema" Freiwilliges Engagement und
Internet" gelesen. Und angeregt durch dies Thema moechte ich gerne meine Meinung
zugeben. Leider, ich kann nicht in Vile- Forum meinen Beitrag anhaengen, darum
schicke ihn zu Dir direkt.

Meine Erfahrung mit dem Internet bei meinem freiwilligen Engagement ist nicht zu
gross, aber ich kann das sagen, dass das Internet mir bei meiner Arbeit sehr
hilft zB:
Wenn ich die Themen, die Professoren, die Professorinnen zu den Vorlesungen an
der Universitaet des dritten Lebensalters stoebere, auch wenn ich die Termine
der Vorlesungen festlege, mache das per Internet, um alles harmonisch
abzulaufen.(Wikipedia)

Ich besuche auch oft die ZAWIW- Seiten, um die Themen der Fruehjahrs- und
Herbstakademien zu erkennen.
Ich besuche als Gast des Vile Netzwerk und und meine aktive Teilnahme an dem
LernCafe macht mir viel Spass. Vielen Dank fuer die Redakteurin des LernCafe.

Bei dem Projekt" Freiwilligenarbeit der Senioren im Ausland" war man die
gegenseitige Verbindung per Internet noetig und bewertlos.

Meine Teilnahme an den EU Online- Projekten sollte mir" meine Tuer" fuer Anderen
offen und die aktive Frau zu sein.

Herzliche Gruesse aus Lodz
Roma Szczocarz

Ps.
Jetzt lerne ich per Internet die Gebaerdensprache, die insbesondere von
gehoerlosen Menschen zur Kommunikation genutzt ist.

Margret Budde

Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Margret Budde » Dienstag 17. Mai 2011, 18:10

Wenn ich meinen Weg nachzeichne, wie ich 2006 zu ViLE gekommen bin, so war nur das Internet im Spiel.
Ich suchte nach Weiterbildungsmöglichkeiten, da ich zu der Zeit durch gesundheitliche Einschränkungen an keiner realen Veranstaltung mehr teilnehmen konnte. Ohne Internet kann ich mir meine heutige Tätigkeit nicht mehr vorstellen. Der größte Teil meiner ehrenamtlichen Vorstandsarbeit in zwei Vereinen läuft nur auf diesem Wege. Schneller kann man seine einzelnen Themenbereiche mit den umfangreichen Informationen, die hin und her gehen, nicht abschließen.
Und dann die Recherchen. Man hat in Sekunden umfangreiche Informationen zur Hand aus den besten Quellen. Kann sie im copy-past-Verfahren ohne großen Zeitaufwand in seine Dokumente einfügen.
Als sehr wichtigen Punkt habe ich die Bildung von Freundschaften erfahren, die zum Teil im Internet entstanden sind. Man lernt gemeinsam mit Menschen aus allen Teilen Deutschlands, virtuell, bildet eine Gemeinschaft, ein Netzwerk, mit verschiedenen Generationen. Auf diesem Wege entstand auch das Leseprojekt "Jung und Alt" am ZAWiW, das nun wieder in einer weiteren Runde arbeitet, in der Senioren und eine Schulklasse das gleiche Buch lesen und besprechen. Diese Kontakte, die dabei entstehen, sind sowohl für ältere als auch für junge Teilnehmer ein unbedingter Gewinn.
Das Spannende ist, dass durch diese Austausche auch Kontakte in andere Länder entstanden sind.
Ohne Internet könnte ich nicht in der Redaktion des des Onlne Journals LernCafes mitarbeiten.
Vor 20 Jahren erhielt man Handzettel zur Information. Auf örtlicher Ebene bekam man seine Information. Wollte man aber diesen engen Kreis verlassen, wurden die Infos wesentlich weniger.
Heute habe ich innerhalb von Sekunden alle Veranstaltungen einer Stadt auf meinem Bildschirm und kann mich über den gewünschten Chor, den passenden Sportverein, rund alle Bereiche meines Interesses informieren, denn ohne Internetseite ist fast keine Gruppierung mehr denkbar.
- Meinen jetzigen Chor, der genau das bietet, wonach ich schon lange Ausschau gehalten habe, habe ich über das Internet gefunden.
- Das Seminar in Münster ist nur auf dem Wege des Internets publiziert worden.
Die Reihe lässt sich weiter forsetzen.
Herzliche Grüße
Margret

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Uwe Bartholl
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Uwe Bartholl » Donnerstag 19. Mai 2011, 12:06

In meinem persönlichen Umfeld und der Mitwirkung bei VilLE und im Lerncafe beobachte ich kein Freiwilligenengagement aufgrund der Suche im Internet. Die persönliche Kontaktnahme mit bereits engagierten Personen oder durch Information auf Informationsbörsen führt danach am ehesten zur Freiwilligenarbeit. Das Internet kann dabei eine vorbereitende Rolle spielen, denn bei der Informationssuche stößt mann immer wieder auf Vereinsaktivitäten, wo sich Freiwilligen Engagement erkennen lässt. Im Verbund mit der Aufmerksamkeit, die Freiwilligenarbeit zur Zeit in den Medien erhält, verstärkt sich diese Wirkung.
Uwe

Erna
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Erna » Donnerstag 19. Mai 2011, 12:57

Was mich im Augenblick sehr beeindruckt, ist, das gemeinsame Lesen und Diskutieren mit einer Schulklasse (Kalte Zeiten), das ohne das Internet so nicht möglich gewesen wäre. Sicherlich könnten Zeitzeugen in den Unterricht gehen, aber die Arbeit kontinuierlich zu begleiten, wie wir es jetzt tun, könnte man nicht. Vor allem wären die unterschiedlichen Blickpunkte nicht möglich.
Viele Grüße
Erna

HildegardN
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon HildegardN » Freitag 20. Mai 2011, 16:42

Als nahezu lebenslang tätige und im Laufe der letzten Jahrzehnte zunehmend freiwillig engagierte Redakteurin, die es auch im höheren Alter nicht lassen kann, durch Vermittlung von Informationen die Leser anzuregen und zu motivieren, ist das Internet eine wertvolle Quelle und Hilfe für mein Engagement.
Das Internet vermittelt mir für meine Tätigkeit die erforderlichen Informationen und Anregungen und macht mich auf unterstützende Beispiele und auf Angebote aufmerksam, wie beispielsweise auf das derzeitige Alt-Jung-Projekt "Kalte Zeiten", an dem ich seit einigen Wochen mit viel Freude mitarbeite.
Und meine Mitarbeit in der Lerncafe-Redaktion wäre ohne das Internet gar nicht denkbar. Oft trägt das Internet bereits zur Themenfindung bei, stellt das erforderliche Wissen dazu bereit, und transportiert schließlich das fertige Manuskript fast in Sekundenschnelle zum Ziel.
Herzliche Grüße, Hildegard

Brigitte Höfer
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon Brigitte Höfer » Sonntag 22. Mai 2011, 00:11

Gutes tun und darüber reden: übers Internet können mehr Menschen zuhören und davon erfahren als über andere Medien. Insofern finde ich das Jahr des Ehrenamts eine gute Sache.
Das Europa-Projekt "Tell me about your commitment - Erzähl mir von Deinem Engagement", dessen erstes meeting gerade in Wien stattfand, wird seine Ergebnisse auf der homepage <www.tell-me.org> veröffentlichen. Das ist neu und wirklich eine gute Idee, wie ich finde. Ich habe vor, in einem Beitrag die ehrenamtliche Arbeit bei ViLE darzustellen, und dadurch den Verein bekannter zu machen. Auch auf die BAGSO will ich hinweisen. Wer noch etwas dazu schreiben möchte, kann mir mailen.
Liebe Grüße, Brigitte

HildegardN
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon HildegardN » Montag 23. Mai 2011, 17:49

Zur Frage „ Wie konkret finden ältere Mensschen mit Hilfe des Internets ein Engagement?“ :
Das Internet verfügt über eine Vielzahl von Informationen über das freiwillige Engagement, über das Was, Wie und Wo, über Angebot, Nachfrage und über die Resonanz. Das Internet informiert, motiviert und trägt zum Erfolg der Engagements bei. Es kann allerdings nur im vorgegebenen Rahmen, im globalen Raum, bei der Engagementsuche mitwirken. Das bürgerschaftliche Engagement aber wird fast ausschließlich im lokalen Raum ausgeübt, am Wohnort der Engagierten oder der näheren Umgebung. Hier treffen sich – nach vielleicht vorausgehender Information durch das Internet - Angebot und Nachfrage für die abschließende konkrete Entscheidung für ein Engagement.
Anders ist es bei einem Engagement auf virtueller Ebene, wie beispielsweise das der Online-Redakteure oder Lesepaten. Hier finden ältere Menschen ganz konkret mit Hilfe des Internets ihr Engagement.
Mit herzlichen Grüßen, Hildegard

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helmutf-berlin
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Re: Freiwilliges Engagement und Internet

Beitragvon helmutf-berlin » Donnerstag 26. Mai 2011, 12:37

Hallo Carmen, hier einige Zeilen zu deiner mail vom 16.05.2011.
Der Zensus 2011 dient u.a. dazu die Einwohnerzahl der Bundesrepublik Deutschland zu aktualisieren. Es kann davon ausgegangen werden, dass die statistisch geführte Zahl der Einwohner zu hoch ist. Die genaueren Zahlen könnten dann auch Auswirkungen auf den Länderfinanzausgleich haben.
Es werden Fragen zur Bildung, Beruf und Erwerbstätigkeit gestellt. Die Ergebnisse sollen in die Strukturplanung der Länder und Gemeinden einfliessen.
Ein weiterer Fragenkomplex beschäftigt sich mit der Erfassung von Wohnungen / Wohnraum.
Befragt werden allerdings nur 10% aller Haushalte in Deutschland. Die Beauftragten/Interviewer haben den Auftrag die ausgewählten Haushalte zu Befragen. Für diesen Bereich bin ich Tätig. Die Befragung der Hauseigentümer erfolgt gesondert.

Zum Thema "Freiwilliges Engagement und Internet". Ich bewege mich häufig im Internet. Habe in der Vergangenheit über mehrere Jahre regelmässig mit zwei Gruppen gechattet. Leider haben sich beide Gruppen, aus verschiedenen Gründen aufgelöst. In den Wintersemestern nutze ich die Angebote des Gasthörerprogramms für Senioren der FU-Berlin. Hier ist die Unterstützung durch das Internet eine grosse Hilfe.
Gruss helmutf.