Mehr über unsere Nachbarn erfahren

Ein neues Projekt der ViLE Gruppe Lübeck. Die Gruppe lädt alle zu einer regen Diskussion ein.
hwest

Mehr über unsere Nachbarn erfahren

Beitragvon hwest » Donnerstag 21. Februar 2008, 13:59

Als wir im Oktober 2007 unser Projekt „Ein Blick auf unsere Nachbarn“ begannen, ahnte unsere Gruppe ViLE-Lübeck noch nicht, wie umfangreich diese Arbeit sein würde. Die Idee dazu war entstanden nach einem TV-Gespräch von Sandra Maischberger mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Altbundespräsident Richard von Weizsäcker über die Europäische Union. Die beiden Politiker sagten, dass Deutschland in Europa das Land mit den meisten Nachbarn sei, wir aber von diesen Nachbarn viel zu wenig wissen.

Aus Anlass der Präsidentenwahl in Frankreich begannen wir zunächst mit einer Erkundung der Staatsformen und der Wahlsysteme. Das war noch nicht so schwer. Doch dann wollten wir die Gesundheitssysteme vergleichen und hatten damit unsere Mühe. Inzwischen sind wir nach der Hessenwahl und den aufsehenerregenden Äußerungen von Roland Koch im Wahlkampf beim Thema Jugendkriminalität angekommen, und das ist richtig schwierig. Über die ersten Länder – Deutschland, Belgien, Dänemark, Niederlande – sind im Projekt die ersten Ergebnisse unserer Bemühungen veröffentlicht.

Seht sie Euch an. ViLE-Lübeck, unterstützt von zwei süddeutschen ViLE-„Mitarbeitern“, erhofft sich Anregungen, Meinungen und auch Kritik.
Horst

Dietmann-Beckert

Beitragvon Dietmann-Beckert » Freitag 22. Februar 2008, 13:00

Liebe Leute, gibt es eine Struktur und an welches Land ist jetzt gedacht?
Wo holt Ihr Euch die Informationen? Stellt sicvhJugendkriminalität in den einzuelnen Ländern unterschiedlich dar? In wie weit sind Urteile von Vorurteilen beeinflusst? Ich hätte gerne eine ausführliche Antwort. Erdmute :roll: :roll:

Eberhard
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Beitragvon Eberhard » Sonntag 24. Februar 2008, 11:00

Mit dieser Ausarbeitung „Blick auf unsere Nachbarn“ hat sich Vile-Nord eine große Aufgabe gestellt – eine echte Herausforderung!

Beim Durchlesen der Unterlagen bin ich zunächst im Abschnitt „Deutschland“ hängen geblieben, um meine Kenntnisse zu testen. An dem einen oder anderen Punkt ergeben sich Fragen zum vorliegenden Text und ich möchte bei den Kommunalwahlen anfangen.

„Bei den Kommunalwahlen werden die Vertretungen der Kreise und kreisfreien Städte gewählt“. Dieser Text ist meiner Meinung nach nicht ganz korrekt, weil z. B. in Baden Württemberg die Vertreter aller Städte und Gemeinden gewählt werden. In Bayern finden am 2. März Kommunalwahlen statt, auch hier werden Kreis- und Landräte sowie Stadt- und Gemeinderäte bzw. Ortschaftsräte und z.T. die Bürgermeister gewählt. Dabei begegnen uns die Begriffe Kumulieren und Panaschieren. Das aktive Wahlrecht liegt bei 18 Jahren, in anderen Bundesländern (NWR, Niedersachsen etc. bei 16 Jahren). Es dürfen auch EU-Bürger wählen. Das passive Wahlrecht liegt bei 21 Jahren (Bürgermeister), in Schleswig Holstein soll – nach meiner Information - der Landrat mindestens 27 Jahre alt sein.

Bei meinen Recherchen bin ich auf eine Unterlage gestoßen „Die Gemeinde- und Landkreisordnung der Länder“: www.jura.uni-osnabrück.de/institut/kommunalrecht.

Der Ländervergleich auf Ebene der Bundesrepublik dürfte leichter fallen. Übrigens: als Bundeskanzler kann man sich schon mit 21 Jahren wählen lassen, als Bundespräsident jedoch muß man am Tag der Wahl 40 Jahre alt sein.

Wir sind ein förderalistischer Staat mit 16 Bundesländern und unterschiedlichen Wahlsystemen bei Landtags- und Kommunalwahlen. Ist unter diesem Gesichtspunkt ein pauschaler Vergleich mit anderen Ländern überhaupt möglich?

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Carmen Stadelhofer
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Beitragvon Carmen Stadelhofer » Montag 25. Februar 2008, 12:57

Liebe Mitglieder der Lübecker Arbeitsgruppe "Wer sind unsere Nachbarn",
ich finde Eure Recherchen und vergleichenden Zusammenstellungen sehr informativ, herzlichen Dank. Wir "Ulmer" starten demnächst ein Projekt mit Seniorengruppen längs der Donau (Ulm als Donaustadt ist in diesem Bereich sehr aktiv), wir haben festgestellt, dass wir alle sehr wenig über die derzeitigen gesellschafts- und sozialpolitischen Verhältnisse und Gegebenheiten in den anderen 9 Ländern wissen. Wenn Ihr durch Euere Recherche uns da unterstützen könnten..? Wäre super!
Herzlichen Gruß aus Ulm an alle! Carmen

Hanna
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Jugendkriminialität

Beitragvon Hanna » Montag 25. Februar 2008, 22:12

Liebe fleißige Nordlichter, dass Ihr euch zum Thema Jugendkriminalität aufmacht, finde ich sehr gut. Allerdings wird das ein besonders schwierig zu ermittelndes Thema werden. Ich weiß z.B. von Statistiken in Deutschland, die Zahlen zur Kriminalität von Migranten veröffentlicht haben, dass bei den Migranten zu kriminellen Vergehen auch nicht verlängerte Pässe gezählt wurden, dies geschah aber nicht bei Deutschen. Interessant wäre vor allen Dingen, wie die Jugendrevolten in Frankreich gewertet und erforscht werden und ob da auch Hintergrundsarbeit geleistet wird.
Jedenfalls ist dieses Thema ein weites Feld. Ich wünsche euch viel Mut und Ausdauer und danke euch für eure Arbeit.
Auch aus Steinen, die im Wege liegen, kann frau Brücken bauen.

hwest

Antworten auf die vorangegangenen Beiträge

Beitragvon hwest » Mittwoch 27. Februar 2008, 19:31

Es freut mich, dass etwas Bewegung ins Forum kommt und dass das Projekt von ViLE-Lübeck „Ein Blick auf unsere Nachbarn“ Beachtung findet. Der Beantwortung der an uns gerichteten Fragen möchte ich voranschicken: Wir sind keine Professoren und schreiben auch keine Examensarbeit. Wir sind Senioren, die an politischen Fragen interessiert sind, und wir sind uns auch darüber im klaren, dass wir den Mut zur Lücke haben müssen, sonst könnten wir den PC gleich wieder ausschalten.

Also, liebe Erdmute, zur Struktur: Es geht, glaube ich, aus dem Einleitungstext des Projektes hervor, was uns zu dem Vorhaben motiviert hat. Wir wollen uns alle an Deutschland angrenzenden Länder ansehen und beschreiben, wie dort bestimmte Probleme und Aufgaben behandelt werden. Wo wir die Informationen gefunden haben, steht immer am Ende der Texte als Quellenangabe.

Zu Eberhards Frage: Die beschriebenen Fakts – siehe Quellenangabe – stammen alle aus offiziellen Quellen. Bewusst haben wir auf eine Darstellung der Gemeindewahlordnungen in den einzelnen Bundesländern verzichtet, denn bei dem Projekt geht es um den Bund, weniger um die Provinzen.

Zu Carmen: Wir helfen den Ulmern gern, wenn es möglich ist.

Zu Hannas Beitrag: Dass Jugendkriminalität ein besonders schwieriges Thema ist, mussten wir zu unserem Leidwesen auch feststellen. So ist es z. B. gar nicht möglich gewesen, aussagefähige statistische Zahlen zu ermitteln. Von einigen Nachbarländern findet man kaum Material, aber wir suchen weiter.
Horst

cantstetter
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Jugendkriminalität in Deutschland

Beitragvon cantstetter » Montag 3. März 2008, 18:03

Liebe Hanna,
Du hast völlig Recht, es gibt einige Vergehen, die können nur Ausländer begehen. So zum Beispiel die Meldevergehen (dazu gehört auch das von Dir angeführte Passvergehen), ferner falsche Angaben über die Herkunft, sowie falsche Auskünfte über die Einreisewege sowie illegaler Grenzübertritt.
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass jugendliche Ausländer (14 bis unter 18) bei den übrigen Straftaten höhere Werte erzielen als deutsche Straftäter, insbesondere bei Gewalttaten. Näheres dazu in meinem neuen Beitrag im Projekt „ Ein Blick auf unsere Nachbarn“ unter Deutschland: Jugendkriminalität und gefühlte Bedrohung.
Eine recht gute Zusammenfassung hat Susanne Gaschke in der Zeit vom 3.1.2008. (www.die zeit.de) geschrieben. Ihr Facit: „Abschiebung hilft nicht, Schönreden aber auch nicht.
Zwar sind bei jugendlichen Straftätern die ausländischen Jugendlichen häufiger vertreten, aber die Jugendkriminalität ist kein Ausländerproblem sondern ein Unterschichtenproblem“,
Dieser Auffassung sind auch die Fachleute der Justiz , Polizei und Jugendhilfe auf ihren Jahrestagungen. Sie fordern deswegen zurecht: mehr Chancen im Bildungsbereich, bessere Ausbildungsmöglichkeiten gerade für die Unterschicht (schön, dass das Wort Präkariat verschwunden ist und man wieder Unterschicht sagen darf, zumal nun die kriminelle Oberschicht mit ihren Aktivitäten ins Visier der Öffentlichkeit gerückt ist.) und gleiche Chancen für den beruflichen Bereich..
Die Devise kann also nicht sein“ Ausländer raus“ sondern „gleiche Chancen für die Unterschicht.“ ,Deutsche wie Ausländer.

cantstetter
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Jugendkriminalität in Lübeck

Beitragvon cantstetter » Dienstag 25. März 2008, 16:33

Jugendkriminalität

Es ist schon auffallend, kaum sind die Wahlkämpfe in Hessen und Hamburg vorbei, ist auch das Thema Jugendkriminalität aus den überregionalen Zeitungen verschwunden.
Natürlich ist nicht das Problem verschwunden, sondern nur die Berichterstattung hat sich anderen Themen zugewandt.
In den lokalen Zeitungen hingegen hat das Thema noch eine Bedeutung, spätestens wenn die örtlichen Polizeidirektionen oder die Staatsanwaltschaften die Kriminalitätsstatistik des letzten Jahres veröffentlichen, was immer so Mitte Februar der Fall ist.
So auch in Lübeck.
Die Lübecker Justiz ist alarmiert, die Zahl der Straftaten, die von Jugendlichen zwischen 14 und 18 begangen wurden hat sich im Vergleich zu 2006 um 16% erhöht. Das heißt konkret :die Zahl der Delikte ist von 9 634 auf 11 182 gestiegen. Der leitende Oberstaatsanwalt spricht von einem „besorgniserregenden Ergebnis“.
Eine Erklärung für diesen Anstieg haben die offiziellen Ermittler nicht, zumal in den Jahren davor der Trend in die gegenläufige Richtung ging. Das entsprach auch den bundesweiten Tendenzen.
Einziger Lichtblick in dieser Statistik: die Drogendelikte sind weiter rückläufig..
Alarmierend ist hingegen der Anstieg der Gewaltdelikte, die nahmen um 11% zu.
Doch nicht nur die Quantität hat zugenommen, auch die Qualität der Gewalt ist eine andere. Brutaler und skrupelloser werden die Übergriffe.
Nach Einschätzung des Staatsanwaltes sei es dabei egal, ob es sich um Deutsche oder Jugendliche ausländischer Herkunft handelt.“ Auffällig ist nur, dass die Masse der Täter aus sozial schwachen Verhältnissen stammt, Vielleicht ist die zunehmende soziale Not auch der Grund für den Anstieg der Kriminalität“.(Staatanwalt Charchulla in den Lübecker Nachrichten vom 13.2.2008.)
Und der dazu verfasste Kommentar der Lübecker Nachrichten lautet: „Jeder weitere finanzielle Einschnitt in diesen unteren sozialen Bereich wird von der Jugend mit zusätzlicher Gewalt quittiert“. Und Fakt ist auch, die Sparbemühungen im sozialen Bereich gehen weiter.
Soweit also die Situationsschilderung aus Lübeck. Und wie sieht es in den anderen Städten und Regionen der Republik aus? Ähnlich? Auf Vile-Antworten bin ich gespannt.
Axel

Clemens

Beitragvon Clemens » Donnerstag 27. März 2008, 18:15

Das Thema Jugendkriminalität ist unabhängig von Wahlen wichtig.
Mich erschreckt schon, dass die Gewaltanwendung Jugendlicher (meist mit Alkohol) ständig steigt, soweit ich es mitbekommen habe.

Dabei ist es m.E. auch völlig nebensächlich, ob es deutsche oder nicht deutsche Jugendliche sind. Wahrscheinlich aber gibt es bei ausländischen Jugendlichen auch aufgrund von Ghettobildung zusätzliche Probleme.

Alles Geld, welches wir in unsere Kinder und Jugendliche investieren ist eine Investition in unsere Zukunft. Ich gebe Axel recht.

....und Koch hat ja wohl seine Quittung bekommen...aber in Hessen sieht es nicht gut aus.
Clemens

Erna
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Beitragvon Erna » Donnerstag 22. Mai 2008, 17:34

Hier wurde vor einiger Zeit das Thema Jugendkriminalität angesprochen. Es wäre doch interessant zu sehen, wie es dabei bei unseren Nachbarn aussieht.
Erna

hwest

Jugendkriminalität

Beitragvon hwest » Mittwoch 28. Mai 2008, 17:20

Liebe Erna,
bei jedem unserer Nachbarländer findest Du auch einen Abschnitt über Jugendkriminalität. Mit diesem Thema sind wir inzwischen durch. Demnächst kommen andere Aspekte.
Besten Gruß, Horst

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ellen
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Beitragvon ellen » Mittwoch 28. Mai 2008, 19:16

Lieber Horst,
diskutiert Ihr das dann hier nicht?

Gruß, Ellen

Erna
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Beitragvon Erna » Samstag 31. Mai 2008, 09:59

Das habe ich auch gedacht und in allen Rubriken gesucht. Eine Diskussion zur Jugendkriminalität in den verschiedenen Ländern um vergleichen und relativieren zu können, habe ich nicht gefunden. Aber vielleicht liegt dies an mir, und ich habe nicht genau gesucht.
Erna

hwest

Jugendkriminalität in den Nachbarländern

Beitragvon hwest » Mittwoch 4. Juni 2008, 17:28

Liebe Ellen,
unser Projekt hat ja das Ziel, unsere Nachbarländer darzustellen, um unsere Kenntnisse über sie zu verbessern. Mann kann also zu jedem Land einzelne Aspekte, wie Regierungsform, Wahlsystem, Gesundheitssystem, Jugendkriminalität - und bald noch mehr - nachlesen. Die einzelnen Themen sind meist so umfangreich, dass eine vergleichende Gegenüberstellung der Länder auf einer Seite nicht möglich ist. Das ging bisher nur bei der Arbeitslosenversorgung.
Wer interessiert ist, sollte die einzelnen Länder aufrufen.
Horst